Im Lichtkegel der BronXX

Auf den Spuren der Erinnerung

Es war Nacht geworden. Die Lampen erhellten mit ihren zuckenden Lichtkegeln schwach den Asphalt, den er beschritt. Ein alter Mann, dessen Leben in sein Gesicht geschrieben war, schlurfte die Straße entlang. Er hatte Stunden zuvor nach den Spuren seiner Erinnerung gesucht und nur noch graue Betonklötze vorgefunden, wo er einst seine Jugend verbracht hatte. Sein Weg führte ihn durch die Westchester Avenue und ein müdes Lächeln glänzte in seinen Augen als er den Blick hob.

Die Straße war wie ausgestorben, nur die Geräusche summender Leuchtreklame drangen leise an sein Ohr. Theodor Lenz nahm es nicht wahr, er sah nur den Ort der Zuflucht, nach dem er gesucht hatte. Er war ziellos durch die Straßen geirrt, sah mit einem Hoffnungsschimmer die Kirche im schwachen Mondlicht wie ein vagen Schatten auf dem sternenklarem Himmel. Seine steifen Glieder zwang er zügig die Anhöhe hinauf und stand endlich vor dem massiven Holztor. Er bemühte sich leise einzutreten. Mit seinem Koffer streifte er den Türrahmen und es hallte ein schauriges Echo durch das Gemäuer. Er zuckte kurz zusammen, doch er fand seine innere Ruhe schnell wieder. Jeder seiner Schritte verursachte einen Widerhall. Er setzte sich in die letzte Reihe, legte seinen Hut und den Koffer neben sich. Er dachte an seine Frau Hannah, an das gutmütige Lächeln und die liebliche Stimme, die sein Herz höher schlagen ließen. Sie war nicht mehr. Nur noch ein Hauch der Erinnerung. Es war erst einige Wochen her, doch er hatte das Gefühl ihr Gesicht schon nicht mehr in seinen Gedanken klar vor Augen halten zu können. Er zitterte, war in diesem Gefühl der Hilflosigkeit versunken.

Da hörte er plötzlich das Quietschen von Autos in der Ferne und mit einem Male brüllte eine Stimme: “Kommen Sie mit erhobenen Händen aus dem Gebäude!” Theodor Lenz fuhr in sich zusammen. War er gemeint? Wie steif hockte er auf der Bank und lauschte nach draussen. Er konnte doch nicht gemeint sein? Niemand hatte ihn gesehen. Er griff nach seinem Hut und dem Koffer, schlich Richtung Tür und versuchte keinen Laut zu verursachen. Der alte Mann spähte aus dem Fenster und sah in der Nachbarschaft ein paar Autos stehen, die er vorher dort nicht gesehen hatte. War das die Polizei? Schüsse fielen, vermischten sich mit Hundegebell und Angst kroch in ihm hoch. In der friedlichen Kleinstadt, aus der er kam, gab es fast keine Kriminaltiät. Er preßte sich an die kalten Steine und lauschte.

Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und er bereute es für einen Moment, dass er in seine Geburtsstadt zurückgekehrt war. Alles hatte sich verändert. Den Laden seines Vaters gab es nicht mehr und es kam ihm nun wie eine fixe Idee vor seine alten Wurzeln wiederbeleben zu wollen. Er wagte einen kurzen Blick erneut aus dem Fenster und sah mehrere Gestalten, wohl einen Hund und eine Person, die auf dem Boden lag.

Sein Kopf schnellte zurück, seine Hand hielt den kleinen Koffer fest umklammert. Jegliche Müdigkeit war vergessen und er hoffte nur noch heil aus der Situation herauszukommen. Die Zuflucht, die er sich erwählt hatte, erschien ihm nicht mehr sicher. Wo war sein Mut nur geblieben? War er schon so alt und ängstlich geworden? Er blieb nur regungslos stehen und fluchte über sich selbst. Der Koffer glitt aus seinen Händen und krachte auf den Boden. Mit aufgerissenen Augen blickte er auf sein Hab und Gut, das ihn wohl nun verraten hatte. Der Schweiß perlte von seiner Stirn. Wenn es nun nicht die Polizei war und nur eine Bande von korrupten Leuten? Die Minuten vergingen, doch nichts geschah und langsam kehrte Ruhe ein.

Der alte Mann rückte erleichtert seinen Hut zurecht und hob seinen Koffer vom Boden auf. Vorsichtig spähte er aus dem Fenster und öffnete leise quietschend die schwere Tür. Er kam sich immer noch so vor, als wäre er an einem Herzinfarkt vorbeigeschrammt. Es war schon viel zu spät geworden und während er sich durch die Gassen schlich, drückte sich immer wieder in die Nischen der Häuser. Sein Weg führte ihn am Polizeirevier vorbei. Er blieb stehen, aber er wollte nicht hineingehen. Er sehnte sich nur noch nach einem ruhigen Ort. Sein Hotel würde er jetzt nicht mehr finden und leichte Verzweiflung nagte an ihm. Hinter ihm hörte er in der Ferne Schritte und er lief schnell weiter, nahm wahllos eine Gasse nach der anderen und fand eine alte verlassene Matratze hinter einem Müllcontainer. Es war nicht, dass was er sich erhofft hatte, aber es mußte reichen. Den Koffer klemmte er unter die Matratze, zog den Hut in sein Gesicht. Ein letzter Grunzer entfuhr seinen Lippen bevor er erschöpft die Augen schloss.

Alte neue Freiheit

Theodor Lenz wälzte sich auf der verdreckten Matratze hin und her. Sie war durchgelegen und unbequem. Die Nacht hatte er sehr tief geschlafen, doch als der Morgen herannahte, weckte ihn eine störrische Feder, die ihm unnachgiebig in die Seite piekte.

 
Er legte den Hut beiseite, strich sich die Haare zurecht und blickte sich um. Der alte Mann fühlte sich wieder in die Tage seiner Jugend zurückversetzt. Sein Vater hatte ihm verboten mit den Kindern von der Straße zu spielen, doch ihn hatte dies wenig gejuckt. Für ihn war es Freiheit von Zwängen gewesen. Er hatte sie beneidet und nun schüttelte den Kopf über seine eigenen Vorstellungen von damals. Aber das Gefühl unter freiem Sternenhimmel zu schlafen, das hatte er vermißt. Er schnupperte in die Luft und der Gestank des Müllcontainers erreichte seine Nase. Angewidert verzog er das Gesicht, brummte in sich hinein: “So riecht also Freiheit.” Er lachte und mit dem neuen Tag kehrte auch seine Zuversicht zurück.
 
 
Er holte den Koffer unter der Matratze hervor und verspeiste genüsslich den letzten Donut, den er sich als Reisesnack aufgehoben hatte. Der Donut war etwas trocken, doch es war die erste Mahlzeit in der Stadt, die wieder sein Zuhause werden sollte. Er war ein einfacher Mann, der sich selbst wenig gönnte und mit kleinen Dingen zufrieden war. Er überlegte, ob er sich ein kleines Häuschen oder eine Wohnung in den Wolkenkratzern der Stadt nehmen sollte. Theodor war unschlüssig. Was würde ihn in dieser Stadt, die ihm nun so fremd geworden war, erwarten? Er wollte hier seinen Lebensabend verbringen. Geld hatte er genug und er konnte es sich leisten verrückte Ideen auszuprobieren. Wieder als Tellerwäscher in einem kleinen verdreckten Imbissladen anfangen oder doch einen kleinen antiken Uhrenladen eröffnen? Er wußte es nicht, er wußte nur dass ihn wieder die Lebensfreude erfaßt hatte etwas Neues zu beginnen.
 
 
Gefährliche Zeiten
 
Voller Tatendrang machte sich der alte Mann auf den Weg. Er wollte diese Stadt für sich neu erobern. Er ging gedanklich seine Liste durch und erinnerte sich an etwas, was er zu gern verdrängt hätte. Diese Stadt war gefährlich und ohne Schutz herumzulaufen, glich einem Selbstmord. “Klein und unauffällig sollte es sein” brummte er dem Verkäufer entgegen als er in einem dieser Läden stand. Der hagere Mann zog eine Schublade auf und legte Theodor einige Varianten auf den Tisch, doch der Blick des alten Mannes fiel auf die Prunkstücke an der Wand. Kurz entschlossen zeigte er auf eine, die ihm besonders ins Auge fiel. Mit einer wortlosen Geste gab dem Verkäufer zu verstehen, dass er zwei davon haben wollte. Er wußte genau wie man damit umzugehen hatte, bezahlte schnell und verliess den Laden wie ein kleiner Gangster. Er war nun stolzer Besitzer zweier Walther P99 und versteckte sie gut unter seinem Mantel. Theodor Lenz ahnte noch nicht wie dringend er sie brauchen würde. Er dachte wieder an seine Frau Hannah und es zog ihn Richtung Kirche zu dem kleinen Friedhof.Bedächtig nahm er seinen Hut in die Hand und las die Inschriften der Grabsteine. Auch wenn sie hier nicht begraben war, der alte Mann fühlte sich ihr nahe. Hinter ihm rumorte es plötzlich. Erschrocken drehte er sich um. Eine Meute deformierter Gestalten näherte sich ihm unaufhaltsam.
 
 
Er wich zurück und zückte seine Waffen. Es blieb ihm keine Wahl – er mußte sich verteidigen. Diesen keuchenden Kreaturen schienen die Salven fast nichts anhaben zu können. Nur mit Mühe konnte er sich die Gefahr vom Leib halten. Fast wäre er über einen schief stehenden Stein gestolpert und ein Querschläger traf seinen Koffer. Er packte den Lederkoffer und hastet von dem verfluchten Erdboden. Erschöpft setzte er sich auf eine Bank. Er konnte sich nicht erklären woher diese Wesen so schnell gekommen waren. Theodor versuchte sich zu beruhigen. Mit seinem Taschentuch tupfte er sich über die nasse Stirn. Er wollte nur noch weit weg von diesem schrecklichen Ort. Nach langer Suche fand er sein Hotel. Endlich konnte er sich ausruhen. 
 
 
 
Auf Erkundungstour 
 
Erholt stand Theodor auf und aß etwas. Es war bereits der Nachmittag angebrochen und er hatte sich noch vorgenommen die Stadt zu erkunden, vielleicht sogar einen Rückzugsort für sich zu finden. Schnell packte er seine Sachen zusammen und wanderte durch die belebten Gassen, an den vielen Menschen und anderen Wesen vorbei, die ihn nur als Teil der Großstadt wahrnahmen. Hin und wieder lief etwas Pelziges auf zwei Beinen an ihm vorbei. Er mußte sich zusammenreißen um ihnen nicht hinterher zu starren. Diese Wesen faszinierten ihn.Er rückte die Brille zurecht, als er nach oben sah. Das war also das höchste Gebäude der Stadt. Die vielen Fahrstühle führten ihn hinauf über die Wolken. Er war froh, dass es keine Treppen steigen mußte. Es war kalt und er zog den Mantelkragen dicht an seinen Hals, als er nach draußen ging. Zwischen dem nebligen Dunst bauten sich die Stahlmonstren wie starre Figuren vor ihm auf. Ein bizarres Bild, fand er. Geometrisch angeordnete Schluchten und Türme. Alles wirkte so berechenbar, aber das Leben, das sich hier abspielte, war unberechenbarer als er es je vermutet hätte.
 
 
In einem dieser Wolkenkratzer wollte er nicht wohnen. Er würde sich darin nicht wohlfühlen. Theodor ließ sich am Rand der Stadt die kleinen Häuschen zeigen. Sie waren genauso in Reih und Glied angeordnet wie jedes anderes Gebäude. Es paßte ihm nicht. Das große Haus stand ihm zu sehr auf dem Präsentierteller und wie sollte er sich in seinem Alter um ein ganzes Haus kümmern? Langsam stieg Unmut in ihm auf und vertieft darin, blickte er auf ein mehrstöckiges altes Haus. Seine Augen hellten sich auf. Sein Begleiter führte ihn genau dorthin und zeigte ihm die Mietwohnungen. Das war genau das was er gesucht hatte – klein aber fein. Entschlossen drückte er dem Vermieter einen Batzen Geld in die Hand. “Diese Wohnung hätte ich gern.” meinte er und lächelte. Es war einfach perfekt.
 
 
Theodor nahm ein kleines Schild aus dem Koffer und hängte es neben die Tür. Jetzt fühlte er sich zu Hause in seinem neuen Domizil.
 
 
Abendliche Begegnung
 
Theodor nahm sich etwas Zeit, um einen kleinen Spaziergang zu machen. Zufrieden schloß er die Tür und ließ den Koffer, der einsam inmitten der nackten Wände stand, zurück. Es war schon dunkel geworden, doch er fühlte sich sicher. Eine schöne Lady kreuzte seinen Weg und unverhofft sprach sie ihn an. “Entschuldigung?” Sie wirkte in Eile, doch nahm sie sich Zeit für ein kleines Gespräch. Theodor lächelte und kehrte seinen ganzen Charme hervor. “Ja, bitte. Ich wünsche Euch einen schönen Abend, bezaubernde Lady. Mein Name ist Theodor Lenz. Ich bin vor kurzem in die Stadt gezogen.” Die junge Frau nickte: “Ich werde Kim genannt.. ich besitze mit meinem Mann den Fightclub”.
 
Der alte Mann erzählte seine Geschichte, wie er hier gerne seinen Lebensabend verbringen wollte und von seinem heimlichen Traum einen kleinen antiken Laden zu eröffnen wie ihn sein Vater hatte. Er wollte die Familientradition wieder aufleben lassen, doch er war sich nicht sicher ob es dann nun wirklich war, was er wollte. Kim lächelte: “Jemand wie Sie hat sicher viel Erfahrung. Nun, meine Kämpfer sind, warscheinlich so wie die meisten hier, ziemlich jung und könnten jemanden brauchen der etwas Einfluss ausübt.”,  “Mmh, ich habe vor langer Zeit kurz gedient, aber was meinen Mut anbelangt, das hat wahrlich nachgelassen.” antwortete er seufzend. “Sie scheinen mir wie diese seltene Art Mensch, der nachdenkt bevor er handelt.. dieses Wissen sollten Sie weitergeben.” Theodor fühlte Unbehagen in sich aufkommen und erzählte: “Ich kam gestern in dieser Stadt an und wurde Zeuge eines Übergriffs. Ich hatte keinerlei Waffen bei mir, ich bin zwar Bester des Schützenvereins.. doch ich gebe es zu, ich konnte die Kirche nicht verlassen.” Er blickte Richtung Himmel und seufzte nur noch über sich selbst.
 
Die junge Frau zuckte leicht zusammen, als das Wort “Kirche” hörte und strich sich über die kleine Wunde an ihrem Schlüsselbein. ” Sie sollten froh sein, dass Sie ihnen Schutz gewährte, mich liess sie ins Verderben laufen.”, “Meinen Sie den Friedhof?” Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Theodor erzählte was ihm am Morgen passiert war und Kim stimmte ihm zu, dass es ihr ähnlich ergangen war. Sie berichtete davon, dass die Kirche schon sein Stunden in Flammen stand und Theodor schluckte. Insgeheim hoffte er, dass das Problem “Friedhof” sich damit nun erledigt hätte. Aber er wußte auch, freiwillig würde er da nicht mehr hingehen, wenn dann nur noch als Leiche. Da piepste ihr Handy. Sie telefonierte kurz und die Hektik war ihr wieder ins Gesicht geschrieben. “Es war nett mit Ihnen zu reden, irgendwie fühlte ich mich angenehm beruhigt … ich habe ganz vergessen was ich vorhin eigentlich wollte… “, “Nun, werte Lady, ich hoffe wir sehen uns irgendwann einmal wieder. Ich wohne nicht weit von hier. Ich wünsche Ihnen alles Gute.” Theodor schmunzelte. “Vielen Dank, einen schönen Abend sir.. und wer weiß, wenn Sie Pech haben, komme ich Sie mal besuchen” Sie grinste frech und eilte davon.
 
 
Home Sweet Home
 
Die Nacht verbrachte Theodor in seiner Wohnung auf einer kleinen Liege, die auf auf dem Dachboden gefunden hatte. Sie war bei weitem nicht so bequem wie eine Hotelbett, aber es war ein Schlafplatz in den eigenen vier Wänden und dies machte jede Unannehmlichkeit wieder wett. Früh im Morgengrauen war er schon wieder auf den Beinen, um voller Tatendrang sich ein neues Zuhause zu schaffen. Den ganzen Tag lief er durch die kleinen Gassen auf der Suche nach ein paar antiker Möbel, die er so liebte. Als der Abend herannahte, war die Wohnung so gut wie eingeräumt. Es fehlte nur noch die Kiste mit den Habseeligkeiten, die er sich hinterherschicken ließ.
 
In seiner gewohnten Manier zog er sich seinen Mantel an und spazierte durch die Straßen der Stadt. Ein bekanntes Gesicht kam ihm entgegen, Lady Kim hastete wieder fast an ihm vorbei. Sie hatte noch etwas Zeit für ein paar Sätze und verschwand in der gleichen Eile wie beim ersten Mal in der Seitenstraße. Theodor sah ihr noch eine Weile hinterher. Ihm war der Müßigang lieber als die Hektik des Alltags. Er schüttelte leicht den Kopf und kehrte in seine Wohnung zurück. Der alte Mann zog sich seinen Schlafanzug an, klappte das Sofa aus und legte sich zufrieden wie schon lange nicht mehr in die Daunen.Als der Morgen herannahte, reckte er sich genüsslich und sah sich um. Er hatte noch nichts zu Essen im Haus und der Wunsch nach einem heißen Kaffee ließ ihn aus dem Bett hüpfen. Ein kurzer Gang zum nahegelegenen Imbiss beruhigte seinen knurrenden Magen und er hatte wieder Zeit sich die Zeitung zu Gemüte zu führen. Er studierte die polizeilichen Meldungen und fragte sich, was an dem Tag seines Eintreffens wohl geschehen war. Aber diese Zeitung war zu neu und eine ältere gab es nicht. Er brummte leicht verständnislos als er von dem Überfall auf die Polizeistation erfuhr und erinnerte sich noch dunkel an das Absperrband vor der Station. Langsam konnte er sich einen Reim darauf machen.
 
Mit der Zeitung unter dem Arm stieg er wieder die Treppe hinauf und er wurde bereits erwartet. Eine große Kiste stand vor seiner Wohnung. Endlich war seine Erinnerungsstücke eingetroffen. Er ließ sie neben die Tür stellen und begann in seinen Sachen zu wühlen. Die alte Uhr stellte er auf den Kamin neben das Bild seiner verstorbenen Frau. Ein Seufzer entfuhr seinen Lippen und für einen Moment schaute er gedankenverloren in das prasselnde Feuer des Kamins. Er setzte sich in den ledernen Sessel und nahm die hölzernde Schachtel vom Tisch. Behutsam öffnete er sie und die alte Taschenuhr tickte vor sich hin. Ein besonders schönes Stück, dass er in seiner Lehrzeit gebaut hatte. Er befestigte die Uhr an seiner Kleidung und dachte noch einmal kurz daran, was er in dieser Stadt wohl alles tun würde.
 
 
Doch genauso schnell verlor sich der Gedanke wieder, als er sich erhob und die letzten Dinge aus der Kiste nahm. Vieles war bereits doppelt so alt wie er selbst, antiker Klimbim und Unmengen alter Bücher. Den Fotoapparat legte er vorsichtig in den alten Bücherschrank, ein Urgestein der Fototechnik und nur noch als Briefbeschwerer von Nützlichkeit.Das alte Familienerbstück drapierte er auf der Marmorsäule, als plötzlich unverhofft die Tür aufging. “Hallo” stellte sich die blonde Frau vor. Theodor ließ vor Schreck die alte Vase fast aus den Händen gleiten. Er grüßte freundlich und fragte sich, ob er nicht doch die Tür abschließen sollte, auch wenn er zu Hause war. Die Dame wollte eine Wohnung mieten, wie es schien. Der alte Mann gab alles preis was er wußte und kaum hatte sie ihre Antwort erhalten, stürmte sie auch wieder mit einem Dank und dem Wunsch für ein frohes Fest hinaus. Die Tür stand sperrangelweit offen und Theodor steif davor, während hinter ihm die Vase immer noch verdächtig kippelte.
 
 
 
Kurz vor dem Fest

Dem alten Mann fiel auf, dass ihm noch etwas Entscheidendes in seiner kleinen Wohnung fehlte und das Fest immer näher rückte. An einen guten alten Baum war nicht zu denken es kam nur eine dieser künstlichen Plasteteile in Frage, die meist nach angebrannter Seife rochen. Doch es störte ihn nicht als er das Bäumchen an einer Ecke in einem zerfledderten Karton entdeckte. Das Zusammenbauen erwies sich da schon als recht schwierig, doch mit der Geduld eines Uhrmachers setzte er das Gebilde zusammen und da stand er in seiner Pracht, blinkte bunt und sah einfach hübsch aus.

Er sah kurz auf die Uhr und es fiel ihm ein, dass er noch etwas Wichtiges erledigen wollte. Theodor nahm die Zeitung vom Tisch und klemmte sich die Zeitung unter den Arm, weil er vermutete sich auf eine längere Wartezeit einrichten zu müssen. Ein kurzer Blick auf die Straße, sie war wieder gähnend leer und er froh, dass er eine ruhige Ecke erwischt hatte.

Zufrieden machte sich Richtung Polizeirevier auf den Weg. Als ehrlicher Bürger wollte er auch einen Waffenschein beantragen. Er mußte nicht lange warten und bekam vom Polizeichef direkt das Papier in die Hand gedrückt. Eine junge Nekodame ärgerte Sir Gausman noch ein wenig und drängelte um eine Erlaubnis für ihre Waffe. Doch er erklärte, dass es noch etwas dauern würde.

Das Gespräch zwischen den dreien dauerte noch eine Weile und irgendwann, Theodor wußte nicht wie lange er sich dort unterhalten hatte, ging er nach Hause zu seiner kleinen Wohnung mit dem Plastikbaum um sich ein kleines Abendessen zu gönnen.

Der Einsamkeit zum Trotz

Nun sass er dort in seiner Wohnung und las die Worte alter Schriftsteller auf vergilbtem Papier. Die Neonröhren der Leuchtreklame nebenan summten leise. Langsam kroch ihm die Einsamkeit in die Glieder. Sein einziger Freund war ein schweigender Plastikbaum und die liebliche Stimme seiner Frau hallte in seinem Kopf wie ein Echo in der Ferne. Der alte Mann meinte kurz etwas hinter sich gehört zu haben. Er wendete den Kopf, doch es war nur ein Zischen im Kamin gewesen. Theodor hielt es nicht mehr aus. Er mußte hinaus, irgendwohin, wo das Ticken der Uhr die Einsamkeit untermalte.

So wie er war, mit der Zeitung in der Hand lief er hinaus und spazierte die leere Gasse entlang. Er sah hinauf zu den leuchtenden Fenstern der Großstadt. Ob die Menschen hinter diesen Glasscheiben genauso einsam waren wie er selbst? Mit betrübtem Blick setzte er sich auf die Bank und beobachtete das Plätschern des Springbrunnens. Er war sich darüber im Klaren, er brauchte das Gespräch und das würde er hier nicht finden.

Theodor raffte sich auf. Es führte ihn Richtung Polizeirevier und als er stutzte als er es fast nicht wiedererkannt hatte. Die Eingangsfassade des Gebäudes hatte sich völlig verändert. “Donnerwetter” entfuhr es ihm. Vor Jahren hätte man noch Tage dafür derartige bauliche Maßnahmen gebraucht, hier war die Veränderung innerhalb von Stunden geschehen. Er musterte neugierig den einladend wirkenden Glasbau. Da winkte ihm jemand zu, den er letzte Nacht getroffen hatte. Die Begegnung, die vorher wie weggewischt gewesen war, erschien ihm wieder klar vor Augen. Es mußte wohl das Alter gewesen sein, vielleicht auch die Müdigkeit, dass ihm sein Kopf solch einen Streich spielte.

Der alte Mann unterhielt sich eine Weile mit dem fremdartigen Wesen, das braun-weiß gescheckt und von stattlicher Größe war. Theodor war fasziniert. “Sie sollten in ihrem Alter etwas besser auf sich aufpassen….nicht das sie sich noch etwas wegholen” sagte der pelzige Herr in besorgtem Tonfall. “Mmh, ich gebe Ihnen recht. Es war etwas unvernünftig.” Theodor schaute an sich herab und merkte erst jetzt wie kalt ihm geworden war.

Der Furry erzählte, dass das Revier gerade neu eingerichtet wurde und wie froh er war, dass er bald nicht mehr allein sein würde. “Oh, das freut mich für Sie. Ich muss zugeben ich bin immer wieder erstaunt solch Artenvielfalt zu sehen.” antwortete Theodor. “Wo ist das zum staunen? Das geht ganz schnell…dauer nicht mal ein Jahr..man gibt am PC ein wie man was gerne hätte…und dann nach diesem einen Jahr wirds ausgeliefert.” erwiderte der Hengst-Furry. Der alte Mann schmunzelte und gab sein Erstaunen offen zu.

Er musterte den Furry wieder und erkundigte sich nach dem Überfall auf die Polizei, von dem er in der Zeitung gelesen hatte. Ob es denn wieder Neues zu berichten gäbe, wollte er wissen. Sein Gesprächspartner erzählte von Wandschmierereien und dass er von dem Täter noch nichts wüßte. Theodor erinnerte sich wieder an den Waffenschein und hakte leise nach, doch da konnte der Furry nicht weiterhelfen. Der alte Mann seufzte.

Draußen war inzwischen ein heftiger Tumult entstanden und der Hengst wies ihn an, lieber drin zu bleiben. Mitten im Getümmel fragte auch noch die Lady, die bei Theodor letztens so stürmisch in die Wohnung geplatzt war, nach einem Waffenschein. “Fragen Sie doch am besten morgen einfach mal nach…wenn hier nicht so viel Umbauchaos herscht..ich bin mir sicher da kann ihnen jemand hier helfen.” gab ihr der Furry zu verstehen.

Doch sie ließ sich nicht abschütteln und fragte draußen eine Polizistin, doch diese war gerade mit einer Autofahrerin beschäftigt, die zuvor einen rasanten Fahrstil hingelegt hatte. “Fragen Sie drin nach, ich hab gerade zu tun.” erklärte sie. Die abgewiesende Dame ging wieder hinein und fragte erneut: “Ich suche einen Antrag für nen Waffenschein können Sie mir helfen?”, “Leider nicht…ich sagte es vorhin schon einmal..kommen Sie bitte morgen wieder….gerade sind wir hier im Umbau.” Nach ein paar kurzen Sätzen ging sie unverrichteter Dinge fort.

“Ich frage mich warum alle einen Waffenschein wollen?…das macht keinen beruhigenden Eindruck.” Der Furry seufzte und ging etwas näher zu dem alten Mann. “Warum möchten Sie einen? Haben sie so Angst?”. Theodor antwortete etwas überrascht: “Ja, ich komme aus einer ruhigen Stadt, aber hier ist mir noch nie soviel Gewalt begegnet und für den Notfall möchte ich gerüstet sein.”, “Nun, dass kann ich verstehen….irgendwo…auch wenn es mir Sorge bereite das man sich hier anscheinend so sehr verteidigen muss.” Der alte Mann fügte nur noch hinzu: “In dieser Stadt scheinen mir zu viele verschiedene Charaktere zusammenzusein, da kommt es leicht zu Auseinandersetzungen.” und stimmte in das Seufzen mit ein.

Die Beiden hielten noch einwenig Smalltalk während um sie herum buntes Treiben herrschte. Draußen stritt man herum und im Revier wuselten hilflose Personen im Chaos umher. Ein Polizist kam zu dem Gespräch und er berichtete, was ihm an seinem ersten Tag in dieser Stadt geschehen war. Theodor war entsetzt. “Hat sich diese Stadt so sehr zum Negativen verändert?”

Er bereute es leicht hierher zurückgekehrt zu sein. Der Polizist antwortete: “Oh…ja hat sie. Viele Probleme mit Prostituierten…..Neko´s, Mutanten, Gangstern.” Theodor hatte irgendwann genug von diesen schlimmen Meldungen und machte sich auf den Heimweg.

Unterwegs traf er auf eine fremde Dame und er war wieder erstaunt, wie gesprächig die Menschen dieser Stadt waren. Es war fast so wie in seiner kleinen Stadt, wenn auch um einiges gewalttätiger und chaotischer. Theodor erzählte von sich ein paar Dinge und erfuhr, dass sie erst seit gestern in dieser Stadt war. Sie wühlte öfter in ihren Hosentaschen und suchte etwas, bis sie einwenig Kleingeld hervorkramte. Der alte Mann fuhr fort: “Nun, in der kleinen Stadt aus der ich kam, war es idyllisch und selten gefährlich, doch ich konnte dort nicht mehr bleiben. Es war einfach zu schrecklich die ganzen Erinnerungen.”

Neugierig wie die Dame war, hakte sie nach: “Erinnerungen? was für Erinnerungen?” und er berichtete das erste Mal was ihn wirklich fortgetrieben hatte aus seiner idyllischen Kleinstadt. “Vor einigen Wochen wurde unsere Stadt Ziel eines Anschlags. Alles brannte nieder, selbst meine Frau überlebte nicht. Nur unser Haus stand noch unversehrt an seinem Platz am Rand der Stadt.”, “Oh mein gott… das tut mir wirklich leid” entfuhr es ihr. “Es ist bestimmt nicht einfach…” Theodor senkte traurig den Blick: “Ja, wochenlang verlor ich meinen Mut und ich sah nur noch den Ausweg fortzugehen und nun kehrt mein Lebensmut langsam zurück.”, “Also standen Sie quasi vorm nichts”

Sie versuchte den alten Mann mit einem Lächeln aufzumuntern: “Na dann wird es jetzt Zeit.”, “Nun, mein Haus war noch da, doch weit ab jeglichen Lebensmittelladens und Versorgung allgemein.” ergänzte er noch. Im Verlauf des weiteren Gesprächs stellte sie sich als Ann vor und sie erzählte, wie sie auf der gleichen Matratze geschlafen hatte, auf der er schon in der Nacht seiner Ankunft sein Haupt gebettet hatte. Sie fragte noch, ob er rauchen würde, doch er verneinte dies. Beide verabschiedeten sich mit guten Wünschen füreinander und ein Hoffen darauf, dass es für jeden gut verlaufen würde.

Unverhoffter Besuch

An diesem weihnachtlichen Tag war es ungewöhnlich, dass er in den Briefkasten sah, doch fand er tatsächlich einen Brief darin. Neugierig öffnete er den Umschlag und las ihn leise murmelnd vor sich hin, als sich auf das Sofa setzte:

Guten Tag,

Wir brauchen für ihren Waffenschein Antrag noch einige Daten und ein Bild ihres Gesichtes, die Daten sind, Rasse und Grund der Beantragung.

Wir senden ihnen einen Antrag mit denen von ihnen schon gemachten Daten zu, bitte füllen sie die neuen Felder aus und reichen sie den Antrag bei der Polizei ein.

Achim Gausman
Chief of Department

Theodor rieb sich die Stirn. War der Wunsch nach Selbstschutz ein Grund, den man anerkennen würde? In seiner Kleinstadt East Wilmore war er Mitglied des Schützenvereins und den Waffenschein bekam man so fast automatisch ausgestellt. Aber hier in der Großstadt spielte doch eine andere Melodie. Er dachte noch etwas nach und legte sich auf das Sofa. Langsam fielen ihm die Augen zu.

Er lag dort vielleicht eine halbe Stunde. Die Haare seines Bartes flatterten unter jedem kleinen Schnarchen. Über ihm rumpelte es seltsam und er schlug die Augen auf. Er schaute an die rote Decke und wieder hörte er Geräusche aus der oberen Etage. “Da ist wohl jemand auf den Dachboden gezogen.” dachte er so bei sich und tatsächlich, es hatte sich oben jemand die Wohnung genommen.

Er raffte sich auf und ging gerade Richtung Küche, als er draußen eine Autotür klappen hörte und wenig später jemand an seine Tür klopfte. Theodor öffnete vorsichtig einen Spalt und lugte hindurch. “Ich bin es, Cet” und der Furry lächelte ihm freudlich entgegen. Der alte Mann bat den  Besucher herein und bot ihm etwas zu trinken an. Cetheus dankte für die Gastfreundschaft und Theodor war froh an den Feiertagen nicht ganz allein in seiner Wohnung zu sitzen.

“Es ist schön, wenn ich Besuch bekomme. Ich kenne in dieser Stadt noch nicht sehr viele Leute.” sagte er mehr zu sich selbst. “Dann sollten sie vielleicht etwas öfter ausser Haus gehen Sir.” Cet lächelte. Der alte Mann nickte zustimmend. “Das habe ich auch vor. Ich werde sicherlich nicht in meiner kleinen Wohnung versauern auf meine alten Tage, dafür bin ich zu unternehmungslustig.” Cet war Officer geworden. Theodor staunte nicht schlecht.

Sie unterhielten sich einige Zeit und Cet war sichtlich müde. Er rutsche etwas mit dem Kopf zur Seite und lag schon halb auf der Armlehne. “Haben Sie was dagegen wenn ich mich hinlege hier etwas?”, “Nein, ruhen Sie sich ruhig noch etwas aus. Ich muss noch dieses Formular ausfüllen, das in meinem Briefkasten lag.”, “Danke…was denn für ein Formular? Vielleicht kann ich helfen…” Cet gähnte erschöpft. Theodor antwortete leise: “Der Waffenscheinantrag. Es fehlen noch ein paar Daten.”, “Hm..dabei kann ich ihnen leider nicht helfen* nuschelte Cet und drückte eine Taste auf seinem Funkgerät. Irgendetwas sprach er noch hinein, doch Theodor hatte es nicht genau verstanden. Seine Augen waren wieder auf das Formular gerichtet. Er blickte auf seinen neuen pelzigen Freund. Der Furry grunzte leise auf dem Sofa vor sich hin und Theodor merkte die eigene Müdigkeit in den Knochen.

Nicht lange und sein Kopf sackte auf die Brust. Das Papier glitt leise zu Boden. Die Uhr tickte rhythmisch vor sich hin und ab und zu hallten die Schlafgeräusche der Beiden durch den Raum.

Viel Wirbel um ein Stück Papier 

Theodor erwachte in seinem Sessel und starrte auf das leere Sofa. Sein Schlafgast hatte sich schon auf den Weg gemacht. Das Papier lag immer noch auf dem Boden, direkt unter dem Baum. Sollte das nun sein Geschenk sein? Er lachte innerlich als er das Formular aufhob. Er entschied sich für ein kleines Frühstück auswärts und genoss etwas schwarzen Tee mit einem Schuss Milch.

Theodor war einer dieser Tea-in-first Anhänger, der den Tee zuerst eingoß und die Milch später in zufügte. Er war zwar kein Engländer, vielleicht einer seiner Vorfahren, er wußte es nicht. Für ihn zählte nur der sahnige Geschmack, der das kräftige Aroma etwas abmilderte. Er fühlte das Formular in seiner Tasche und erinnerte sich daran, dass er noch ein Passbild brauchte. Sein letztes war bereits einige Jahre her.

Mit einem kleinen Pfeifen auf den Lippen stand er vor dem Spiegel beim Fotografen und rückte sich mit dem Kamm die grauen Strähnen zurecht. Er war zufrieden, so konnte er sich zeigen lassen. Nach drei Knispern war es schon vorbei und er hoffte auf den Bildern ein paar Jahre jünger auszusehen. Er wendete die Fotos hin und her, aber er konnte keinen Unterschied zu der Visage, die ihn jeden Tag im Spiegel anlächelte, entdecken.

Zuhause angekommen, hängte er den Mantel neben die Tür und setzte sich in seinen Sessel. Theodor zuckte kurz mit den Schultern, als er erneut einen Blick auf die Bilder warf. Sie sahen gut aus, ohne Frage, aber es lag ein wenig Wehmut in seinen Augen, fand er. Er befestigte eines der Bilder auf dem Antrag. Er füllte mit seinem Federhalter, den er wie einen Schatz hütete, die restlichen Felder aus. Das Formular verstaute er in der Innentasche seines Jackets.

Da klingelte es an seiner Tür. Er erhob sich und öffnete. Sir Cet stand vor der Tür und lächelte ihn an: “Guten Tag…tut mir leid das ich schon wieder da bin aber…”. Er seufzte. “Momentan ist Chaos in der Wache.” Theodor schmunzelte: “Hier sind Sie jederzeit gern willkommen.” Der alte Mann bat seinen Besuch herein und fragte ihn nach dem Briefkasten für die Anträge. Cet bot ihm an den Antrag für ihn abzugeben. Theodor nahm das Angebot nur allzu gern an und lud ihn auf ein Nachmittagsgespräch ein.

Gegen Abend machte sich der alte Mann auf den Weg zur Polizeiwache. Er hatte davon gehört, dass es bald strafbar war ohne Waffenschein herumzulaufen. Innerlich war er etwas aufgewühlt und wollte nicht, dass etwas seinen Ruf als ehrbarer Bürger beschmutze und vorsorglich nahm er seine Waffen unter dem Mantel versteckt mit. Es war wieder viel los auf dem Revier und er konnte verstehen, warum sein pelziger Freund öfter vor dem Getümmel flüchtete. Jemand wollte eine Dedektei eröffnen, bekam er gerade noch mit. Er beobachtete eine Weile die herumwuselnden Menschen, wenn es denn welche waren. Theodor hatte Zeit und es war angenehm andere Geräusche wahrzunehmen als nur das Ticken der Uhr in seiner Wohnung.

Es war interessant zu hören für eine Dedektei brauchte man also keine Lizenz nur einen Waffenschein. Da trat Cet durch die Tür und wünschte einen guten Abend. Erst jetzt reichte er den Antrag des alten Mannes weiter. Sir Gausman nahm ihn direkt entgegen und musterte ihn. Dem Mann, der die Dedektei eröffnen wollte, erklärte er: “Zu den Waffenscheinen, die gehen an die Druckerei, von dort bekommen Sie die Scheine. Also die Anträge, meine ich, gehen an die Druckerei”, “Wie lange wird das dauern?” fragte der Mann ungeduldig. “Maximal einen Tag denke ich.” antwortete der Polizeichef.

Cetheus unterhielt sich derweil mit einer Dame in Uniform, die er neugierig gemustert hatte. “Nun, wenn Sie es genauer wissen wollen,..ich bin nur im Innendienst tätig.” antwortete sie. “Ich habe Sie aber noch nie hier gesehen…von daher beschaute ich Sie mir halt mal etwas genauer. Für den Innendienst? Brauchen wir sowas überhaupt? Nichts gegen Sie Ma´am. Immerhin macht jeder normale Officer auch Innendienst.” Der Furry sah sie grübelnd an. Sir Gausman warf ein: “Ja brauchen wir.” Neugierig wie Cet war, hakte er nach: “Und wofür?”, “Ganz einfach, um den Riesen Papierberg zu bezwingen.” brummte Achim Gausman zurück, doch der pelzige Freund holte jetzt erst richtig aus: “Welchen Papierberg? Aus meinen Beobachten kümmern Sie sich alleine um die ganzen Anträge, die nun eingehen und jeder Officer schreibt seine Berichte doch selber..oder sehe ich da was falsch?, “

Ja sehen Sie, und warum diese Neugierde?” entgegnete der Polizeichef. “Weil ich mich langsam frage wozu diese ganzen Leute…verstehen Sie Sir…nichts gegen Ihre Endscheidungen aber drei Offiver, die gleichzeitig hier auf Streife gehen oder sich gegenseitig die Fälle wegnehmen und dumm rumstehen und nur gucken? Ist das Sinn der Polizei?” Achim Gausman murmelte leise: “Jetzt löchern mich nicht nur die Bürger und Presse Nein jezt fangen meine eigenen Officer auch noch an.” Etwas kleinlaut lächelnd kommentierte Cet die Äußerung: “Ich habe doch nur gefragt Sir.”

Der Polizeichef hatte einen hörbar anderen Tonfall: “Warum stellen Sie so eine Frage wo Sie hier rumstehen, mich mit unnützen Fragen löchern wo Sie auch draussen auf der Strasse sein könnten um dafür zu sorgen, dass die Bürger dieser Stadt sicher schlafen können?” Der Furry grinste: “Weil sie sicher schlafen im Moment….ich bin gerade durch die Stadt gegangen…”

Achim Gausman explodiert gleich innerlich und platzte heraus: “Was ist das den für eine Antwort?!”, “Na die Antwort auf ihre Frage Sir…auserdem hatte ich vor gleich nochmal Streife zu fahren.” Dann war es soweit und der alte Mann zucke unter dem Schrei zusammen: ” RAUUUUUSSSSSSSSS SIE GEHEN JEZT STREIFE!!!!” Mit einem unschuldigen Blick fragte Cetheus: “Gehen? Ich fahre, meinen Sie wohl Sir oder?” Er rieb sich die Ohren und fügte noch hinzu: “Und schreien sie doch nicht so..ich höre sehr gut Sir.”

Die Polizistin hiel sich den Finger ins Ohr und der Mann, der gerade den Antrag ausgefüllt hatte, grinste. Theodor sagte nichts, hörte sich die Konversation mit einer ernsten Miene an und dachte sich seinen Teil. Der Polizeichef war so und Rage, dass er noch brüllte: “Nein ich habe es mir anders überlegt, sie steigen jetzt in ihren wagen, fahren zum Kraftwerk UND HALTEN DA SO LANGE WACHE BIS ICH IHNEN SAGE SIE DÜRFEN DAMIT AUFHÖREN!!! UND JETZT RAUS!!!!!” Selbst dem alten Mann war der die Lautstärke unangenehm und zuckte noch einmal zusammen.

Cetheus zog die Augenbraue hoch: “Wie Sie wünschen, aber ich garantiere für nichts wenn wo anders etwas passiert…Auf Wiedersehen Sir..Officer…Passanten…” Die Tür knallte hinter dem alten Mann zu, als der Furry aus der Tür stampfte. Achim Gausman brach fast ein Stück vom Thresen. Er drehte sich um, ging in sein Büro und knallte die Tür hinter sich. Man hörte noch brüllen: “ICH FASSE ES ALLES NICHT”

Die Polizistin zuckte einwenig zusammen und es fielen einige Kommentare über das Geschehen. Sie blickte zu dem Mann, der die Dedektei eröffnen wollte: “Sir, wenn Sie Gedult haben und einen Tag warten könne werden Sie morgen ihren Schein bekommen denk ich einmal.”, “Kein problem ma’am, ich warte gern.” “Ich danke ihnen Sir.” Sie lächelte freundlich und wandte sich Theodor zu.

Etwas unschlüssig stand er da und wußte für einen Moment nicht recht, was er tun sollte und sog sich eine kleine Geschichte aus den Fingern. “Mmh, darf ich noch eine kleine Frage stellen? Wenn man eine Waffe geerbt hat und selbst keinen Waffenschein besitzt? Was würden Sie am sinnvollsten tun?” Mit einem neugierigen Blick musterte er sie. “Nun,..wenn sie die Waffe nicht behalten wollen,..sollten Sie sie uns übergeben,..da wir sie dann entweder als Übungswaffe für Polizeianwärter verwenden oder sie verwaren,…es wäre besser.”

Theodor nickte: “Aha, nun, ich traf kürzlich jemanden, der genau dieses Problem hatte. Er wollte die Waffe als Erinnerungsstück behalten. Ich denke, um einen Waffenschein kommt er nicht herum.” Der alte Mann rieb sich nachdenklich am Kinn. Unter seinem Mantel die Waffen versteckt, ihm war nicht wohl bei der Sache. Sollte er sie abgeben, solange er keinen Schein in der Hand hielt?

In just diesem Moment hörte die Polizistin ein Geräusch und brüllte: “CHIEF!!!” Sie rannte hinaus, um nachzusehen was geschehen war. Sir Gausman kam aus seinem Büro gestürmt: “Was schreien sie denn so?” Die junge Lady war ganz aufgebracht: “Sir, ich habe etwas gehört. Es hörte sich an wie Glas was sehr spang” Theodor war sichtlich verwirrt und der Polizeichef schaute fragend um sich. Der Dedektei-Mann gähnte nur, als er in die Runde fragte: “Was brauchen die Herren denn noch?”, “Ich warte.” antwortete der Mann. “Auf?” erwiderte Achim Gausman barsch. “Nun…, ich habe 2 minuten vor Inkrafttreten des waffengesetzes auf ihre anordnung meine waffen hier abgelegt, sie wollen mich doch nicht etwa ohne in diese gesetzlose Stadt lassen?”

Theodor Lenz fügte nur leise hinzu: “Nun, ich wollte nur fragen ob mein Antrag schon übergeben wurde. Dies wurde inzwischen schon getan.” Er nickte dankend und drehte sich Richtung Tür. Ihm war wahrlich nicht wohl zumute. Der Mann neben ihn erklärte lapida: “Ich denke ich werde hier übernachten.” Bitte? So schlimm ist diese Stadt auch wieder nicht.” Noch beim Hinausgehen wandte sich der alte Mann um: “Ach eines wollte ich Ihnen noch mitteilen. Ihr Revier gefällt mir sehr gut. Wesentlich freundlicher als bei meinem Eintreffen. Vielen Dank für diese positive Änderung.”

Der Chief lächelte dankend und Theodor machte, dass er aus der Tür kam. Da kam ihm auch schon jemand entgegen und übergab ihm seinen Waffenschein. Theodor war einfach nur perplex. Hinter ihm hörte er nur noch den Kommentar: “Na ihrem Officer zu urteilen kann er ja schlecht die Bürger beschützen, wie will der mit seinen Hufen denn den Hahn abdrücken.”

Theodor genoss die frische Nachtluft und war froh, diese traurigen Augen auf dem Waffenschein zu erblicken. Erleichtert stand er vor der gläsernden Tür. Ein Lächeln formte sich auf seinen Lippen. Der Furry stieg gerade aus dem Auto und schloss die Tür zu. “Na Sir…schon auf dem Heimweg?”, “Ah, Sir Cet.” Er nickte ihm zu. “Ja, ich bin bereits auf dem Heimweg.” Immer noch lächelte er wie ein Kind zu Weihnachten. Cet sah zu dem alten Mann: “Schade.”

“Ich werde noch eine kurze Runde drehen, bevor ich mich zur Ruhe begebe. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.” sagte Theodor. Der Furry seufzte. “Wollen Sie mit mir nicht noch einen Kaffee trinken?”, “Mmh…für einen Tee hätte ich noch Zeit. Kaffee bringt zu dieser Stunde mein Herz außer Takt.” antwortete er seufzend. Cet lachte: “Nun dann halt einen Tee…ich wuerd sie ja nun einladen wenn ich Geld hätte. Theodor meinte: ” Das sollte das geringste Problem sein. Ich lad Sie auch gern ein. Mmh..ich kenne noch nicht viele Gelegenheiten einen Tee zu bekommen.. Es sei denn bei mir zu Hause oder beim Imbiss in meiner Nähe.” Er schmunzelte.

Es gesellten sich einige Leute vor dem Revier dazu und wünschten einen guten Abend. Einer von ihnen wandte sich an Cet: “Ich habe von der Regierung einen Auftrag erhalten. Aalso von ein paar Freunden”, “Von der Regierung? Und um was fuer einen Auftrag handelt es sich?” Cet blickte kurz zu Theodor: “Einen Moment bitte.” Er nickte zustimmend. Der fremde Mann erklärte: “Die Stadt soll im Westen mehr belebt werden und man will dort einen Schützenverein errichten.”

Theodor hörte gespannt zu und der Furry antwortete: “Oh das hört man doch gerne.” Inzwischen hatten sich auch wieder einige Leute vor dem Revier angesammelt. Theodor war erstaunt. Hier war es besser besuchter als in jedem Club. Er kratzte sich kurz am Kopf und folgte Cet. Der Tumult interessierte ihn nicht mehr. Er war schon müde geworden, doch einen kleinen Tee war ihm noch angenehm. Er blickte Cet fragend an: “Wo wäre es Ihnen denn angenehm?”, ” Bei Ihnen Sir..das kostet Sie nicht so viel…kommen Sie..steigen Sie ein..ich fahre…” Der Furry lächelte und Theodor ließ sich nicht dreimal bitten. Er war froh nicht laufen zu müssen.

Der alte Mann hatte aber nicht mit der verrückten Fahrweise gerechnet und sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Als sie bei seiner Wohnunghielten, war er nur noch froh heil angekommen zu sein. Er stieg langsam aus und versuchte seine wackligen Füße unter Kontrolle zu bringen. In seinen Augen spiegelte sich immer noch der Schrecken wieder. “Alles in Ordnung Sir?”, “Mmh…” Er preßte die Lippen zusammen: “Hmm ja.. mir geht es gut..” Theodor hatte immer noch das Gefühl sein Herz wäre ihm in die Hose gerutscht.

Vor der Haustür traf er seinen Nachbar, den er vorher noch nicht gesehen hatte. Cet kannte ihn wohl, wie es schien und der alte Mann erkannte die Lady wieder, die er den einen Abend getroffen hatte.

Eine kurze Begrüßung und Verabschiedung später fummelte Theodor an seiner Tür um sie zu öffnen. Er warf seinen Hut Richtung Vase und hing den Mantel neben die Tür. “Setzen Sie sich ruhig. Ich kümmere mich um heißes Wasser. ” Er schmunzelte. Cet lächelte besorgt und setzte sich aufs Sofa.

“Ich hoffe, ich falle ihnen wirklich nicht zur Last” sagte der beiläufig. “Nun sitze ich schon wieder hier aber Sie haben den Chief selber erlebt..der interessiert sich einen Dreck für mich.” Theodor setzte sich kurz. “Es wird noch einen Moment dauern. Nein, nein. Sie fallen mir doch nicht zur Last. Ich bin froh über netten Besuch.” Der alte Mann winkte ab. Ein so nettes Wesen fiel ihm doch nicht zur Last, doch Cet war unsicher: “So..auch über Besuch wie mich, der eigendlich keinerlei Rechte hat?” Theodor nickte: “Ich kann mich mit Ihnen unterhalten und ich darf Sie “Freund” nennen. Das ist doch etwas ganz Besonderes oder finden Sie nicht?”

Der Furry lachte: “Was heißt mit mir unterhalten dürfen? Ich darf mich mit ihnen unterhalten trifft es wohl eher…solange es nicht unterbunden wird…die toleranzgrenze meines Chiefs ist wohl sehr hoch.” , “Mmh, ich verstehe. Das ist wohl nicht ganz einfach. Aber Sie sind für mich ein frei denkendes Wesen und so werde ich Sie auch behandeln.”

“Na sagen sie das bitte nicht zu laut…nicht das sie noch als Freidenker eingesperrt werden oder der gleichen.” Der Mann horchte, ob das Wasser schon kochte und erklärte: “Das lassen Sie ruhig meine Sorge sein, werter Freund. Ich bin ein gestandener Mann. Ich denke nicht viele meines Alters denken so wie ich. Ich erlaube es mir einfach und damit ist das Thema für mich beendet.”

“Ihre Courage hätte ich mal gerne. Aber momentan habe ich mich eh nicht zu beklagen. Ich habe einen Beruf…keine Grenzen und kann hingehen wohin ich will… ” Er lächelte und sah zum Tannenbaum. “Und bei ihnen sitzen kann ich auch.” Theodor lächelte zurück: “Das ist wohl wahr. Sie haben es recht gut. Kollegen Ihrer Art traf es wohl schlechter wie ich las. Nun..” Der Mann hielt kurz inne, als er das Wasser kochen hörte.

Als er sich erhob um zur Küche zur gehen, fragte Cet neugierig: ” Was haben sie gelesen?”, “Mmh, mein Freund. Wesen Ihrer Art waren nicht mehr als bewunderswerte Tiere, die nur zum Zwecke der Freude ihres Besitzers gehalten wurden. Stellen Sie sich vor, Sie säßen in einem kleinen Käfig und müßten immer wenn Ihr Besitzer Sie besuchte freundlich sein, wie eine Puppe mit einem ewigem Lächeln. Erfreuen mit Geschichten, was ist das für ein Leben für ein intelligentes Wesen wie Sie?” Mit einem Lappen nahm Theodor den Topf mit dem Wasser vom Ofen. “Na Sie sagen es….aber auf sowas wurde ich auch vorbereitet und die fehlende Aufmerksamkeit lässt mich fragen ob ich was falsch mache auch wenn ich seelig darueber bin, dass es so ist …auf einer seite”

Mit einem kleinen Tablett wanderte mit dem fertig überbrühten Tee zum Tisch. Nachdem er seinen Gast ausreichend bewirtet hatte, nahm er einen Schluck und setzte sich in den Sessel. Der Furry meinte: “Diesmal werde ich aber nicht bei ihnen schlafen” Er schmunzelte. “Ich werde nachher heimfahren.”

Theodor nahm noch einen Schluck und fügte hinzu: “Wenn Sie bei mir schlafen würden, dann bitte nur wenn ich das Sofa ausziehen kann.” Er lachte leise. “Der Sessel ist zum Schlafen etwas unbequem.”, “Ja das glaube ich ihnen aber…ehm” Der Hengst sah ihn leicht fragend an: “Sie meinen wir beide dann auf diesem sofa hier?”

Der alte Mann lachte: “Mein Freund. Mir macht es wahrlich nichts aus. In meiner Jugendzeit schliefen meinem Kumpanen und ich zu fünft in einem Zwei-Bett-Zimmer. Glauben Sie wirklich, ich könnte Ihnen etwas antun? Und so groß sind Sie nun auch nicht, dass das Sofa zusammenbricht.” Cetheus lachte und gab ihm recht. Es war ihm nur unangenehm und dachte es wäre reine Höflichkeit ihm gegenüber. Theodor strich sich über den Bart: “Es mag den Eindruck erwecken, ich wäre dieser Art. Nun, ich passe mich den Gegebenheiten an und schlafe auch auf dem Boden, wenn es nötig ist. Eine alte Liege steht noch im Keller. Sie ist zwar kein Bett, aber auf ihr kann ich auch schlafen, wenn ich sie hochhole.”

Der Furry wehrte ab. Er wollte lieber auf der Treppe schlafen, als dass der Herr auf dem Boden schlief. So etwas wollte er nicht verantworten. “Sie sind wirklich ein bescheidenes Wesen, mein Freund und solch Charakter ist sehr lobenswert. Ich lad Sie gern ein bei mir zu nächtigen.” Cet versuchte dankend abzulehnen und der alte Mann hakte nach: “Wo schlafen Sie denn sonst? Haben Sie denn ein eigenes Bett?”

Cet erklärte, dass er in der Wache in den Zellen schlief. “Ich finde es in Ordnung..” Er lächelte. “Man hat mir Bescheidenheit gelehrt und das befolge ich auch..ich sollte nicht zu viel vom Leben erwarten es sei den ich möchte eine Endtäuschung nach der anderen haben.”, “Mmh…das kann ich verstehen. Es ist eine Tugend, der ich selbst folge. Dennoch sollte man sich nicht dem Positiven verwehren, dass sich einem bietet. Wenn Sie möchten, stelle ich Ihnen auch gern ein Bett auf. Etwas Gesellschaft würde mir sehr gut tun.”

“Nun in Ordnung ich bleibe diese Nacht nocheinmal aber ich möchte nicht, dass es zur Gewohnheit wird. [Es reicht wenn sie die Couch ausziehen….machen sie sich wegen mir keine Umstände” Aber Theodor blühte völlig in seinem gastfreundlichem Wesen auf: “Haben Sie bitte keine Bedenken. Ich stelle Ihnen gern einen Platz zur Verfügung. Ich schränke mich gern ein für einen Freund.”, “Brauchen sie aber nicht..nicht meinetwegen..da bitte ich drum.”, “Nun, gut, lieber Cetheus. Heute Nacht teilen wir uns die Couch, wenn es Ihnen recht ist. Ich bestehe darauf.”

Der Furry nickte und kümmerte sich um den Abwasch. Theodor bereitete das Bett zurecht und Cet fragte noch: “Ich hoffe es stöhrt nicht wenn ich in Unterwäsche bei ihnen schlafe?”, “Nein, ich selbst entkleide mich doch.” Er lachte und wie verabredet kroch jeder auf seine Seite und schlief grunzend auf der ihm ausgewählten Seite.

Nun lieber Leser,

bei dieser Gelegenheit fragen Sie sich sicher, was trägt der moderne Mann/Furry im Jahr 2070 als Unterwäsche? Und, was soll ich sagen? *lacht* Schauen Sie selbst:

Schreiblust und viel Wasser

Der alte Mann schlief noch den Schlaf des Gerechten, als sein pelziger Freund sich bereits auf den Weg gemacht hatte. In diesem Punkt war er sehr rücksichtsvoll. Theodor mochte es aufzuwachen ohne einen Grund. So ließ sich der Tag am erholsamsten beginnen.

Er überlegte schon seit Tagen wie er seine Zukunft gestalten könnte. Mehr Freizeit zu haben war in einer Hinsicht schön, aber in anderer Hinsicht fühlte er sich einsam. Von der Stadt, die einmal sein Zuhause war, war nur noch ein Krater übrig geblieben. Selbst sein Haus, dass sich in ruhiger Lage außerhalb der Stadt gestanden hatte, hätte es mit dem Turm von Pisa aufnehmen können. Was für eine Kraft für eine kleine Bombe, wie das Einsatzkommando sie bezeichnet hatte.

Nun musste er sich etwas Neues aufbauen. Aber was? Eine quälende Frage, wie er fand. Ihm stand alles offen. Zurückschauen brauchte er nicht mehr. War ein kleiner Antikladen wirklich das was er wollte? “Ich werde es sicher noch herausfinden” dachte er bei sich.

Theodor las in der Zeitung von der Eröffnung eines Clubs. Warum sollte er sich nicht mal etwas gönnen? In einem seiner besten Anzüge stand er am Abend vor dem Club.

Er wunderte sich schon, dass niemand vor dem Eingang stand. Die Tür war offen, aber im Club gähnende Leere. Hier und da war wohl Personal am Gang, aber so genau hatte er nicht hingeschaut. Postwendend machte er kehrt und stapfte kopfschüttelnd nach Hause. Er wollte nur noch in sein Bett.

Am nächsten Morgen beim Frühstück kam ihm eine Idee und er kramte seine alte Schreibmaschine hervor. Es war ein Wunder, dass das Schreibband überhaupt noch intakt war. Mit einem schweren Klackern brachte er die Maschine in Gang. Er hatte Lust wieder zu schreiben und das Thema war bereits in seinem Kopf.

Er brummte etwas und begann in schnellen Handbewegungen zu tippen:

Paradies der Reichen und Schönen

Ein Paradies? Ein Paradies weit ab der harten Straßen – angenehme Worte für einen alten Mann. Es war eine Anzeige in der Zeitung, die mir ins Auge sprang. Ein neuer Club hatte in dieser Stadt seine Pforten geöffnet. Ein Paradies für Spielebegeisterte, für die, die es lieben an einem Ort des Glamours zu sein, wo die Reichen und Schönen sind. Nüchtern betrachtet, klang es nach einer Ansammlung schickimicki-begeisterten Pöbels, der gelangweilt mit sinnfreien Tätigkeiten sein Vermögen dezimierte.

Um der Unparteiligkeit willen, warf ich mich in Schale und schlenderte am Polizeirevier vorbei. Es war wieder gut besucht, als wenn einen dort Freibier erwarten würde. Der Club sollte um die Ecke sein und tatsächlich – ich stand in der Franklin Avenue vor einem Prunkbau aus Marmor.

Ich musste schmunzeln. Benjamin Franklin war ein Verfechter der Tugend gewesen. Er predigte Enthaltsamkeit – “Trink nicht zur Berauschung”, so hieß es in seinem Werk. Nun, wenn es bei einem Sekt oder Gin blieb, wohl dem der es tat. Was die Sparsamkeit anbelangte – “Mache keine Ausgabe, als was um anderen oder dir selbst Gutes zu tun”. Beim Glücksspiel hatte der eine Erfolg und der andere das Nachsehen. Wer hier nun sparte, sei dahingestellt. Diese Tugend ließ sich jedoch wohl kaum auf diese Sparte anwenden.

Und was war mit Franklins Aussage: “Verliere keine Zeit, sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt”? Für den einen war es sicherlich nütze, der sich erhoffte am gesellschaftlichen Leben der oberen Schicht teilhaben zu können, für den anderen war es lediglich eine willkommene Gelegenheit, die Zeit totzuschlagen. Wie dem auch sei, es lag im Auge des Betrachters. Was nutzte es hier über das Für und Wieder einer Lokalität, die sich rein zufälligerweise in der Franklin Avenue befand, zu sinnieren?

Ich starrte auf das lila Schild auf dem in blauen und goldenen Lettern “Royal BronXX Club” geschrieben stand. Im Geiste malte ich mir schon aus was mich erwarten könnte. Ein nobles Casino vielleicht? Oder ein Automatenclub mit einer gemütlichen Lounge und einer kleinen Bar?

Neugierig trat ich ein. Meine Füße beschritten rötlichen Ziegelstein. Vor mir eröffnete sich eine Bar in grünliches Licht getaucht, ein paar Automaten standen links und rechts – Technik vom Feinsten.

Ein sehr übersichtliches Design, eine große Fläche zum Tanzen und schwere Marmorwände, die dem Zahn der Zeit trotzen sollten. Ich seufzte. Was war nur aus den guten alten Billardtischen geworden und den kleinen Nischen, in die man sich zurückziehen konnte?

Mir schien, ich hatte eine falsche Vorstellung von modernem Clubambiente. Das war nun also das was die obere Schicht bevorzugte.

Zu allem Überfluss war ich auch der Einzige, der noch zu dieser späten Stunde durch die Straße wagte. Es lag sicher nur an der frischen Eröffnung, vielleicht war auch der Umbau der Polizeiwache, der die Leute wie einen Magneten anzog. Es würde sich sicher noch etablieren, war mein letzter Gedanke als ich die Tür schloss und meiner Wege ging.

Theodor hatte die letzten Buchstaben getippt und sich einige Tassen Tee genehmigt, als eine Durchsage durch die Straßen hallte:

ACHTUNG ACHTUNG!!

Hier spricht das BronXX Police Department, halten sie sich zu ihrer eigenen Sicherheit nur höher gelegenen Räumen auf und bewahren sie Ruhe! Vermeiden sie den Kontakt mit dem Wasser!

In der Polizeiwache wurde eine Sammelstelle eingerichtet, dort gibt es auch Medizinische Hilfe!

Theodor war ganz verdutzt. Er hatte noch nicht einmal aus dem Fenster gesehen. Sein Blick vom Balkon bestätigte das ganze Ausmaß der Katastrophe. Überall stand das Wasser kniehoch.

Der alte Mann ging die Treppe hinab und auch das Haus war überflutet. Zum Glück waren die unteren Wohnungen noch unbewohnt. Er seufzte. Nun hieß es wohl das Ganze aussitzen.

Doch so einfach wollte er sich damit nicht abfinden. In der Nachbarwohnung stand noch allerhand Gerümpel von jemand, der sich dort irgendwann unerlaubt einquartiert hatte und nun lagen Kisten und Bretter zuhauf in der kleinen Wohnung. Theodor griff sich einen Hammer und fing fleißig an zu werkeln. Völlig außer Atem betrachtete er mit Genugtuung sein vollendetes Werk. Damit konnte er ein paar Leute durch die Gegend fahren, so meinte er. Die Frage war nur wie er das Monstrum nach unten hieven sollte.

Doch erst wollte er sich ausruhen. Die Arbeit war für sein Alter viel zu anstrengend gewesen. So legte er sich für einige Stunden aufs Ohr. Als er erwachte, rieb er sich die Hände und wollte das Floß aus eigener Kraft mit einem Balken hinunterhebeln. Er staunte nicht schlecht, als er nach draußen sah. Hier und da waren noch einige Pfützen übrig geblieben. Aber das Wasser war weg.

Das ging nicht mit rechten Dingen zu, dachte er bei sich. Theodor griff sich seinen Mantel samt Hut und marschierte zum Polizeirevier. Eine junge Lady unterhielt sich gerade mit dem Polizeichef. Sir Gausman fragte sie: “Sie kommen bestimmt wegen einer Stellungnahme oder?”, “da liegen Sie genau richtig Sir Gausman.” Der alte Mann wurde hellhörig und schaute neugierig zu ihr. Sie lächelte ihn an und Theodor fühlte sich dabei ertappt, wie er die Dame gemustert hatte. Irgendwoher kannte er die Lady, doch er konnte sich nicht daran erinnern. Vielleicht hatte er sie auf einem Foto schon einmal gesehen.

Sir Gausman erklärte schmunzelnd: “Innerhalb der nächsten Stunde geht eine Pressemitteilung raus, allerdings bezieht sich diese rein auf die Sicht der Polizei, für alles weiter müssen sie sich an die Fema wenden ((FEMA=Federal Emergency Management Agency, die koodiniren den Katastrophenschutz in den Staaten))”. Sie sprach Theodor dann an: “Sir kann ich ihnen helfen?”, “Mmh… Irgendwoher kenn ich Sie.” Sein Kopf war schon etwas gerötet und blickte sie verwirrt an. “Was haben Sie?”, “Mmh, es tut mir leid, mein Alter spielt mir manchmal Streiche… Haben wir uns vielleicht einmal in dieser Stadt getroffen?”

“Das kann sein Sir,..da ich in dieser Stadt seit geraumer Zeit lebe und auch arbeite.” antwortete sie. Theodor überlegte eine Weile: “Möglich wäre es.” Einige Personen betraten das Revier und der Chief fragte in die Runde: “Kann ich sonst noch helfen? Würde mich sonst an die Erklärung machen.” Die Lady schmunzelte: “Ich hab nichts weiter.” Theodor war unschlüssig und sprudelte kurz heraus: “Wenn das Hochwasser nun sich gelegt hat, brauche ich auch nicht weiter nachzuforschen. Einen schönen Abend.” Er nickte und drehte sich Richtung Tür. “Sir,..etschuldigen sie,..aber darf ich sie etwas fragen?”

Theodor drehte sich um, war er gemeint? “ach doch nichts Sir,..ich dachte das ich sie von einer Erklärung her kenn.” sagte sie. Sir Gausman richtete sich an Theodor: “Sir, ich denke Sie werden nachher durch die Presse noch informiert, ich glaube die bekommt schneller ne Stellungnahme von der FEMA als ich.”, “Hmmm…” Der alte Mann überlegte kurz. “Nun für meinen Teil hat mich das Hochwasser nur überrascht..” Er seufzte. “Ich bin froh, dass es vorrüber ist. Mein kleines provisorisches Boot werde ich wohl im Kamin verfeuern. Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen. ” Lachend ging er hinaus. Der Polizeichef schmunzelte hinterher: “Ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend Sir” , Lady Kyoko, von der er immer noch nicht wußte, woher er sie kannte, warf ihm ebenfalls einen “Schönen Abend Sir” hinterher.

Von Sorge getrieben 

Ein Bericht in der Zeitung erregte seine Aufmerksamkeit. War er nicht erst kürzlich in dieser Ecke gewesen? Das Bild ließ das Schlimmste vermuten – zwei Autos, die alle Viere von sich streckten, während sie geröstet wurden.

Theodor mußte wieder an die verrückte Fahrweise des Furrys denken und ihm wurde angst und bang. Hoffentlich hatte es seinen Freund nicht erwischt. Er machte sich auf den Weg Richtung Revier, doch er konnte Sir Cet nirgends entdecken. Vielleicht war er nur auf Streife, mutmaßte der alte Mann.

Er wagte nicht das Revier zu betreten und nachzuhaken. Und wenn in dem Zeitungsartikel doch sein Freund gemeint war? Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend schlich er im Krankenhaus umher, doch er erntete nur Kopfschütteln. Irgendwie konnte ihm niemand so richtig weiterhelfen.

Von Sorge getrieben, ging er durch die Straßen der Stadt. An der Ecke, wo sich der Club befand, lag noch der Streifenwagen auf dem Rücken.

Er wanderte am Fightclub vorbei, aber es war ihm nicht wohl dabei ihn zu betreten. Für Zerstreuung war das nicht der richtige Ort.

Eine Art Wohnwagen fiel ihm bei seinem Spaziergang noch auf. Theodor war für einen Moment fasziniert. Doch dann ging er weiter wieder in Gedanken bei seinem Freund.

Stundenlang irrte er durch die Gassen bis ihn irgendwann die Müdigkeit zu sehr in seine Glieder kroch und er sich auf den Weg nach Hause machte.

Ein heikles Thema

In dieser Nacht schienen die Sterne hell wie kleine Flämmchen, die versuchten mit den Lichtern der Stadt zu konkurrieren. Der alte Mann saß trübsinnig in seiner Wohnung. Mit der Zeitung unter den Arm geklemmt, dachte er nach. Wo mochte sein pelziger Freund nur sein?

Es läutete plötzlich an der Tür. Der Mann erschrak und fragte vorsichtig: “Wer ist da?” Er konnte sich nicht vorstellen, dass zu dieser späten Stunde Cetheus vor seiner Tür stand, den er im Krankenhaus vermutet hatte. Der Furry antwortete: “Ich bin es.” und trat langsam ein. “Sir Cet?” Theodor ließ vor Schreck die Zeitung fallen. Der Hengst sah ihn fragend an: “Ja..alles in Ordnung?” Der alte Mann konnte kaum ein Wort richtig herausbringen und sah mit Schrecken, dass sein Freund zwei Beinprothesen trug.

“Ihr..habt bei dem Unfall Eure Beine verloren?” Theodor war völlig fassungslos. Der Furry sah ihn noch fragender an: “Von welchem Unfall sprecht ihr aber ja habe ich…?” Der alte Mann deutete zitternd auf die Zeitung: “Mmh…der Unfall letztens..ich war so in Sorge..es war nur die Rede von einem Officer, der schwer verletzt wurde..ich hatte Euch gesucht..und im Krankenhaus wußte niemand Bescheid.” Er fixierte völlig neben sich die Beine seines Freundes und konnte es einfach nicht begreifen.

Cetheus sah auf die Zeitung herab. “Ich denke nicht, dass ich gemeint bin… es wäre mir neu… es war niemand dabei als es passierte …” Der alte Mann rieb sich verwirrt am Nacken. “Und wie konnte das geschehen mit Euren Beinen?” Er verstand die Welt nicht mehr. Cet antwortete: “Autounfall mit anschliessender Fahrerflucht.”, “Und es geht Euch gut?…Wie konnte das niemand bemerken?” Theodor überhäufte den Furry mit seinen besorgten Fragen.

“Es war spät in der Nacht als es passierte…..na ja…ist nicht so wichtig.. ich wurde behandelt und es geht wieder alles.. ich muss nur noch ein wenig die Beine endlasten. Keine langen Strecken gehen und so…” entgegnete Cet ruhig und insgeheim hoffte er, dass sein Freund ihm die Geschichte abkaufen würde. Theodor sah ihn nur kopfschüttelnd an. Für ihn wäre eine Welt zusammengebrochen und dass Cet so ruhig dabei blieb, war für ihn nicht nachvollziehbar. Der alte Mann wirkte völlig apathisch. Er bat den Furry sich auf das Sofa zu setzen und sich etwas auszuruhen. Theodor hatte nur noch den Wunsch sich nach diesem Schreck in den Sessel fallen zu lassen.

Der Mann sah seinen Freund ernst an. “Haben Sie sich damit so leicht schon abgefunden?”, “Was heißt leicht.. ich kann ja nichts dagegen machen oder? Warum sollte ich also rumjammern.. passiert ist nun einmal passiert….” Theodor brummt leicht: “Hm…Ihre Einstellung hätte ich gern. Sie scheinen die Dinge wirklich anders zu sehen.”, “Wie gesagt…ändern kann ich es eh nicht.” antwortete Cet. “Hm, das ist auch wieder wahr.” Theodor Lenz seufzte: “Dennoch…das man Trauer und Verzweiflung so einfach unter den Teppich kehren kann, ist erstaunlich.”

“Entweder ich werde nun abgegeben weil mein Chief mich nicht mehr haben will oder er behält mich aber was dieses Thema angeht übt er sich irgendwie in Schweigen..wie in allem anderen auch” erklärte der Furry und Theodor fragte: “Warum sollte er Euch weggeben? Ihr seid doch ein wertvolles Mitglied der Polizei und Ihr könnt doch nichts dafür, dass Euch solch ein Unglück wiederfuhr.” Cet mußte lachen. ” Nun ich sehe das anders….wertvolles Mitglied der Polizei..verzeiht meine Wortwahl aber das ist schon grober Scheiß..”

Bei diesen Worten blies der alte Mann den Atem pfeifend durch die Nase. “Ich sehe es so, Sie arbeiten als Officer und leisten gute Arbeit. Das sollte man anerkennen.” Der Furry stand mit einem Male auf. “Das ist aber nicht so.,..ich bin genauso uninteressant wie der Dreck unter den Stiefel des Chiefs” posaunt er hinaus. Theodor seufzte. Sein haariger Freund tat ihm leid.

Mit einem ernsten Ton stand Cet vor dem alten Mann: “Ihr solltet mehr Zeitung lesen..es ist und wird auch so bleiben das meines Gleichen nicht viel zu sagen hat in dieser Gesellschaft und von einem anerkannten Mitglied genau dieser sind wir noch Meilen entfernt.”, “Hm… Gleichberechtigung war schon in der gesamten Geschichte der Menschheit ein Problem…” Wehmut machte sich in Theodor breit. ” Ich hoffe wirklich, es wird sich eines Tages bessern.”, “Eines Tages bestimmt….die Frage ist nur wer es mitbekommt und wer nicht…”

Theodor dachte kurz nach und sagte dann mit entschlossener Miene: “Ja, das ist wahr und ich werde mich auch, selbst wenn ich alt bin, dafür einsetzen, dass Sie und ihresgleichen anerkannt werden.” Doch Cet sah ihn nur verständnislos an: “Hm warum? Das verstehe ich nicht….Ihr habt Eure Arbeitsplätze und Euer Leben..wieso wollt Ihr Euch dafür einsetzen? Ihr habt uns so auf die Welt gebracht und dennoch scheint es den Meisten nicht recht zu sein..”, “Wir mögen Eure Spezies geschaffen haben, doch wie es Kindern gebührt..solltet Ihr einen Platz in dieser Welt haben, als gleichberechtigte Wesen. Das Wieso Weshalb und Warum läßt sich nicht einfach erklären, werter Freund..es ist meine Überzeugung und ich stehe dafür ein. Kein intelligentes Wesen sollte niedriger eingestuft werden.”

Cet rollte mit den Augen. ” Und was dann? Schonmal überlegt das unser Sinn dann verpuffen wuerde? Wir werden nicht geboren, wir werden erschaffen und wenn wir gleichberechtigt wären und den selben Platz in der Welt hätten…wer bräuchte uns dann noch?” Theodor schüttelte den Kopf. “Sie mögen die Vorstellung haben nur ein Haustier zu sein, der Stolz seines Besitzers. Für den hypothetischen Fall wir würden alle gleichberechtigt sein, dann würde jeder seinen Platz haben, so wie es sich gehört..und würde die Wesen dieser Welt einen Sinn füreinander entwickeln..für ihre Umwelt und was für sie gut ist, dann würde es eine bessere Welt sein ohne Gewalt… Ich weiß, ich bin nur ein Träumer. ” Ein grunzender Seufzer entfuhr ihm.

Der Furry lachte: “Mein Freund ich sage dir was sie machen würden….sie würden aufhören uns zu produzieren..genau so und nicht ander sieht es aus…”, “Es wurde damit angefangen und wer weiß, wie es sich entwickeln wird..es gibt so viele Wege, die die Zukunft für uns bereithalten kann. Doch ich meinerseits kämpfe gern für eine bessere Welt.” entgegnete ihm Theodor. Cetheus verschränkte die Arme: “Das ist lieb aber ich verlasse mich nicht drauf weil zwei Menschen nicht die Welt sind und ich meinen Platz kenne und auch nur in diesem bestehen kann.” Der alte Mann verfiel in leichte Melancholie. “Jeder von uns wird wohl weiterhin versuchen das Beste aus seiner Situation zu machen, mein Freund und wenn ich Ihnen helfen kann, werde ich das gerne tun und Sie sind bei mir immer willkommen. Das versichere ich Ihnen.”

Ein kleiner Huster entfuhr seiner Lunge. “Nun..wenn Sie mir helfen wollen, dann nehmen Sie mich auf falls ich vor die Tür gesetzt werde und nun endschuldigen Sie mich..ich wurde gerade gerufen…” Theodor räusperte sich und erhob sich. “Das werde ich gern tun, werter Freund.” , “Danke” sagte der Furry und hastete ohne ein weiteres Wort zu Tür hinaus. Dieses Gespräch war zuviel des Guten gewesen. Der alte Mann brachte noch ein “schönen Abend” heraus, doch Cet hörte es wohl nicht mehr. Es war eine seltsame Freundschaft, doch sie hatte sich entwickelt. Ein Furry, der sich mit seinem Schicksal abfand und ein alter Mann, der von einer besseren Welt träumte. Es wirkte irgendwie grotesk.

Durch Feuer erhitzte Gemüter

Noch eine Weile saß er in der Wohnung, doch lange hielt er es nicht aus. Theodor zog sich den Mantel über, setzte den Hut auf und steckte sich eine kleine Rose ans Revers. Die Luft war angenehm kühl und er erhoffte sich einen klaren Kopf zu bekommen.

Als er um die Ecke ging, stieg ihm ein seltsamer Geruch in die Nase. Irgendetwas brannte. Es war nicht der Geruch von brennenden Tonnen. Es mußte etwas anderes sein. Theodor stutzte. Brannte da etwa ein Haus? Die Schritte des alten Mannes wurden schneller und führten ihn Richtung Tankstelle.

Dicke Rauchschwaden krochen über den Asphalt. Er hielt sich den Ärmel vor die Nase. Durch den rauchigen Nebel erkannte er den Einsatzwagen der Feuerwehr. Nicht weit entfernt prasselte das Feuer.

“Man Chief. Gib mir eine Ausrüstung und ich helf verdammt nochmal.” hörte er es brüllen. Etliche gafften wie eine Meute Paviane herum. Der Polzeichief rannte mit dem Schlauch in die Feuerhölle hinein und gab sein Bestes der Walze Einhalt zu gebieten.

Es war erstaunlich wie schnell er es schaffte den Brand zu löschen. Theodor war beeindruckt. Vielleicht war er auch nur in den letzten Minuten gekommen. Es zählte nur, dass das Feuer endlich gelöscht war. Erleichtert nahm Sir Gausman die Maske vom Gesicht. Eine Frau meckerte herum. Sie schien wohl das Opfer des Brandes gewesen zu sein.

Fragend tippte Theodor auf die Schulter seines Freundes, der ebenfalls in der Nähe stand: “Wie ist denn das hier passiert, werter Freund?” flüsterte er. “Keine Ahnung aber es war ein tolles Spektakel.” entgegnete Cet. Theodors Nachbar aus der oberen Etage stieß unerwartet zu der Gruppe. Irgendetwas ließ er noch verdächtig in seiner Tasche verschwinden, doch der alte Mann konnte es nicht genau erkennen.

Eine Meldung, die er in der Nähe hörte, zog seine Aufmerksamkeit auf sich: “Florian Bronx ….. Rückmeldung Einsatzstelle after dark club ………. Feuer aus ……. suchen weiterhin nach Glutnestern…” Dann wandte sich eine Stimme an den Nachbarn von Theodor. “Was hast du denn da grade versteckt???”, “Ich?” antwortete er mit Unschuldsmiene. “Nein der Feuerwehronkel hinter dir. Sicher du. Los sags schon!” kam die Frage, aber der Neko blieb ruhig: “Also erstens solltest du mal ganz leger bleiben und zweitens muss ich mich dir gegenüber nicht rechtfertigen was ich wo hingetan habe.”

Der alte Mann musterte die Situation mit verhaltener Miene. Er konnte nur rätseln was das alles zu bedeuten hatte. Es war ihm nicht ganz geheuer. “War das vorhin nicht ein rußverschmiertes Feuerzeug???” fragte die Lady. Der Neko musterte Janina argwöhnisch. “Nein, selbst wenn, müsste ich dir bestimmt keine Rechenschafft schulden.” antwortete er. Hinter Theodor erklang etwas harsch die Frage: “Sir wer ersetzt mir nun den Wasserschaden an meiner Tankstelle und am Auto?”

Sir Gausman verstaute gerade die Atemflasche im Wagen. “WASSERSCHADEN?!” entfuhr es ihm. Die Dame entgegnete: “Gegen Feuer war ich versichert aber ned gegen Wasser.”, “Sie haben wegen Feuer keine Tankstelle mehr.” meinte der junge Mann hinter der Lady. Sir Gausman mußte sich innerlich zusammenreißen. Er hatte gerade die Stadt vor einem Brand gerettet und diese Frau hatte nichts Besseres zu tun, als sich zu beschweren.

Währenddessen hatte man den Neko daufo als möglichen Täter im Visier und man versuchte das ominöse Feuerzeug aus seiner Tasche zu holen. Janina beharrte auf ihrer Beobachtung und wurde sichtlich wütend. Sie warf ein, dass der halbe Club durch den Rauch und die Hitze beschädigt war. Den Neko interessierte das herzlich wenig. Hitzige Worte wechselten zwischen beiden Parteien.

Die Chefredateurin der Zeitung gesellte sich während des Wortgefechts zu der Tankstellenbesitzerin und dem Polizeichefs und wartete auf die Gelegenheit eines Interviews. “Miss,..verzeihen Sie aber darf ich Ihnen ein paar Fragen stellen?”, “Mir??” fragte sie ungläubig. “Ja Ihnen,..Sir Gausman kann ich dann noch befragen.” Lady Kyoko lächeltet frech zum Chief, der ihr zu verstehen gab, dass er erstmal den Wagen wieder klar machen müsse. Er wünschte einen schönen Abend und fuhr davon.

“Verzeihen Sie ich werde mich Ihnen wohl einmal vorstellen,..meine Name ist Kyo, ich bin von der bronxx Planet, das ist die einzige Zeitung in Bronxx. Wären Sie bereit Miss?” erklärte die Chefredakteuerin. “Gut dann lassen Sie uns reingehn.” entgegnete die Dame.

Inzwischen eskalierte der Streit zwischen dem möglichen Brandstifter und den Anklägern. Es war nur noch ein Frage der Zeit bis die Waffen ins Spiel kamen. Theodor sah sich das Ganze mit großer Sorge an. Etliche Beleidigungen wechselten die Besitzer, als Cet an die Gruppe herantrat. “Was ist den hier los? Gibt es Probleme?” Drohungen fielen und der Furry sagte ernst: “Ich bin dennoch der Meinung hier wird niemand niemanden weh tn und ihr geht nun alle friedlich auseinander.” Der Neko, der beschuldigt wurde, warf ein: “Ich muss mir keine Sachen von diesem blassen Fritzen unterstellen lassen.”, ” Ja hier wird niemand was unterstellt…worum geht es ueberhaupt?” fragte Cetheus.

“Es geht darum das dieses Bleichgesicht meint ich wäre der Brandstifter.” Daufo deutete dabei hinter sich.” Die eine Lady sagte: “Nun mal ganz ruhig erstmal überhaupt feststellen obs nur Sachschaden ist.” und der alte Mann wagte es sich vorsichtig einzumischen: “Werte Damen und Herren, bitte beruhigen Sie sich und lassen Sie um des Friedens willen uns ruhig verhalten.” Er seufzte. Daufo gab ihm zu verstehen, er solle sich lieber fern halten. Cet sah in die Runde: “So und wieso wird hier behauptet, dass er der Brandstifter ist?” Der Furry holte seine Marke heraus: “Ich arbeite bei der Polizei und hier tut keiner keinem was solange ich hier bin.”

“Deine Marke bringt allerdings ohne Uniform nicht viel.” entgegnete jemand aus der Gruppe und die Drohungen untereinander verschärften sich. Cet ließ sich nicht davon beeindrucken. “Es spielt wohl keine Rolle ob ich meine Uniform anhabe oder nicht. Ich hab ja auch noch ein privates Leben..” schnaubte er zurück. “Ja bei den meisten in der bronxx aber schon wenn nen Cop keine uni trägt hat er ihrer Meinung nach dann nix mehr zu sagen.” warf die Dame ein. “Ihre Meinung, aber ich zeig ihnen gerne mal wie viel Staatsfewalt ich auch ohne Uniform noch habe.” Cet war sichtlich sauer.

Ein Auto fuhr gerade auf die Kreuzung zu auf der die Gruppe fröhlich flanierte und ihren Beleidigungen schwelgte. “Was soll denn diese Ansammlung hier? Macht die Straße mal frei, sonst wird hier mal eingekerkert was den Verkehr stört.” tönte es aus dem Auto. “Officer ein Problem hier? ” fragte er. “Ja hier hitzt sich gerade so ziemlich alles hoch. Sowie ich das sehe, wird der Herr hier bedroht von den Damen” erklärte Cetheus. Theodor seufzte leise und blieb einige Meter entfernt auf Sicherheitsdistanz.

Der Fahrer des Wagens stieg aus und wandte sich an die streitenden Parteien. “Haben die Damen mit dem Mann ein Problem?” Mel fixierte Ariane direkt, die gerade Daufo warnende Worte zuwarf. ” Ma’am drohen sie diesen Mann gerade?” Sie lächelte nur. Cet bestätigte die Frage: “Und ob sie das tut Sir.” Die Dame erwiderte: “Ach was rede ich mit Dummköpfen. Ist reine Zeitverschwendung.” Mel sah ernst in die Runde: “Die Damen verschwinden besser bevor ich sie allesamt inhaftiere wegen Erregnis öffentliches Argernisses ,Drohnungen gegenüber einen Bürger und mehr.”

Es fielen noch ein paar kleine Beleidigungen. Theodor zog es vor sich zurückzuziehen und verabschiedete sich leise. “Würden die Damen jetzt gehen? Ansonsten nehm ich sie auch gerne mit ins Revier.” hörte der alte Mann seinen pelzigen Freund noch sagen. Die angespannte Situation schien sich aufzulösen und Theodor ging erleichtert nach Hause. Er stülpte den Hut über die Vase, setzte sich aufs Sofa ohne den Mantel auszuziehen. Der alte Mann hatte ereignisreiche Stunden hinter sich. Ohne dass er es wollte, nickte er ein.

Übermut tut selten gut

Als der alte Mann erwachte und zu seinem Ofen schlurfte, spürte er immer noch den Schmerz in seinem Arm. Vor einigen Stunden hatte er sich im Armdrücken mit Sir daufo versucht und er brummte missmutig vor sich hin.

Er versuchte sich an das gestrige Geschehen in seinen Einzelheiten zu erinnern, doch seltsamer Weise lag ein kleiner Schleier über den Erinnerungen. War da nicht ein merkwürdiger Herr gewesen, der sich mit Sir daufo angelegt hatte? Theodor rieb sich die Müdigkeit aus den Augen und füllte die Kanne mit Wasser.  Was hatte es mit dieser seltsamen Begegnung nur auf sich?

Soweit er sich erinnern konnte, hatte diese dunkle Gestalt sich eine Verletzung zugefügt, die innerhalb von Sekunden wieder heilte. Dieser Mann war sich eindeutig seiner Überlegenheit bewußt und scheute sich auch nicht es offen preiszugeben. Zum Glück war die Situation nicht eskaliert, wie Theodor befürchtet hatte. Kopfschüttelnd setzte er die Kanne auf den Herd. Theodor war sich sicher, dieses seltsame Wesen, das Nekos nicht leiden konnte, würde er wiedersehen.

Der rothaarige Mann, der eindeutig einen über den Durst getrunken hatte, fand die Angelegenheit sehr belustigend. Sir Victore oder so ähnlich, hieß er. Ein würziger Geruch stieg Theodor in die Nase als er das Glas mit der Teemischung öffnete. In Gedanken versunken, hielt er beim Hineinschütten in das Sieb inne. Irgendwie machte er sich Sorgen um diesen fremden Mann. Er sah recht krank aus und hatte viel gehustet, aber in seinem alkoholisierten Zustand, nahm man das irgendwie nicht so recht ernst.

Eine Dusche hatte er sich gewünscht und im Fightclub bekommen. Sein Gebaren war natürlich seinem Zustand entsprechend. Eine der beiden Damen hatte wohl genauso viel getrunken. Im Fightclub schienen generell viele ein und auszugehen. Irgendwie war Theodor unbehaglich zumute in dieser sonderbaren Gesellschaft.

Er erinnerte sich noch, Sir daufo hatte ihm den Club gezeigt, unter anderem den Ring. Hier wurde also gekämpft ähnlich wie beim Boxen, nur ohne Handschuhe. Theodor hatte sich vorgestellt, als Hempfling vor einem trainierten Mann im Ring zu stehen und wieder durchfuhr ihn ein Schauer.

Abgesehen vom Ring in der Mitte, stand noch ein Becken mit Schlamm an der Seite. Zum Schlammcatchen, so wurde ihm erklärt.  Theodor schmunzelte innerlich. Ein Schlammbad für die Gesundheit kombiniert mit ordentlich Bewegung. Was wollte man mehr?

Ein Tisch mit zwei Hockern hatte seine Aufmerksamkeit geweckt. Der alte Mann hielt sich wieder den Arm fest, als er an diese schmerzliche Erfahrung dachte. Dreimal Armdrücken mit einem jungen Mann waren auf seine alten Tage eindeutig zuviel gewesen.

Er stöhnte leicht und g0ß das Wasser über das Sieb mit den Kräutern. Im hinteren Teil des Clubs waren einige Räkelmöglichkeiten wohl überwiegend für die holde Weiblichkeit aufgestellt. Selbst Theodor konnte sich diesem hübschen Anblick nicht entziehen. Er räusperte sich und hatte fast das Wasser verschüttet, als er sich wieder dabei ertappte wie er in Gedanken den langen schönen Beinen der Dame nachhing.

Nicht weit von den Stangen entfernt, baumelte ein Sandsack von der Decke. Eine der Trainingsmöglichkeiten um fitter zu werden, so hatte es Sir daufo ihm erklärt.

Der alte Mann hob in seinen Erinnerungen schwelgend die Teekanne an und tippelte in kleinen Schritten zum Wohnzimmertisch. Er hatte doch tatsächlich das Angebot angenommen seine Fitness zu trainieren. Theodor seuftze laut, als er sich in den Sessel fallen ließ. Aber das war doch eines der Dinge, nach denen er gesucht hatte – etwas Neues auszuprobieren. Er rieb sich den Arm. Wenn neue Erfahrungen solche Unannehmlichkeiten mit sich zogen, was sollte das nur werden?

Theodor blubberte kleine Luftblasen in den Tee hinein, wie er es gern früher als Kind getan hatte. Das war eines der Anzeichen, wenn ihm die Sorge über seine übermütigen Aktionen im Nacken sass. “Nun, muss ich da durch.” stellte er entschlossen fest und fixierte mit funkelndem Blick die regungslose Zimmerpalme.

Sportlicher Ehrgeiz und neue Freundschaften

Theodor zog sich seinen neuen Trainingsanzug an und wickelte den Schal um seinen Hals. Heute würde er sich durchringen etwas Sport zu treiben.

“Guten Tag” sagte er schnaufend, als er um die Ecke joggte und der Lady Ady begegnete.  Er war gerade mal vielleicht einhundert Meter von seiner Wohnung entfernt, da ließ sich auch schon erschöpft auf der Parkbank nieder. Er hustete etwas und die Lady kam besorgt auf ihn zu. “Geht es Ihnen gut?”, “Hm.. ja, ich hab es wohl etwas übertrieben. Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal Sport gemacht habe.” gab er mit einem letzten Huster zu verstehen.

Adelle lächelte ihn freundlich an: “Nun .. verstehen Sie mich nicht falsch … also …. vielleicht .. ich weiss ja nicht wie alt sie sind aber ab einem bestimmten Alter .. bin ich fast sicher sollte man derlei Sportarten nicht mehr ausüben.” Theodor schmunzelte: “Ich bin 68 Jahre alt und für ein bisschen Bewegung ist man nie zu alt, sage ich mir. Ich muss es nur langsamer angehen.” Er seufzte ein wenig. Lady Ady war etwas in Sorge, dass sie ihm vielleicht etwas zu nahe getreten sei, doch er versicherte ihr, dass es nicht der Fall war.

Sie unterhielten sich noch einwenig über den Fightclub, wie Theodor letzte Nacht dort sich umgesehen hatte und sie selbst sich kaum noch erinnern konnte, da sie etwas mehr getrunken hatte, als gut für sie war. Im Verlauf des Gesprächs kamen sie auch darauf zu sprechen, was sie hierherverschlagen hatte. “Sagen Sie, was machen Sie in New York? Es gibt sicher schönere Orte an denen man seinen .. verzeihung … Lebensabend verbringen kann nicht wahr? Ich möchte gerne irgendwann raus hier, aufs Land und dort in Ruhe und Frieden leben … ohne diesen Stadtstress.”

Der alte Mann blickte melancholisch auf das Wasser des Springbrunnens. Er seufzte kurz und begann zu erzählen: “Auf dem Land habe ich nur Schmerz und Kummer erfahren, ich will es hier wieder vergessen. Hier wurde ich geboren und hier will ich sterben.” Die Lady schluckte bei dieser offenen Antwort. “Nun ja, verstehe. Bei den einen ist es so, bei den anderen so … und Schmerz .. erfährt jeder im leben, früher oder später. Ob körperlich oder seelich nicht wahr. Es ist immer schwierig das Leben …. und es wird einem nichts geschenkt.”  Theodor grunzte etwas missmutig über die Vergangenheit: “Da geb ich Ihnen recht. Überall geschieht Unerwartetes. Ich hoffe wenigstens, ich bleibe etwas verschont davon. Vor einigen Wochen starb meine liebe Frau. Solch ein Schicksal wünsche ich keinem.” Der alte Mann rückte seine Brille zurecht. Er hatte sichtlich mit den Tränen zu kämpfen.

Adelle senkte ihren Blick zu Boden: “Das ähm .. das tut mir wirklich leid. ” sagte sie leise und mit leicht rauher Stimme. “Ich verstehe sehr gut wie Sie sich fühlen, es ist schwer und man hat das Gefühl nicht mehr auf die Beine zu kommen. Wissen Sie mein Vater starb vor 5 Jahren bei einem Einsatz, ich dachte ich würde mit ihm weggerissen werden.” Sie verstummte und starrte auf das Wasser. Theodor nickte traurig: “So haben wir alle haben unser Päckchen zu tragen.”

Theodor fiel auf, dass er sich noch nicht vorgestellt hatte und es war eine willkommene Gelegenheit das Thema zu wechseln. “Liebe Lady, also mein Name ist Theodor Lenz..aber Sie dürfen mich ruhig Theodor nennen. Ich glaube, ich hab mich noch nicht vorgestellt.” Adelle wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Gesicht und sah ihn an: “Freut mich sehr Theodor … mein Name ist Adelle, aber nennen sie mich doch bitte Ady, das gefällt mir viel besser. Ich frage mich noch immer was sich meine Mutter bei dem Namen gedacht hat.” Sie lachte leise und versuchte die Situation etwas aufzuheitern.

Theodor erschrak kurz  als er den Mann vom letzten Mal sah, von dem er nicht wußte was er wohl war. “Alles in Ordnung?” Adelle runzelte die Stirn und sah dem Mann hinterher. ” Ähm ja, ich kenne diese Person nur vom letzten Mal und er war mir nicht geheuer” Theodor räusperte sich: “Nnun freut mich Sie kennenzulernen..Ady. Obwohl..hm..A-d-e-l-l..” Er betonte den Name in melodischem Stil. “Der Name klingt doch sehr schön.” Die Lady lachte und sah ihn an: “Nun ja .. wenn Sie es sagen ganz sicher.”

“Ich fand meinen Namen schrecklich. In meiner Jugend trug ich als Einziger diesen altbacken klingenden Namen.” Er murrte leise und Adelle konnte sich ein Kichern nicht verkneifen.  “Sehen Sie aber Theodor .. hört sich doch eigentlich ganz toll an .. wissen sie mein Bruder heisst Paul und auch er war nie sehr erfreut über seinen Namen .. ich glaube so tragen wir alle etwas mit uns was uns nicht gefällt.” Der Mann rieb sich mit dem Finger unter die Nase. “Hm..ja so ist das.” seufzte er.

Sie lächelte, setzte sich so neben Theodor, dass er sich ansehen mußte und betonte den Namen mit viel Gefühl: “Theodor ….. sehen Sie, garnicht so schlimm oder?” Er blickte sie mit einem Lächeln in den Gesichtszügen an. “Danke.” Doch lange konnte er den Blick nicht halten und schaute verlegen nach unten. Adelle löste ihren Blick, sie wollte ihn nicht noch mehr in Verlegenheit bringen. “Sehr gerne.”, “Es ist kommt mir vor, als wäre es schon Jahre her, dass ich meinen Namen auf so liebliche Weise hörte.” Theodor fühlte wie es in seinen Ohren rauschte. Innerlich bereute er es schon, dass er diesen Satz nachgeschoben hatte. Lady Adelle errötete und schob ihre Haare vors Gesicht, damit es nicht so auffiel. Mit einem Schmunzeln sagte sie: “Nun .. wenn Sie möchten sage ich es … gerne öfter.” Der alte Mann zog die Mundwinkel hoch und flüsterte: “Gern. Sehr gern.” Er preßte grinsend seine Lippen zusammen und wirkte etwas steif.

“Ähm…aber auf dem Land ist es wirklich sehr schön. Ihnen würde es dort gefallen.” sprudelte er plötzlich heraus.” Adelle blickte nachdenklich zu ihm und nickte: “ja ich weiss .. ich bin auf dem Land geboren .. und irgendwie zieht es mich doch immer wieder dorthin … es ist fast wie … Magie  Es verzaubert mich immer wieder aufs neue wenn ich aus der Stadt rauskomme, die weiten felder und Wiesen, die Berge, die Ruhe dort.” Ady schaute mit glänzenden Augen verträumt vor sich hin. Theodor berichtete von seinem kleinen Häuschen auf dem Hügel am Rand der Kleinstadt und von dem Anschlag, der die Stadt zerstört hatte.

Da gesellte sich Victore zu ihnen, der junge Mann, dem es wohl noch immer nicht besser ging. “Ich hoffe ich hab euch nicht gestöhrt?”, “Nein, nein..machen Sie sich keinen Kopf.” Theodor lächelte etwas aufgesetzt.Victore setzte sich auf die Bank und kramte in seiner Tasche nach einer Packung Taschentücher.

Theodor erfuhr, dass Ady dem jungen Mann einen Job angeboten hatte. Doch was es genau war, da fragte er nicht weiter nach.”Fang an wenn du dich danach fühlst .. es ist nicht so eilig” sagte die Lady zu Victore. Er nickte stumm und hustete leise. Als er noch eine Packung Medikamente, eine Flasche Wasser und die Zigarettenschachtel auf seinen Schoß gelegt hatte, erklärte er: “Ja da bin ich auch froh drueber..ich hatte schon Angst ich bekomme hier nichts.”, “Ja, ohne Geld kommt man in dieser Stadt nicht voran. Und ich freue mich für Sie” Theodor blickte zu dem jungen Mann, der daraufhin wieder stumm nickte und damit beschäftigt war zwei Pillen mit der Flasche Wasser hinunterzuspühlen.

 “Ach du hättest sicher auch was anderes gefunden .. ich hatte nur Glück, dass ich dir die Stelle gleich aufdrängen konnte.” Sie grinste und zwinkerte Victore zu. “… wie schaut es bei ihnen aus Theodor?”, “Hm..im Moment habe ich noch nichts so recht gefunden. Ich wollte mich bei der Zeitung vorstellen, aber es hatte sich noch nicht ergeben. Ich bin noch recht unschlüssig.” antwortete er. Adelle nickte Theodor zu: “Das wird schon …. ich kenne die Chefredakteurin … wenn sie wollen, spreche ich sie einmal darauf an”. Victore zündete sich derweil eine Zigarette an, die einen erneuten Hustenanfall produzierte. Eilig hielt er sich den Schal vor den Mund. “Hm Victore das … hört sich wirklich nicht gut an, du solltest vielleicht doch mal einen Arzt aufsuchen … ich meine nicht das du dir ne Lungenentzündung holst.”

Victore stand auf und verstaute seine Sachen in der Tasche: “Ja ist wohl besser..”, “O das sollte aber doch keine Aufforderung sein zu gehen” antwortete sie lächelnd. Er meinte aber es wäre besser mal vorbei zu schauen und Adelle nickte nachdenklich zu. Das Gespräch drehte sich noch eine Weile um die kalten Tage in der BronXX und dem Schwärmen für warme Sommertage, als der junge Mann unverrichteter Dinge zurückkehrte. Kein Arzt weit und breit. Theodor war entsetzt über die Zustände in dieser Stadt. “Nun ja also .. ich könnte dich untersuchen. Allerdings habe ich nicht viel Ahnung von Humanmedizin.” Victore antwortete: “Ich geh auch zu einem Tierarzt wenn es sein muss, besser als morgen unter der Erde zu liegen.”,  “Da hast du recht. Also ich würde das machen … dann sollte wir aber aufbrechen. Was ist mit ihnen Theodor? Auch den Drang von einer hübschen Forscherin untersucht zuwerden? fraget sie leise lachend und zwinkerte ihm zu. “Kleiner Scherz.” Vctore ermunterte Theodor mitzukommen. “Sir…kommen sie ruhig mit..das ist in ordnung fuer mich.” Theodor murmelte etwas in sich hinein: “Eine Tierärztin..eine schöne Aufgabe” und blickte dann zu den Beiden: “Hm..ja gern..ich komme mit.”

Adelle grinste: “Nein .. auch keine Tierärztin. Ich bin Forscherin, eigentlich Chemikerin aber ich kenne mich ein wenig in der Medizin aus. Theodor konnte sich darunter nicht viel vorstellen eine Chemikerin mit medizienischen Ambitionen. Eine seltsame Kombination, wie er fand. Er schluckte etwas. ” Keine Sorge.” sagte sie sanft.  “Kommen Sie, dort ist es warm und ich mache einen Tee.” Für einen Tee war Theodor immer zu haben und sein Gesicht hellte sich auf, als er die Einladung erhielt.

Einladung zum Tee

Als die Drei oben im Wolkenkratzer angekommen waren, bereitete Adelle alles für die Untersuchung vor und kümmerte sich um den Tee. Vic sass indessen auf der Liege und hatte sich wie gewünscht obenrum freigemacht.

Mit einem Tablett kam sie wieder und begann mit dem Stetoskop Victore abzuhorchen. “Nun bitte ein paar mal tief ein und ausatmen Victore”, “Ja in Ordnung* sagte er und atmete ein paar mal so tief ein und aus wie er nur konnte. Adelle hörte aufmerksam hin und fast sofort war das Rasseln in der Lunge zu vernehmen, das nur eines bedeuten konnte. “Nochmal bitte.” sagte sie leise um sicher zu gehen. Sie seufzte und nahm das Gerät aus den Ohren. Als sie es auf den Tisch legte, erklärte sie:  “lso .. ich kann gerne noch weiter abhören aber ich als nicht Ärztin komme zu dem Ergebnis das du .. dir eine Lungenentzündung eingefangen hast. du musst augenblicklich mit Antibiotika behandelt werden .. Penecillin.”, “Das vertrage ich nicht *sagte er matt und ernüchtert über die Diagnose. Adelle atmete tief durch: Das hatte ich befürchtet …. ich telefoniere kurz, zieh dich bitte wieder an ja.” Victore nickte und zog sich wieder an, als Adelle telefonierte.

Theodor konnte nicht genau verstehen, was sie sagte..irgendetwas von Klinik..und Bettruhe, aber sicher war er sich nicht. “Wird es ihm bald besser gehen oder ist es wirklich schlimm?” fragte er vorsichtig, als sie ein Rezept ausschrieb. Adelle Collas schaute zu Theodor, sie lächelte doch ihr Blick veriet etwas anderes: “Ich denke wenn er sich an die Verschreibung hält wird es ihm bald besser gehen .. aber er sollte ins Krankenhaus .. mit einer Lungenentzündung ist nicht zu spassen …. und ich bin nicht so gut ausgestattet hier das ich ihn behandeln kann .. ich kann ihm nur ein Medikament verschreiben” Sie seufzte, unterschrieb das Rezept  und lud die Beiden zum Tee in ihr Büro über dem Labor ein.

Victore hustete nochmal leise und lehnte sich gegen den Tisch. Er konnte es nicht fassen wieder krank zu sein, wo er doch erst vor einem Monat eine Grippe ausgestanden hatte. Theodor sah ihn besorgt an: ” Seit wann haben Sie die Symptome schon? “Vorgestern fing es an. ber da hatte ich keine zeit..da habe ich meine sachen gepackt….ich bin doch gestern frisch eingezogen” erklärte er. “Na, dann ist es gut, dass Sie Lady Ady gefunden haben, wo es in dieser verrückten Stadt wohl keine Ärzte gibt.”, “Ich habe keine Ahnung wie ich das überleben soll.” nuschelte er eher vor sich her mit einer tiefen Besorgniss in seiner Stimme. Theodor meinte: “Hm..eine Krankenschwester wird es doch wohl geben, die Sie pflegen kann, wenn Sie in die Klinik gehen.” Er hob die Augenbraue und war fassungslos über die Zustände.

Adelle nickte beiden zu, ging zur Tür und öffnet diese: “Gehen wir nach oben Gentleman, dort ist es warm und der Tee steht bereit.” Sie holte den Tee und kümmerte sich rührend um ihre Gäste. Für Victore holte sie noch eine Decke. “Ich fass es nicht…es tut mir so leid…das ist auch der Grund warum ich keine arbeit behalten habe und das Studium nur mit Mühe und Not beenden konnte” entfuhr es Vic. Theodor rührte leicht verträumt in der Tasse herum und erschrak kurz bei diesem Kommentar. “Also .. Victore” sagte sie mit einem breitem Lächeln auf den Lippen. “Pneumonie, das bedeutet Lungenentzündung in unserer Sprache. Damit ist nicht zu spassen und eigentlich muss ich dich in eine Klinik bringen …. Dir muss hier garnichts leid tun … mich würde nur interessieren warum du so häufig krank bist und dein Immunsystem so geschwächt ist.”

Vic seufzte leise: “Das ist eine lange Geschichte. “ie soll ich sagen….kann ich Sie dann als behandelnde Ärztin ansehen? Mit Schweigepflicht und so…” , “Ja .. das kannst du. Ich werde mich so gut es geht kümmern das verspreche ich. Nun ich sage es so, alles was in diesen Räumen besprochen wird bleibt auch in diesen Räumen.” Vic hustete und rutschte mit dem Kopf auf die Lehne als er die Augen halb schloss. “Danke…ich..will nicht gleich in dieser Stadt Aussenseiter sein….das hatte ich auf der UNI schon genug” erklärte er. Theodor setzte die Teetasse ab: “Ich für meinen Teil schweige, darauf gebe ich Ihnen mein Wort. Aber wenn Sie es unter vier Augen ihr anvertrauen möchten, gehe ich natürlich sobald ich den Tee ausgetrunken habe.”

Der junge Mann schüttelte den Kopf. “Schon in Ordnung..bleiben sie aber stecken sie sich nicht bei mir mit der Lungenendzündung an. Ich bin ein wandelnder Pazielenherd” sagte er leise und hustete in die Decke hinein. Theodor rutschte  etwas besorgt auf seinem Hintern herum. “Und ich für meinen Teil bin recht anfällig.” Seine Teetasse zitterte in der Hand und er nahm einen größeren Schluck um sich zu beruhigen. “Das tut mir leid…*sagte Victore leise. “Aber ich bin zähMeine erste Nacht in dieser Stadt war im Freien und bei dieser Kälte..ich habe mir nichts weggeholt.” fügte Theodor noch hinzu und nippte ein weiteres mal an seinem Tee.

Dann rückte Vic mit der Wahrheit heraus, als er sich den Schweiß von der Stirn wischte: “Ich bin AIDS krank..Mit 19 Jahren habe ich es bekommen.” Adelle war im ersten Moment leicht geschockt, fasste sich jedoch wieder und schaute ihn an: “Das tut mir sehr leid.” Die Augen des alten Mannes waren mit Trauer erfüllt. “Das macht nichts..die Medikamente sind schon recht gut dagegen..waren sie ja schon immer… nur die Begleiterscheiungen sind nervig..Grippen und so ein Zeug.” Vic hustete erneut. “Ja .. das Immunsystem ist stark geschwächt, jeder kleinste Infekt ist gefährlich .. ich kenne mich ein wenig aus. Das Lagerhaus ist kein geeigneter Wohnort wenn ich das mal so sagen darf.” entgegnete Ady. “Aber ich kann es bezahlen.*nuschelte Vic durch seine Decke hindurch. Adelle bot ihm an bei ihr zu bleiben um sich auszukurieren.

Vic war etwas verwirrt: “Also nicht ins Krankenhaus?”,”Da sollten wir dennoch hin.” Theodor brummte über den Tassenrand hinweg: “Ja, der Meinung bin ich auch.” Erneut machte sich die Sorge in ihm breit, er könnte sich anstecken. Adelle seufzte, beobachtete die beiden eine Weile und sagte dann leise: “Ich kann Ihnen einen Vitamincocktail mixen Theodor … das härtet ab.” Theodor nahm das Angebot nur allzugern an. Die Lady lächelte: “Ja es hilft .. und Victore bekommt auch gleich einen … bin sofort zurück.”, “Ach Sir..sie werden mit Sicherheit noch sehr sehr alt…” Vic lächelte ihn an und fühlte sich schuldig ihm so eine Angst zu machen. “Ich hoffe es..ich hoffe es…so jung wie ich noch bin, ich habe noch soviel vor.” Seine Augen leuchteten bei diesem Satz.

Die Lady kam nach einer Weile mit zwei Gläsern in der Hand zurück und Theodor musterte den Inhalt neugierig. Wohl ein Orangensaft mit Vitaminzusätzen, vermutete er. Er schluckte den Saft hinunter und war irgendwie erleichtert, als wäre es eine Wundermedizin.

Sie setzten das Gespräch von der Parkbank fort. Vic bekam nichts mehr mit, er war bereits eingeschlafen. “Nun, die Forschung ist Ihr Traumjob..hm..ich dachte immer es wäre das Familienunternehmen meines Vaters..hm..”, “Nun ja .. ich kam aus … aus Yale hier her, vor ein paar Wochen. Ich ähm … ich arbeitete dort in einem Konzern der es mir ermöglichte eine Menge Geld zu verdienen, leider ging das ganz etwas anders aus als ich erwartet hatte …… und deshalb bin ich nun hier, und habe mein eigenes kleines Labor, ein eigenes kleines Büro und ein hübsches Haus …… und doch kann ich nicht behaupten glücklich zu sein.” Sie wirkte bei den letzten Worten leicht abwesend und mit traurigem Blick sprechend schaute sie an die Decke. ” Was … hat denn ihr Vater gemacht?”

“Er hatte einen kleinen antiken Laden nicht weit von hier. Er baute alte Uhren und Spielzeug zum Aufziehen.” Adelle war mit einem Male begeistert. “Das hört sich wunderbar an, ich liebe Handgefertigtes … es ist als wenn man in eine andere Zeit versetzt wird … wie in einem kleinen Paradies .. diese Geschäfte verzaubern mich.” Theodor stimmte zu. Er erzählte, dass er es gelernt hatte und in der kleinen Stadt auf dem Land auch solch einen Laden besaß. “Aber die meisten Kunden kamen nur übers Internet.” warf er traurig ein. Er war sich wirklich unschlüssig, ob er das Geschäft auch in dieser Stadt neu eröffnen sollte. Zu sehr belastete ihn die Erinnerung, die damit verknüpft war.

Adelle verstand ihn und philosophierte kurz über das Internet, bis sie dann fragte: “Was war ihr … ihr steckenpferd?”, “Mein Steckenpferd…hm..” Theodor überlegte “Ich habe Schneekugelspieluhren gebaut..und sie nur verkauft, wenn jemand mich wirklich überzeugen konnte sie herzugeben. Sie waren mein Schatz. In einem kleinen Museum in der Stadt konnte sie jeder besichtigen.” antwortete er. Lady Adelle bekam leuchtende Wangen und hörte aufmerksam zu, fast wie ein kleines Kind das zum ersten Mal ein Stück Schokolade probiert. “ch liebe sowas … wie gesagt es versetzt mich in eine ganz andere .. ganz eigene welt … voller fantasie und seltsamer gestalten …. es ist faszinierend.  Sie müssen wirklich ein Künstler sein.”

“Ich konnte im Grunde mein Leben lang dass machen was ich immer wollte..meine Frau kam aus reichem Hause und wußte ganz genau, wie man meine Kleinode zu Geld machte..ach ja..sie war eine richtige Geschäftsfrau..oh verzeihen Sie wenn ich hier so schwärme..hm..ja..ich glaube ich bin sowas wie ein Künstler..” er seufzte in seinen Überlegungen vertieft. “Oh Sie müssen sich keneswegs entschuldigen … es fasziniert mich .. und der Blick in ihren augen verrät mir leidenschaft … das macht doch einen wahren Künstler aus.” Mit einem wehmütigen Blick antwortete er: “Ich werde sicherlich bald wieder meine Leidenschaft neu entfachen..jetzt wo ich alle Spieluhren verloren habe, muss ich sie neu bauen..” Adelle beobachtete ihn fasziniert und hoffe eines Tages ein paar seiner Stücke sehen zu können.

“Haben Sie eine Lieblingsblume?  Oder etwas anderes, was Sie fasziniert?” fragte Theodor neugierig. Die Lady überlegte einen Moment und nickte dann leicht verträumt: “Oh ja …. ich liebe Lilien .. ich weiss man sagt es seien Grabblumen .. ich finde sie trotzdem wunderschön”, “Hm..dann werde ich mir etwas überlegen und eine Spieluhr mit Lilien bauen.” sagte er lächelnd. “Oh Sie müssen sich doch wegen mir nicht …. ich meine natürlich würde ich mich freuen .. sehr sogar.” flüsterte sie ihm leise zu. Theodor entgegnete: ” Ich gebe zu, ich brauchte eine Idee und Lilien sind ein guter Anfang.” Sie bot ihm an, wenn er mehr Idee bräuchte, wäre sie gern bereit. Das Lächeln des alten Mannes verbreitete sich: “Ich werde gern darauf zurückkommen.”

Mitten im Gespräch klopfte es plötzlich an die Tür und Sir daufo trat in das Büro. “Adyyyyyyyyyyyyyyyyyy” grüße er übermütig. “Guten Abend, Herr Nachbar” Theodor setzte ein Schmunzeln auf.  “Halllooooo, Herr Lenz.” entgegnete er und setzte sich in den Sessel. ” Was kann ich für dich tun daufo?!” fragte Adelle. “Nunja ich wollte wissen ob was mit meinem Blut gewesen ist.” Adelle schaute etwas seltsam zu Theodor und wieder zurück zu daufo. Sie versicherte ihm es wäre nichts Auffälliges zu finden.

Daufo erkundigte sich nach Theodors Arm und Ady blickte den alten Mann fragend an. “Ja, dem geht es wieder besser..zum Glück.. Aber dafür kam ich beim Versuch zu joggen zu sehr außer Puste..ich bin wirklich ein Couchpotato geworden.” erwiderte er lachend. Daufo erklärte Theodor, dass sein Angebot ihn etwas zu trainieren nicht Pflicht wäre, doch Theodor meinte es wäre an der Zeit, dass er in Schwung käme. “ja herr lenz dann sagen Sie mir wenn Sie Zeit haben und wir können dann irgentwann mit dem Training beginnen wenn Sie möchten.” Der Neko gab dann Adyzu verstehen, sie solle ruhig offen sagen was sie über sein Blut herausgefunden hatte. Adelle blickte zu daufo zurück: “Oh okay .. also … die Viren vermehren sich … wie die Fliegen …. ist wirklich komisch aber du kannst froh sein das du rechtzeitig hier warst.”

“Sind Sie auch krank, Sir daufo?” entfuhr es Theodor mit fragendem Blick. Er erklärte, dass er von den Kreaturen auf dem Friedhof gebissen wurde. Dem alten Mann sass der Schrecken im Nacken und die Erinnerungen an seine erste Begegnung mit diesen Wesen wurde wieder lebendig. Ady ging kurz fort um sich umzukleiden und daufo erzählte seine Geschichte, die ihm widerfahren war. Zwei von diesen Wesen hatten ihn erwischt, obwohl er sich gut zu verteidigen wußte. Theodor berichtete seine Erfahrungen und welch Glück er gehabt hatte.

Der alte Mann sah mit Schrecken auf die Uhr und verabschiedete von den Beiden. Höflich bedankte er sich für die Gastfreundschaft. Mit einem charmanten Blick und einem Handkuss für Lady Ady verließ er das Büro und machte sich auf den Weg zu seinem Termin, den er noch hatte.

 

Ein neuer Wendepunkt

Es war der 03. Januar 2071, an dem das Leben des alten Mannes wieder eine neue Wende nahm. Er war gerade spazieren und traf auf einige, die er bereits kannte. Sir Victore war ihm noch kurz über den Weg gelaufen, nachdenklich sah er ihm hinterher.

Da wünschte ihm jemand einen guten Abend und Theodor erschrak etwas.  “Ist es auf der Strasse nicht etwas gefährlich zu stehen?” Theodor wich etwas zur Seite. “Ich war gerade im Gespräch, dies hat mich wohl abgelenkt. Bitte entschuldigen Sie.” brachte er hastig hervor. “Sie müssen sich nicht entschuldigen, ich wollte nur höflich sein. Das Wohl der Bürger liegt mir sehr am Herzen!” entgegnete der Mann, den Theodor schon irgendwoher kannte.

“Oh..vielen Dank…dies ist in dieser Stadt ziemlich selten.” Der Mann wunderte sich. “Ach ? hmm… ich dachte es währen alle so.” Der alte Mann räusperte sich und musterte sein Gesprächspartner erstaunt.  War das eine Ausgabe dieser seltenen Art Rosa-Brille-Optimisten? Er hob die Augenbraue und erwiderte seufzend: “Leider ist dem nicht so..ich wurde schon öfter Zeuge von Differenzen auf offener Straße.”, “Ja also in diesem Fall sollte man an die Polizei glauben. Sie wohnen hier in der Stadt ?” fragte der fremde Mann.

“Ja..ich wohne hier seit kurzer Zeit und wenn es zu Problemen kam, war die Polizei hilfreich zu Stelle.” erklärte Theodor mit einem positiven Klang in der Stimme. “Oh fein, das ist gut zu hören, wenn Sie gestatten, mein Name ist “Dee”, es ist schön mit ihnen zu sprechen.” Theodor nickte: “Schön Sie kennenzulernen. Mein Name ist Theodor Lenz.” Mit diesen Worten reichte er ihm die Hand zum Gruße.

Dee nahm den Handschlag freudig an und fragte ihn neugierig: “Sie sind auf der Suche nach etwas ?” Theodor lächelte: “Sind wir das nicht alle? Auf der Suche nach Glück..nach Anerkennung..Erfolg..?” Er schmunzelte und fuhr fort: “Nun, ich war etwas spazieren. Und wenn Sie meinen, ich suchte nach meinem Lebensinhalt..ich gebe Ihnen recht..es wird sich noch ergeben..es gab einige Angebote..und ich überlege noch..dies gebe ich zu.” Der alte Mann war wieder in seinen Erzählrausch verfallen, wie es meist bei neuen Bekanntschaften bei ihm üblich war.

“In dieser Stadt hat mich so einiges schon überrascht..ich hatte überlegt ein kleines Geschäft zu eröffnen..so wie mein Vater es in dieser Stadt tat…einen kleinen antiken Laden mit Uhren..Spielzeug….Nachbauten aus alter Zeit..nun, was soll ich sagen..ich bin nicht sicher..ich habe überlegt bei der Zeitung anzufangen…doch es bot sich noch keine Gelegenheit..” führte er wie in seufzendem Tonfall aus.

“Bei der Zeitung? Sie schreiben wohl gerne Artikel ?” fragte Sir Dee erfreut. ” Ja, ich schreibe gerne..seiner Zeit für Fachzeitschriften..ich war lange Zeit freier Autor für etliche Magazine..nun ja..es ist nicht so wichtig..” murmelte er, als er wieder diesen seltsamen Geruch wahrnahm, den er nur allzu gut kannte: Feuer!

“Sagen Sie brennt es nicht in der Nähe…?” fragte er besorgt und blickte sich nach allen Seiten um. “Das kann ich nicht sagen ich rieche noch nichts, aber ich könnte Ihnen dabei helfen wenn Sie einen Ansprechpartner suchen bezüglich eines Jobs, ich habe hier sehr viele Freunde in der Stadt und wäre sehr froh wenn ich einem Menschen mit viel Erfahrung und Enthusiasmus für die Stadt gewinnen kann.” erklärte Sir Dee, doch Theodor hatte kein Ohr mehr für das Gespräch. “Sir..verzeihen Sie..aber ich bin sehr feinfühlig im Geruch von Feuer.”

Der alte Mann verfiel bereits in leichte Panik und als er Richtung Boston Street sah, schlug er die Hände über dem Kopf zusammen. “Oh nein..meine Wohnung!!!” brüllte er. Dee blieb derweil ruhig: “Warten Sie. Da können Sie nichts machen. Bei Feuer hört es auf. Sie wohnen in diesem Haus?” Theodor zitterte am ganzen Leib. “Es tut mir leid..ich muss dorthin..” schnaufte er noch und rannte wie von Panik besessen Richtung Unglücksstelle.

Sir daufo war schwer verletzt und lag vor dem Haus. Er hustete schwer und hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Rippen fest. Theodor nahm dies nur noch vage wahr. Er hörte die Panik der Leute. “Kann ich irgendwie helfen?” fragte er verzweifelt. Riesige Flammen schlugen um das alte Haus. Die Feuerwehr war schon in vollem Gange dem Feuer Herre zu werden.

Theodor war völlig neben sich und wollte in die Wohnung stürmen. “Meine Sachen…Hannah..meine liebe Frau..” entfuhr es ihm weinend. Er sah völlig verzweifelt auf sein neues Heim und sank auf die Knie. Hinter ihm hustete daufo, der sich mit Rippenbrüchen quälte. Um ihn wuselten die Leute hin und her und versuchten zu helfen. Lady Ari war schon vor Erschöpfung zusammengebrochen.

“Kommen Sie. Sir Sie müssen hier weg.” sprach ihn sanfte Stimme an und versuchte ihm aufzuhelfen. “NEEIIINN…” schrie Theodor und weinte bitterlich. Er wollte hier nicht weg. Der alte Mann blieb steif auf den Knien sitzen. Keine zehn Pferde sollten ihn jetzt hier wegkriegen. Lady Anabell umarmte ihn: “Es wird alles gut hören Sie. Kommen Sie mit bitte. Es ist zu gefährlich hier.” Mit Sorge sah sie die Glut auf den Boden fallen. Theodor atmete schwer: “Nein..ich kann nicht..nicht schon wieder. Mein Leben steht da drin..”  flehte er mit Tränen in den Augen.

“Ihr Leben ist genau jetzt und hier. Jetzt kommen Sie.” aufmunternd reichte sie ihm die Hand. Theodor rann das Wasser unaufhörlich aus den Augen, er versuchte wieder seine Fassung zu gewinnen. Plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen und mit den Händen auf dem Herzen sank er zu Boden.

” Hey…der Mann wird ohnmächtig.” brüllte Lady Amalia. “Scheisse! Hilft mir jemand? Er muss weg hier.”  rief Lady Anabell. Beide versuchten den alten Mann vom Feuer wegzuziehen. Darris rannte los, um schnell das Auto holen. Theodor stöhnte kurz auf. “Ah…er kommt zu sich…” meinte Lady An erleichtert. “Wie geht es ihnen? Können Sie reden?” fragte Amalia, doch Theodor blinzelte nur kurz und verdrehte die Augen seltsam, bevor er wieder das Bewußtsein verlor.

Anabell  täschelte sein Gesicht: “Hey Sir wach werden, nicht wieder einschlafen. Kommen Sie wieder zu sich.”, “Er muss ins Krankenhaus” sagte Amalia ernst. Theodor lag da wie ein nasser Sack und rührte sich nicht. Mit Anstrengung verfrachtete man ihn ins Auto und Darris fuhr im wilden Stil zum Krankenhaus. Vorsichtig trug man ihn ins Behandlungszimmer. Theodor erwachte wieder kurz, doch genauso schnell war er wieder bewußtlos. Sein Puls wurde immer schwächer und die Zustände im Krankenhaus waren mehr als chaotisch. Amalia brüllte: “Der alte Mann stirbt verdammt!”

Victore kam hustend an: “Es ist nur eine Ärztin hier und wir haben so viele Patienten. Kann jemand erste Hilfe?”, “Alter…..der Kerl hier verreckt. Da hilft keine erste Hilfe.” schnaubte Darris. “Oh gott verdammt nochmal.” fluchte Lady Amalia wie ein Wildspatz.

“Was ist den genau passiert? Ich bin kein Arzt aber…hab oft genug in einem KH gelegen” fragte Victore. “Haben wir noch Sauerstoffflaschen hier?” kreischte Amalia durch den Raum. “Ja hier…” entgegnete der junge Mann und schob die Flasche heran. Energisch griff sie die Flasche, schloss die Maske an und hielt sie dem alten Mann ans Gesicht. “Tief durchatmen” murmelte sie. “Gibts noch mehr Verletzte?” fragte Lady Ady als sie durch die Tür schritt. “Ja hier Ady” sagte Victore. Amalia fügte noch hinzu: “Er hat ne Rauchvergiftung…und einen Herzinfarkt wie es scheint.”

Adelle schaute auf den Tisch und entdeckte Theodor. “Oh nein …” entfuhr es ihr. “Ich hab ihm bisher nur die Sauerstoffmaske gegeben. Für Herzinfarkte bin ich nicht ausgebildet. Er atmet. Schwacher Puls.” erklärte Amalia. “Scheisse .. ich doch auch nicht leute.” zischte Adelle. Anabell stand steif neben dem Tisch: “Ich wollte ihm helfen aber.. er.. er. er war zu verzweifelt. Er hat zu viel Rauch…und…”

Adelle drückte die Sauerstoffmaske wieder auf sein Gesicht, nahm das Stethoskop und riss das Hemd des alten Mannes auf.  “Er braucht Flüssigkeit solange er bewusstlos ist..ich brauch einen Tropf ..” brüllte sie, als Theodor schwer atmete und sogar manchmal aussetzte. Adelle horchte an seiner Brust und seufzte: “Verdammt … das kann doch nicht sein ich .. ich hab keine Ahnung was man da macht …”

Victore stand betreten vor der Tür. “Wie geht es ihm?” fragte Darris. “Nicht gut.” antwortete Ady matt und überlegte krampfhaft was sie machen musste.
Amalia nahm den Tropf, schloss ihn an eine Nadel und stach sie dem alten Mann in den Arm. “Ich hatte gehofft, dass nie mehr machen zu müssen.” fluchte sie.

Sie fühlte nochmal seinen Puls und geriet plötzlich in Panik. “Können Sie Herzrhythmusmassage Ady?” Adelle nickte. “Okay…Sie massieren, ich beatme.” erklärte Amalia hastig. “Okay los gehts.” Adelle drückte dreimal kräftig auf seinen Brustkorb. Amalia wartete bis Ady einen Durchgang massiert hatte und beatmete den alten Mann dann. Sie kämpften verbissen um das Leben des alten Mannes. Nur mit Mühe fing sein Herz wieder an zu schlagen. Fast hätte er für immer diese Welt verlassen. Doch dann bäumte er sich auf  und rang nach Luft.

Amalia hielt ihm die Sauerstoffmaske wieder ans Gesicht. “Ruhig atmen, ruhig.” Adelle lächelte erfreut und beugte sich über ihn während sie den Puls fühlte: “Schwache Atmung, aber er atmet”  Langsam beruhigte sich Theodor. Lady Adelle nahm erneut den Sauerstoff und legte die Maske an seinen Mund und die Nase. “Schön langsam und gleichmässig atmen, Theodor” flüsterte sie mit ruhiger Stimme.

Theodor atmete tief ein und aus. Lady Amalia murmelte: “Mit dem Tropf und der Sauerstoffmaske sollte er durchkommen…” Adelle nahm seine Hand und hielt sie fest, doch er bekam davon nichts mit. Fürsorglich wischte sie Theodor mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn. Lady Ann war immer noch aufgebracht: “Ich bin froh das es den Beiden gut geht aber der alte Mann…Ich weiss nicht was aus ihm wird. Ich wollte ihn dort wegholen aber ich konnte nicht ich hab total versagt da. Er war so verzweifelt…” Ice versuchte sie wieder aufzumuntern: “Ann, du hast getan, was du konntest und das war großartig. Mach dir keine Vorwürfe”

Die junge Forscherin Ady blieb die ganze Zeit neben Theodor stehen. Sie konnte nicht von seiner Seite weichen. Seufzend hielt sie seine Hand und blickte ihn besorgt an. Theodor schien indessen  langsam das Bewußtsein zurückzuerlangen. Er seufzte immer wieder, stöhnte dabei unter leichten Schmerzen. Draußen vor der Tür entbrannte seit einiger Zeit ein Streit wegen einer Kippe, die jemand unerlaubt geraucht hatte. Adelle flüsterte leise, in der Hoffnung, dass er es hörte: “Theodor, schön bei mir bleiben. Es ist noch zu früh zu gehen … außerdem hast du mir doch was versprochen… weisst du nicht mehr, die Schneekugel?”

Theodor drehte leicht den Kopf hin und her. Sein Schutzengel stützte sich mit dem Ellbogen auf den Tisch und hielt unentwegt seine Hand. Sie wollte ihn nicht allein lassen und wartete geduldig ab. Der alte Mann drehte immer heftiger den Kopf, stöhnte schwer als wenn er von heftigen Träumen belastet wurde. “Hannah… Hannah..” winselte er leise. Ady sprach ihm beruhigend zu: Psst ganz ruhig Theodor … ich bin ja hier. Es ist alles in Ordnung, es geht dir bald wieder besser.”, “Hannah? Du bist da?…” fragte er mit geschlossenen Augen.

Adelle erschrak und überlegte einen Moment. Sie brachte es jedoch nicht übers Herz ihn anzulügen und wollte keinen zweiten Infarkt riskieren: “Nein … ich bins … Ady..erinnern Sie sich? Ady .. Sie waren gestern bei mir, wir haben uns unterhalten und uns gut verstanden .. erinnern sie sich?” flüsterte sie leise. Selbst leicht benommen, schaute sie ihn an, zittrig wegen der ganzen Aufregung. Theodor atmete pfeifend durch Nase und Mund, aber er war immer noch nicht zu Bewußtsein gekommen.

Adelleseufzte und hält weiter seine Hand, kann sich nicht zurückhalten und spürt die Tränen über ihre Wange laufen. Theodor träumt von seiner Vergangenheit. Er wünschte sich das beruhigende Leben zurück und auch ihm rann salziges Wasser durch die geschlossenen Lider hinab. Ady lehnte die Stirn an seine Hand und schluchzt leise. Sie dachte daran, wie war es vor fünf Jahren, als sie ins Krankenhaus gerufen wurde und ihren Vater sterben sah … eben wie hier auf einem OP-Tisch, der voller Blut war. Die Bilder, die sie lange verdrängt hatte, schossen ihr wieder durch den Kopf.

Der alte Mann wiegte den Kopf hin und her, stöhnte leicht und murmelte immer wieder leise: “Hannah?” Die Lady hauchte ihm schluchzend entgegen: “Nein … hier ist ady … Ady Theodor … ich weiss, du wünscht dir wen anders, aber dass kann ich dir nicht geben …. und doch bin ich hier.” Sie schaute auf, nahm erneut das Tuch und wischte ihm sowohl den Schweiss als auch Tränen aus den Augen.

Anabell kam nervös angelaufen. “D…d…die Polizeiwache, sie… sie brennt auch.” brachte sie nur mühseelig über die Lippen. Adelle schaut zu Ana und schüttelte seufzend den Kopf. “Was ist denn los hier?… Gibt es Verletzte?” fragte sie leise. “Ady.. ich… ich hab hier etwas es,…ich fand es vor dem Haus von … von dem alten Herrn. Es ist ein Foto von ihm und seiner Frau.,.. man erkennt es kaum noch aber… wenn man genau hinschaut.” Mit diesen Worten drückte Ann ihr das Foto in die Hand. Adelle Collas lächelt ihr zu: “Du bist ein Engel … danke dir. Er wird sich darüber freuen, da bin ich sicher.”

Theodor weinte leise: “Hannah? Nicht Hannah?” Er blinzelte verdreht mit den Augen und immer wieder sank er in seinen alten Zustand der Bewußtlosigkeit zurück.”Ich weiss nicht wie und ob es dort Verletzte gibt…” erklärte Anabell. Ady hiel weiter die Hand des alten Mannes. “Ich kann hier nicht weg ana … Würdest du dich erkundigen?”, “Ja es.. es wird nur.. ich meine .. sie sind ja alle am löschen.. die .. ich schau nach.” stammelte sie und verschwand aus der Tür. “Danke” flüsterte Adelle ihr noch nach und wandte sich wieder Theodor zu. “Nein nicht Hannah.” flüsterte sie leise erneut und stellte die Sauerstoffzufuhr etwas höher. “Mmmh” murmelte er, während er sich in der Bewußtlosigkeit umherwälzte. Adelle wischte ihm immer wieder den Schweiss von der stirn und die Tränen aus den Augen, kontrollierte die Flüssigkeitszufuhr und seinen Vitalzustand, der sich langsam stabilisierte.

“Wo bin ich? Hannah…?”entfuhr es Theodor, als er langsam hochschreckte. Adelle Collas drückte ihn zurück auf die Liege und lächelte, jedoch noch immer weinend. “Nein, ich bins Theodor … Ady … weisst du? …. Du bist im Krankenhaus … ” flüsterte sie leise und wischte sich die Tränen mit dem Ärmel weg. “Mhm…” Etwas müde drehte er die Augen der Dame, die ihn ansprach. “Wo bin ich?” fragte er leise. “Im Krankenhaus” wiederholte sie ruhig und tupfte ihm erneut die Stirn ab. “Sie hatten einen Herzanfall.”, “Im Krankenhaus? Wie konnte das passieren?” fragte er besorgt, weil er sich an nichts mehr erinnern konnte.

Adelle seufzte: “Ich weiss nicht wie … wie ich Ihnen das … das sagen soll Theodor …. Ihr Haus also … Ihre Wohnung hat … hat gebrannt und Sie …. hatten einen Herzinfarkt  das ist ….. alles was noch da ist” sagte sie traurig und drückte ihm das Foto in die Hand. Theodor hob leicht den Kopf: “Was?…Meine Wohnung?” fragte er mit Tränen in den Augen. Adelle nickte nur schluchzend und drückte seine Hand leicht. Er klapperte mit den Lidern und wollte es nicht so recht glauben. “Wie konnte das nur geschehen?” brachte er benommen heraus. “Ich weiss es leider nicht … es tut mir so leid” sagte sie voller Mitgefühl. “Was genau geschah, kann ich ihnen nicht sagen .. ich weiss nur, dass sie herkamen und ich zum Glück anwesend war, ana auch sie hat mir geholfen.”

Der alte Mann seufzte tief: “Ich glaube das Unerwartete trifft mich nicht nur alle zwei Monate sondern viel kürzer..” Er sah zur Decke und schluchzte los: “Ich wollte hier mein Leben neu beginnen..und das letzte Hab und Gut..was mir etwas bedeutete, ist zerstört?” Er weinte mehr als zuvor ohne Rücksicht auf Manieren.

Adelle konnte sich kaum beherrschen und schluchzte mit, hielt seine Hand ganz fest und nickt leicht: “Ich verstehe, was Sie meinen. ” hauchte sie leise.  “Und ich weiss es ist kein Trost zu sagen, das Leben geht weiter. Und doch tut es das und wir müssen es hinnehmen wie es kommt. Es kommen bessere Zeiten glauben sie mir … schon bald Sie werden sehen. ” Sie versuchte die Situation zu lockern und wußte doch selbst, sie würde es nicht schaffen, wenn sie selbst nicht daran glaubte.

Theodor lächelt sie plötzlich an: “Da bin ich mir sicher. Ich habe es schon einmal geschafft eine neue Zukunft aufzubauen und dies war erst vor kurzer Zeit.  Ich werde es sicher wieder schaffen.” In seinem Blick spiegelte sich der Zweifel wider. Adelle Collas lächelte matt, den Blick auf ihn gerichtet, seine Hand immer noch haltend: ” Da bin ich mir sicher … Sie sind stark und Sie schaffen das … und ich helfe ihnen so gut ich kann.” flüsterte sie leise. Theodor nickte leise und ihm fielen wieder die Augen zu.

Adelle wischte ihm noch einmal vorsichtig das Gesicht trocken, drückte seine Hand und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Nachdem sie die Geräte kontrolliert hatte, ging sie langsam und leise aus dem Raum.

Der erste Tag im Krankenhaus

Theodor irrte am nächsten Tag in den Gängen umher und landete im Maschinenraum. Irgendwie war er nicht ganz er selbst. Benommen sah er auf die vielen Anzeigetafeln. Da ging hinter ihm die Tür auf. Sein alter Nachbar hatte wohl gemerkt, dass er etwas ratlos durch die Gegend getigert war.

“Herr Lenz, wie gehts Ihnen?” fragte er. Theodor seufzte. “Wenn ich das wüßte…wie es mir geht…Ich kann mich nicht erinnern, wie ich herkam.” Seine Augen wanderten irritiert über die blinkenden Schalter. Daufo schaute traurig zu dem alten Mann. “Nunja ich mein also ….Kommen Sie lassen Sie uns erstmal hier raus gehen.” Er nickte murmelnd. “Nunja aber Sie wissen schon das nunja unser Haus…”, “Ja.” erwiderte Theodor traurig. “Also ich habe mir sagen lassen Sie hatten einen Herz..infarkt.” Der alte Mann riss die Augen auf, seine Erinnerung  an die letzten Stunden wie weggewischt. “Ich?  Und ich lebe noch?”, “Ja Ady hat sich die ganze Nacht um Sie gekümmert.” erklärte daufo.

“Ady..” flüsterte der alte Mann mit leiser Stimme und sah nach unten. “Ich muss wohl jedem hier danken, dass ich noch lebe..ich weiß leider nicht wer alles mir half.”, “Nunja ich weiss leider auch nicht viel was passierte nachdem ich ins…nunja wie gesagt wer sie gerettet und hergebracht hat weis ich nicht, da ich selber anfangs bewusstlos war und im Zimmer lag.” Theodor meinte, er wäre froh noch am Leben zu sein, auch wenn er seine letzten Sachen verloren hatte, an denen er hing. Er kramte in seiner Tasche nach dem Poromonaie und holte das verkohlte Foto hervor, dass Ady ihm in die Hand gedrückt hatte. “Naja ich habe auch alles verloren aber ich mein ich bin jung kann mir alles neu aufbauen. “Jaaaa ich weis aber ich mein wenn wir es so sehen, Herr Lenz, Sie haben nicht alles verloren.”

Ariane fragte erstaunt: “Ach haben sie auch in dem Haus gewohnt??” Theodor steckte das Portomonaie mit dem Bild wieder fort. “Ja, ich hatte mir dort eine kleine Wohnung eingerichtet mit meinen letzten Habseeligkeiten.”, “Das tut mir leid. Wenn ich ihnen helfen kann, sagen Sie es ruhig.” Der alte Mann seufzte. “Nun, ich kann mir wieder ein neues Zuhause schaffen, das ist nicht das Problem..Geld ist nicht mein Problem..nur  ..die Erinnerungsstücke..alle fort.” Seine Augen wurden mit einem Male wässrig. “Oh ja, das ist das Schlimmste.” erwiderte Ariane seufzend und dachte selbst an das grausige Unglück, dass ihr widerfahren war.

” Ich frage mich, ob es wirklich eine gute Idee war, herzuziehen” meinte er traurig. Daufo legte die Hand auf  Theodors Schulter. “Herr Lenz, schauen Sie mal Sie haben neue Freunde gefunden und naja ich denke, die werden Sie nicht im Stich lassen schauen Sie Ady, wir mögen Sie doch alle.”, “Danke, lieber Freund.” antwortete der alte Mann mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.

“Herr Lenz, ich denke zusammen ist alles möglich und wenn man mal bei der Tatsache bleibt, das Ady sich die ganze Nacht um sie gekümmert hat, sie sind auf jeden Fall niemanden egal also machen Sie sich keine Sorgen denn es kann meist schmerzhafter sein sich an die Vergangenheit zuklammern wie eine neue Zukunft zu betrachten denn ich denke Sie haben noch so viel vor sich.”erzählte Daufo. “Ja, da haben Sie recht. So betrachtet, bin ich nicht allein.” Theodor formte die Mundwinkel zu einem breiten Lächeln. “Sehen Sie, wir sind doch alle da und eine neue Zukunft birgt mehr Abenteuer wie eine fast vergessene Vergangenheit.”

Adelle kam auf die Beiden zu und lächelte erfreut: “Theodor .. Sie sind … wieso zum Henker sitzen Sie denn hier?”, ” Oh..ähm…Ich bin etwas umhergeirrt..” sagte er betreten und rieb sich verlegen am Nacken. Er blickte zu daufo: “Ja und ich werde sicher nicht die Flinte ins Korn werfen. Ich habe da noch ein Versprechen einzulösen.” Theodor lächelte dabei etwas verträumt.  Daufo grinste: “Naja aber das stellen wir erstmal nach hinten an, als Erstes versuchen wir Ihnen was neues als Zuhause zu besorgen.”

” Theodor … ich muss Sie bitten, sich spätestens in einer halben Stunde hinzulegen und sich auszuruhen … nein Verzeihung ich bitte nicht darum, das ist ein Befehl ihrer behandelnden Ärztin … ich bin gleich da ich muss …. nur kurz .. etwas besprechen” sagte Adelle lächelnd. “Oh..Ja, liebe Lady…” Theodor stand hastig auf und krümmte sich zusammen, als der Schmerz durch seinen Brustkorb fuhr. “Oh bitte ..  bleiben Sie sitzen ….” sagte Ady schnell. Theodor winkte etwas ab und richtete sich wieder auf. Die Lady lächelte. “Vielen Dank, dass Sie mir zur Seite gestanden haben..Ady.. wie ich gehört habe, haben Sie sich die ganze Zeit um mich gekümmert..ähm.. ja, mir geht es wieder besser. Ich hoffe es. Ich kann mich nicht recht entsinnen was alles geschah.” Theodor schaute kurz zu daufo und stützt sich auf dem Tisch ab.

Adelle lächelte immernoch, winkte jedoch leicht ab: “Nein bedanken Sie sich nicht .. das war selbstverständlich für mich. …. und was genau geschah, kann daufo ihnen sicher am besten erzählen denn er war dabei bis sie herkamen … ich freue mich jedenfalls das es ihnen besser geht, und wenn sie sich schonen dürfen sie bald … nun ja … aus .. dem krankenhaus heraus.” Daufo legte seinem unter Theodors, als er merkte wie sich dem Tisch abstützte. “Und auch ama hat mir geholfen .. wenn sie nicht gewesen wäre  ich war doch leicht überfordert und ann .. es waren so viele beteiligt” sagte Ady leise. “Ja…es haben viele geholfen…allein um Sie herzubringen haben wir vier Leute benötigt.” fügte Amalia hinzu.

Theodor war gerührt: “Nochmals vielen Dank..ich bin wirklich so froh, hier mit eigenen Augen diese Welt sehen zu dürfen…nochmal eine Chance bekommen zu haben..” seufzte er in einem philosophischen Tonfall. Adelle schmunzelte. “Schon okay .. lassen Sie uns nachher reden” sagte sie ruhig und ging zu ihren anderem Patienten Victore. “Herr Lenz, setzen Sie sich wieder* immernoch seinen Arm haltend. “Hm..ja..” murmelte er und bewegte sich langsam auf seinen Stuhl zurück. Daufo setzte sich neben Theodor. “Aber sehen Sie, so viele Leute und alle um zu helfen.”, “Das ist wahr. Als ich hier ankam, dachte ich diese Stadt besteht nur aus Chaos und Gewalt..aber ich habe mich geirrt.” gab er etwas betreten zurück.

“Nunja überwiegend tut sie das, aber die Not zeigt einem was wir wirklich sind.” meinte der Neko und Theodor wiegte zustimmend mit dem Kopf. “Ich werd nochmal durch die Stadt ziehen…es freut mich, dass es ihnen besser geht…” lächelte Amalia zu dem alten Mann und ging zur Tür hinaus.

“Hat man doch beim Hochwasser gesehen da waren auch aufeinmal alles miteinander und kein gegeneinander mehr.” erzählte Daufo. “Ja, das stimmt. Ich war zwar nur in meiner Wohnung, aber ich hab einiges erfahren von vielen, die mir darüber berichteten.” meinte Theodor. “Nunja ich war auch in der Wohnung und habe nichts getan, aber ich war auch völlig fertig.” grinste er. “Na ich denke wir werden sowas wie das Hochwasser leider noch ein paar mal erleben weil naja sind wir mal ehrlich wir gehen nicht gerade sanft mit dem um was wir unsere erde bezeichnen.”

Theodor legte die Stirn in Falten. “Allerdings.”, “Nunja weniger der schlechten mehr der erfreulichen Nachrichten ich denke wir werden was auf die Beine stellen, zur Not mache ich das selber aber das verrate ich noch nicht.” meinte Daufo.  “Hm..wenn es mir besser geht, werde ich mir eine neue Wohnung suchen…und dann geht das selbe Spiel von vorn los, neue Sachen kaufen.” grunzte missmutig vor sich hin. “Nunja aber herr lenz das ist alles eine Sache, ich denke das wird sich alles finden und wie gesagt alleine stehen sie ja nicht da.” Er grinste den alten Mann noch an: “Soll ich Sie noch begleiten dann können sie sich ein wenig hinlegen und ausruhen und wir können mal schauen wie es victore geht.”

“Ja, das ist eine gute Idee und ich bin froh, dass Sie für mich ein Freund geworden sind.” Der alte Mann versuchte sich langsam zu erheben, Daufo mußte ihn dabei stützen. “Danke” murmelte er leise ächzend. Der Neko lotste den alten Herren zu seinem Bett und Adelle wandte sich an die Beiden. “W geht es euch beiden?” fragte sie ruhig, als sie sich noch von dem Lachanfall erholte, der wohl beim Gespräch mit Victore entstanden war. ” Ha..hallo…” gluckste Victore heraus und versuchte irgendwie seinen Lachkrampf unter Kontrolle zu bringen.

“Ja mir gehts gut imernoch den ein oder anderen Zwicker in der Brust aber passt.”erwiderte Daufo. “Na ihr habt euch aber schnell erholt von einem Rippenbruch.” meinte Victore erstaunt. Theodor hob den Kopf und rückte sein Kissen zurecht. “Ah..Sir Victore..hallo” murmelte er und zupfte verbissen weiter an seinem Kopfkissen.

“Victore alte Möhre na ausgewürfelt?” grinste Daufo. Victore schob sich seine Brille auf der Nase zurecht und wischte die Tränen weg, die ihm vor Lachen die Wangen herabliefen. Doch dann fing er wieder an zu lachen. Schön wäre es…nein—das wird wohl noch dauern.”

“Hmpf…*brummte es aus Theodors Ecke. Er brauchte eine Weile bis er mit seiner Liegeposition zufrieden war und atmete erleichtert aus. Adelle kicherte und biss sich auf ihre Faust, um nicht erneut einem Lachanfall zu erliegen. “Na ihr habt es ja lustig hier” meinte der Neko. “Darf ich mitlachen?” fragte der alte Mann neugierig. Adelle konnte sich nicht mehr zusammenreißen und prustete erneut los. Victore wollte gern ein paar Bilder aufhängen und Blumen hineinstellen, um das Zimmer zu dekorieren und mußte erneut lachen. Die Lady lachte laut los und schaute ihn an: “Nunja … und die Gardinen stricke ich .. sehen dann zwar nicht so reizend aus wie die aus Zeiten meiner Urgrossmutter aber hey .. selbstgemachte Handarbeit.”

Victore nickte mit einem Grinsen auf dem Gesicht: “Ja auf jeden fall und schöne bunte Kissen..” hustete er heraus und war etwas angekelt von dem Anfall. Ady stand auf und fühlte seine Stirn.  “Oh ja und ein Türschild…” fügte er noch hinzu. ” Hm .. du hast immernoch Ffieber … ich gebe dir noch ein paar Tropfen Novalgin.” Der junge Mann nickte in Gedanken versunken und überlegte wo er Blumen herbekommen könnte.

Theodor legte seine Hände auf den Brustkorb und starrte an die Decke. Mit einem Grinsen meinte er: “Für mich auch ein Türschild.” Adelle mußte leise lachen, als sie einen Becher mit zwanzig Tropfen Novalgin und etwas Wasser zu Victore brachte. Er sah zu Theodor rüber: “Ok, aber nur wenn ich abends auch Party machen kann hier.”, “Aber die Musik suche ich aus..” lächelte der alte Mann. Vic leerte den Becher in einem Zug und meinte: “Das sehe ich anders..wer weiß was da kommt.nehmen Sie mir das nicht übel.” Lady Ady kicherte und Theodor fügte schmunzelnd hinzu: “Etwas Schubert und Bach hat noch niemandem geschadet.”

“Außerdem haben Sie Ihr Leben noch vor sich..machen Sie ruhig mal noch nen paar Jahre…oder Jahrzehnte..hören Sie..sonst prügel ich Sie freiwillig aus dem Grab raus..ich will Sie nicht vor mir sterben sehen..Ende” erwiderte Victore und fing aus heiterem Himmel so sehr zu lachen an, dass er sich am Bett festhalten mußte.

“Kann ich ihnen noch was Gutes tun?” fragte Ady zu Theodor. “Sie haben schon soviel Gutes für mich getan. Vielen Dank..aber nein..im Moment bin ich wunschlos glücklich.” erklärte er zufrieden. ” Tut ..tut mir leid” hustete Victore und nahm sich rasch ein Taschentuch, das er sich vor den Mund hielt.  “Aber der Herr hat ja nun ne neue Lebensaufgabe..Steinchen fuer Steinchen wieder zusammenkleben mit Patex..” lachte er weiter.  Theodor meinte nur: “Ich habe nette Gesellschaft, ein Bett und meinen Lebenswillen…mehr brauche ich nicht.”, “Das lob ich mir…” grinste sein Bettnachbar zurück. “Na und mit ihnen als Zimmernachbar hab ich ja immer volles Haus hier dann.” Wieder hustete er nachdem er aufgehört hatte zu lachen.

“Ach ja..hm.. Einen Block und einen Stift könnte ich gut gebrauchen.” brachte der alte Mann grübelnd hervor. Vic kramte in seiner Tasche und schmiß ihm die Utensilien aufs Bett. “Danke sehr” freute sich Theodor. “Na da ist ja nichts bei..das kann selbst ich mir leisten..das tut nicht weh” grinste er mit einem Gähnen im Gesicht.

Da klopfte es an die Tür des Krankenzimmers. “Jaaa?” fragte Vic. “Hier ist Miss Winx.” tönte es von draußen. “Kenne ich nicht.” hustete er Richtung Tür. “Darf man eintreten?” fragte die weibliche Stimme. “Ja kommen Sie nur rein.” meinte er und musterte die fremde Frau, als sie eintrat. Theodor hob leicht den Kopf und wünschte einen “Guten Abend”. Die junge Frau grüßte freundlich und wanderte mit ihren Blicken von einem zum anderen. Daufo schlief dabei seelig ruhig auf dem Stuhl.

“Können Sie mir sagen wie es den beiden geht Sir” fragte sie Victore, doch er brummte nur vor Müdigkeit. “Ihr endschuldigt mich doch sicher, fragen sie sie selbst. Das ist ein Krankenhaus..wie soll es ihnen gehen..sie sind krank.” gab er patzig zurück. Er war nur noch genervt darüber, dass die Leute sich keinen deut für ihn interessierten. Schnaubend drehte er sich zur Wand weg.

Theodor sah die Lady an: “Sie sind Lady Kyo..hab ich recht?”, “Ja das bin ich.” antwortete sie. “Sie waren im Polizeirevier und beim Brand der Tankstelle…ja..ich glaube, Sie sind es.” murmelte er. “Ja das war ich auch Sir,…wie geht es Ihnen?”, “Hm..da bin ich mir selbst nicht so sicher wie es mir geht. Ich fühl mich noch recht schwach und wie ich hörte bin ich nur am Tod knapp vorbeigeschrammt.” sagte Theodor betrübt. Lady Kyo würdigte Vic mit einem Blick und dachte sich nur “Komische Type..pah”. Der junge Mann rollte mit den Augen und überlegte eine Weile wie er das Zimmer dekorieren könne, bevor ihn dann doch der Schlaf übermannte.

“Hauptsache Sie sind bei Bewußtsein Sir,..das ist das Wichtigste” sagte sie mit einem warmen Lächeln in den Augen und legte ihre Hand auf seine Schulter.  Theodor brachte ein kleines Lächeln auf die Lippen und flüsterte: ” Ja, ich konnte schon etwas umherlaufen..” Mit einem verstohlenden Blick musterte er Ady, die auch gerade etwas eingenickt war und hoffte, dass sie es nicht gehört hatte. Kyo schmunzelte: “Das freut mich sehr zu hören Sir, Sie müssen uns doch erhalten bleiben, da Sie wohl unser ältester Mitbürger sind.”

“Sir daufo scheints auch schon wieder besser zu gehen.” begann Theodor leise zu erzählen. “Hm..wie sich das anhört..der Älteste..ich bin noch jung und frisch.” brummte er lachen und hielt sich schmerzverzerrt den Brustkorb. “Oh, ich sollte nicht zuviel lachen. Die Dame nickte leicht. “Schonen Sie sich Sir” Sanft legte sie die rechte Hand auf seinen Brustkorb. “Danke, das werde ich sicher. Ich hab noch eine Menge vor im Leben ” lächelte er. “Das freut mich sehr zu hören” Ihr Besuch war nur kurz und geschäftig wünschte sie einen schönen Abend.

Theodor nahm wieder den Block in die Hand und begann sich einige Notizen zu machen. Doch selbst er schlief bald darauf ein, als er so vor sich hingrübelte. Schnarchend gab er sich seinen Träumen hin, während die Schreibutensilien auf seinem Bauch bei jedem Atmen auf- und abwiegten.

Es geht bergauf 

“Ist ein Arzt hier?” hallte eine Stimme durch die Flure des Krankenhauses. “Ich glaube ja, ich bin mir nicht sicher…hm..vielleicht im Krankenzimmer. Ich war gerade ähm..auf der Toilette.” murmelte Theodor. Daufo rief: “Hilfe habe eine Schwerverlezten mit einem Schwert im Bauch kannst du helfen kommen bitte?” Leider war gerade kein Arzt zugegen, wie er gehofft hatte. Es dauerte einige Zeit und Amalia hektisch angelaufen kam und rief: “Zum Opraum!”

Anabell war völlig neben sich, als sie Ice so auf dem OP-Tisch liegen sah.  Wie es schien hatte er das Schwert selbst in den Körper gerammt. Das Ärzteteam gab sich alle Mühe und schaffte es dem verliebten Neko das Leben zu retten. Theodor bekam in all dieser Zeit von dem Gewusel nicht viel mit, er schlief tief und fest.

Adelle holte ein stethoskop aus der Schublade und ging zu Victore, schaute ihn lächelnd an und beuget sich vor: “also .. schauen wir doch mal oder? … einmal abhören und dann sag ich dir ob du heim kannst oder nicht.” Theodor öffnete langsam die Augen und blickte durch den Raum. Ady schaute rüber und lächelte. “Guten abend. Theodor .. wie geht es Ihnen?” fragte sie. “Mmh? Etwas besser denke ich.” antwortete er als er sich erhob. “Das freut mich … wenn ich gerade dabei bin kann ich sie abhören … ich denke mal Sie möchten auch schnell hier raus oder?” Der alte Mann bejahte es lächelnd. Krankenhäuser waren nicht gerade sein Lieblingsort.

Neben ihm wurde der frisch operierte Patient ins Bett gelegt und er blickte neugierig zu Ice, fragte sich, was mit ihm wohl geschehen sei. Adelle wärmte das untere Ende des Stethoskopes an, legte eine Hand auf seine Schulter und das Ende auf seinen Rücken. “Einmal tief durchatmen bitte.”, Soll ich das Hemd ausziehen?” fragte er unsicher.”Nein das geht .. derRücken ist ja frei … gleich nur hochziehen wenn ich die Brust abhöre …”

Theodor atmetete ein paar Mal nach ein und aus und Adelle horchte aufmerksam das Herz ab. Sie nickte zufrieden. ” Hört sich sehr gut an .. Sie sind eindeutig auf dem Weg der Besserung, Theodor … ihr Herz schlägt regelmässig und gleichmässig.”, ” Oh, das hört sich sehr gut an. Kann ich also bald wieder joggen?”*grinste er etwas verlegen. “Ähm .. nein .. bitte vorerst nicht joggen gehen bis sich Ihr Herz wieder vollkommen erholt hat.” lachte sie leise. Theodor verzog das Gesicht wie ein schmollendes Kind: “Hm…schade.” Adelle grinste: “Sobald sie wieder fit sind … versprochen, aber Sie müssen es ruhig angehen.”,”Wie lange wird das dauern?” fragte er etwas ungeduldig und seufzte.

“Hm .. also ich denke das sie morgen oder übermorgen entlassen werden können … und danach bitte ich Sie eine Schonzeit von mindestens vier Wochen einzuhalten, in dieser Zeit keine sportlichen Aktivitäten oder dergleichen.”, “So lange? *entfuhr es ihm und sein Blick wurde traurig. “Vier Wochen…hm” murmelte er. ” Nun ja entweder vier Wochen darauf verzichten joggen zu gehen, nur Schonkost zu sich nehmen und gesund werden …. oder in zwei Wochen wieder hier liegen. Suchen Sie es sich aus… ich möchte Sie ehrlich gesagt nicht hier liegen sehen.” Sie lächelte zuckersüß und beugte sich zu ihm herab. Theodor stützte die Hände auf das Bett. “Nein, das will ich nicht. Ich mag Krankenhäuser nicht sonderlich..Dann muss ich wohl an die ärztliche Verordnung halten.” nickte er missmutig. Adelle lachte: “Glauben Sie mir, dass wird Ihnen nicht so schwer fallen wie es jetzt den Anschein hat.”, “Ja, ich war ja schon früher ein Couch-Potato. Nur…*seufzt*..ich wollte gern etwas Neues ausprobieren..naja..was solls.” lachte der alte Mann Victore wachte aus seinem Nickerchen auf und gähnte herzhaft. Anabell sass schluchzend am Bett von Ice und er versuchte die Kleine zu trösten.

“Wie geht es Ihnen Herr Lenz?” tönte es aus Victores Ecke.  “Mir gehts besser. Dank der liebevollen Pflege.” meinte Theodor lächelnd als er zu Ady hochsah.”Wissen Sie was Theodor … ich erlaube Ihnen zu Anfang lange Spaziergänge .. und nach und nach beginnen wir … etwas schneller zu laufen .. ist das ein Deal?”, “Abgemacht, das ist doch ein Wort” grinste er mit einem Schnaufer, als Adelle lachend zu Victore rüberging. ” Ja ich finde auch, dass sie sich mal bewegen sollten Sir…ich mach dann gleich mit..ein wenig Sport kann nie schaden.” meinte Vic und Theodor lud ihn schmunzelnd dazu ein. “Worum soll den gejoggt werden? Da muessen wir uns aber auch ene schöne Strecke aussuchen.”, “Einmal zur Toilette und zurück. Mehr schaff ich nicht..” erwiderte Theodor lachend.  Adelle las aufmerksam Vics Akte derweil. “Na dann halt sechsig mal zum Klo und zurueck..mit Einlauf klappt es sogar noch schneller.” lachte Victor und klopfte sich auf die Beine. “Aber das mit dem Einlauf machen Sir mir vor. Vorher mach ich da nicht mit.” schmunzelte Theodor zurück. “Nicht freiwillig” brummte der junge Mann. Theodor nickte “Das dachte ich mir. Dann bin ich aus dem Schneider…hehe.”

Vic legte sich mit Darris an: “Na und wie gehts dem Herrn dadrueben auf den billigen Plätzchen?” lachte er. “Mir?” fragte er. Victore nickte. ” Beschissen wie jeden Tag. Gewöhn dich dran. Und nun sag mir einer wo Ama ist…” gab er barsch zurück. “Na ist doch nur ein Bein..ist doch sogar noch dran.” hustete er beim Lachen.  “Hey….du hast die vier Rippen vergessen. Meine Schrottkarre und die Suspension.Herrlich ist die Welt.” Theodor hob die Augenbraue und brummte leise. Jeder in diesem Raum hatte eine Sorge nach der anderen.

Adelle schaute zu Victore mit der Akte in ihrer Hand und flüsterte: “Hm … Medikation … das dauert wohl noch…ich befürchte du wirst noch was hier bleiben müssen mein Freund.” Victore lehnte sich zurück und nickte. Verdammt….ich wollte doch meine Sachen hier einräumen.”, ” Na ich bring dir ne Vase vorbei .. und mal sehen vielleicht finde ich auch noch ein schönes Blümchen. ” lachte sie und stellte die Akte zurück in den Halter am Bett. “Das ist ein Wort..darauf lass ich es ankommen…aber ein Schrank muss auch her…sonst kann man sie nirgends hinstellen.” grinste Vic. “Stimmt .. ich denke das lässt sich einrichten. Man soll ja nicht behaupten, dass es den Leuten im Krankenhaus schlecht geht.”, “Also ich bin das Leben selbst…sehen sie mich doch an.” lachte Vic. Adelle lächelte zu ihm: “Oh ja .. das sehe ich doch Victore.” und wandte sich an den Griesgram. Darris meldete sich: “Doch mir gehts schlecht. Krieg ich jetzt nen Preis?”, “Stell dich mal nicht so an..wehleidiges Etwas…hast dein ganzes Leben doch noch vor dir…” brummte Victore rüber. Darris schob noch nach, dass er wenigstens überlebt habe und Vic meinte: “Na das sollte einem doch schon viel wert sein.”, “Hm..vielleicht” erwiderte Darris. Adelle runzelte die Stirn. Na wollen wir es hoffen … ansonsten … wenn sie es sich anders überlegen sterben Sie bitte bei der anderen Ärztin .. wenn meine Schicht vorbei ist” antwortete sie süffisant.

Theodor beäugte Ady belustigt und versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Sie las einwenig in der Akte von Ice und war erstaunt, dass er nach der OP bereits wieder ansprechbar war und sogar mit seiner Liebsten kuscheln konnte. Von wegen Männer wären Weicheier, meinte sie lachend. Victore konnte es sich nicht verkneifen zu sagen,  wenn jemand das Recht habe zu sterben, dann nur er. Adelle warf ihm einen funkelnden Blick zu, mußte dann aber grinsen: “Hier stirbt niemand, nicht während meiner Schicht, sagte ich schon.”, “Ich schick Gevater Tod eben eine SMS und sag ihm bescheid..sekunde.” gab er lachend zur Antwort.  Adelle Collas lächelte, schob sich einen Stuhl zurück und setzt sich in die Mitte des Zimmers um einen guten Überblick zu behalten.

Anti betrat das Krankenzimmer, um Ice zu besuchen. “Na Großer?” begrüßte Ice den Besucher. ” Mach doch nicht immer son Schwachsinn. Sind doch nur Frauen. Hab ich geheult als Ana mich verlassen hat wegen dem.” deutete er auf Darris. “tAach hör auf ich wollt nich weiter leben ohne sie.” meinte Ice. “Gibt immer Schlimmeres” erwiderte Anti. Adelle seufzte, schaute zu Victore und fragte leise, voller Ironie: “Und .. hat er schon geantwortet?”  Vic sah zu Ady auf: “Nein..aber er hat mir erlaubt  mir noch eine zu rauchen.”, “Hm komisch ich kann mich das garnicht vorstellen … aber wenn du mir versprichst schnell zu machen genehmige ich es .. abhalten können werde ich dich wohl eh nicht oder? schmunzelte Adelle. “Danke..ich beeil mich auch und puste den Rauch durch das nicht vorhandene Fenster.” grinste er und holte die Zigaretten hervor. Adelle lachte: “Hau rein .. ich geb dir vier Minuten und du könntest natürlich auch in den Vorraum gehen.”, “Ja das ist gleich noch besser” sagt er und verschwand aus dem Raum.

Adelle Collas kicherte leise, blickte zu Theodor, dann zu Darris und lehnte sich zurück: “Ich weiss schon warum ich diesen Beruf speziell nicht erlernen wollte …. nörgelnde Patienten.” Sie warf Darris einen bösen Blick zu.” Und die Tatsache, dass ich Leute behandeln muss, die ich mag” lachte sie zu Theodor. Der alte Mann bekam ganz rosige Wangen und lächelte verlegen.

 
Club der vom Leben Gebeutelten

Sagen Sie Herr Lenz..wurden Sie denn schon mehr oder weniger entlassen oder steht noch nicht fest wann Sie gehen dürfen?” fragte Victore, der vom Rauchen wieder zurückgekehrt war.”Morgen oder übermorgen darf ich wieder raus.” lächelte er und schnupperte nach dem Zigarettengeruch, der von Vic zu ihm hinüberströhmte. “Scheint eine würzige Marke zu sein, die Sie da rauchen. ” grinste er.

“Das freut mich für Sie….ich hoffe, Sie ertragen mich solange noch…ich glaube kaum, dass ich eher rauskomme Na ja billig Tabak von der Tanke.” grinste Victore. Theodor lachte. Die sind immer schon die Besten gewesen. Nunja..ich werds überleben mit Ihnen.  Aber geben Sie die Hoffnung nicht auf. Versprechen Sie mir das.”, “Ich so oder so nicht…mir ist eh viel wichtiger dass ihr die Hoffnung nicht aufgebt…da ihr ja nun..obdachlos seid.” seufzte Vic.  Der alte Mann senkte etwas den Blick. “Ich werde ein neues Zuhause finden.”, “Wisst Ihr denn schon wo?”

“Noch nichts passendes. Vielleicht in einem ähnlichen Gebäude.” erwiderte er mit einem Kopfschütteln. “Ach Sie werden schon was finden…notfalls..ich bin mir sicher, Ady lässt Sie auch bei sich schlafen..bis Sie was Neues haben..ich bräuchte ja auch eine neue Wohnung aber mein Geld reicht dafür bei weitem nicht aus.” Theodor brummte leicht. “Ja, es wird sich schon was finden. Aber ich will niemand auf der Tasche liegen Zur Not gibts da noch eine Matraze.” lachte er etwas verbissen.  “Drausen in der Kälte? Haben Sie allen ernstes ihren Lebenswillen verloren Sir Lenz, dass Sie auf einer Matratze draussen schlafen wollen?”, “Nein, nein..hehe Es war nur ein kleiner Scherz.” grinste er. Victore funkelte ihn an. “Das will ich ja mal schwer hoffen.”

“Eine Wohnung findet sich sicher schnell und eine Matraze rein, für den Anfang reicht das sicher und wenn Sie wollen, können Sie auch gern in eine kleine WG mit mir aufmachen..Club der vom Leben Gebeutelten.” schmunzelte Theodor. Vic lachte: “Na ja…ich weiß nicht ob das so gut wäre…ich als wandelndes Mutterschiff was Bazillen angeht in Ihrem Alter? Aber immerhin..sehen wir uns ja hier..aber ich hoffe auch nicht so oft.” Theodor brummte: “Tja…Mir wäre lieber ein Treffen im Cafe oder auf der Parkbank.”,” Ja…das hört sich  hört sich richtig gut an..Oh und nen Hamburger…essen..” sagte er auf einmal doch recht entkräftet und lächelte müde. Der alte Mann nickte etwas in Sorge. “Ich lad Sie gern ein, aber kommen Sie vorher wieder zu Kräften.”Ja..mach ich..kann sich nur noch um Tage handeln.” lächelte Vic müde und schlief langsam ein.  Theodor sass im Stuhl und selbst ihn übermannte bald die Müdigkeit.

Er blinzelte mit den Augen, als er wieder erwachte. “Hm, ich bin wohl eingenickt. Im Sitzen schlafen, ist nicht gerade bequem ” stellte er ernüchtert fest und reckte die steifen Glieder. Theodor legte sich auf sein Bett und machte es sich bequem. “Sir Lenz, wir könnten uns auch mal eine Minute vor die Tür stellen…ein wenig frische Luft…täte Ihnen sicher auch gut.” Der alte Mann schürzte die Lippen unschlüssig. “Ich soll dieses weiche Bett verlassen? ” murmelte er und klopfte grinsend auf die Bettdecke. “Ja…so ist das gemeint..nicht das die alten Glieder rosten.” gab Vic grinsend zurück. Theodor brummte etwas zögerlich, erhob sich dann aber. “Na gut. Vielleicht sollte ich das tun.” Victore griff sich die Schuhe und seine Jacke. Der alte Mann starrte ihn fragend an: “Ganz nach draußen?” Vic nickte. Man sah, dass es Theodor nicht gerade recht war raus in die Kälte zu gehen. Aber etwas frische Luft im Vergleich zu der Krankenhausatmosphäre war ihm wesentlich lieber.

Victore nahm einen tiefen Atemzug und fing an zu husten. Der alte Mann merkte, dass es doch recht kühl war. Sein junger Freund schob sich gerade eine Zigarette zwischen die Lippen als plötzlich ein Schrei aus dem Krankenhaus drang. Besorgt gingen die Beiden hinein und nachzusehen was geschehen war. “Was ist los hier?” hustete Victore ganz außer Atem als er die Tür vom Krankenzimmer aufriss. ” SOFORT vom Bett weg.” hallte Sir Gausmans Stimme im Raum.

Eine junge Frau stand am Bett von Sir Ice mit einem Dolch in der Hand. “Machen Sie mal was als nur hier zu stehen.” entfuhr es Vic. *hustet er. Lady Angelique flüsterte zu den Beiden: “Victore, Herr Lenz? Laßt uns raus gehen, wer weiß was passiert.” Theodor tippte dem jungen Mann auf die Schulter. “Ja, es ist besser wenn wir gehen.” Victore nickte und alle drei verließen den Raum. “Was will die von dem?”  hustete Victore als sie hinausgingen. “Raus aus dem Zimmer ALLE!” brüllte es dumpf hinter der Tür. Vic hielt sich den Schal vor dem Mund um seinen Husten zu unterbinden. Die Angst stand in seinen Augen und mit Herzrasen fixierten Theodor und Lady Angelique die Tür.

Man hörte Schreie und Wortfetzen, doch genau konnte man nicht erahnen was dort gerade vor sich ging. Theodor schüttelte den Kopf. Selbst im Krankenhaus konnte man sich nicht sicher fühlen.  Sir Daufo kam ins Krankenhaus gestürmt und fragte die Drei, die wie Zinnsoldaten vor der Tür verharrten: “Alles okay mit euch?” Die Laday verneinte apprupt und zitterte am Leib. Theodor murmelte steif: ” Noch lebe ich..Aber unter diesen Umständen geht es uns sicher nicht gut.”

Daufo wollte nur wissen ob jemand verletzt wäre und der alte Mann gab ihm zu verstehen, dass ihnen nichts geschehen sei. Der Neko holte etwas zur Beruhigung und die drei Zeugen des Vorfalls setzten sich auf die Sitzreihe im Flur. “Ich glaube der Medikamentschrank scheint hier frei zugänglich zu sein. Anders kann ich mir das Verhalten der Lady nicht erklären.” meinte Theodor etwas sarkastisch. “Keine Ahnung…weiß ich nicht.” gab Vic zurück. Er hustete immer noch und versuchte sich zu beruhigen.

Daufo kam mit drei Gläsern mit Vegetalin wieder und stellte sie auf den Tisch. “Hier trinkt das dann dürfte es gleich wieder gehen.” erklärte er. “Daufo. Komm her.” rief es aus dem Raum. Es war wohl Sir Gausman, der nach ihm rief. Theodor musterte fragend die Gläser. Lady Angelique fackelte nicht lange und trank den Inhalt mit einem Zug weg. “Keine Angst. Es ist ein Beruhigungsmittel auf pflanzlicher Basis.” erklärte Daufo im Gehen.Victore nahm das Glas und leerte es. Theodor blickte misstrauisch in das Glas. “Hm schmeckt fast nach nichts” sagte der junge Mann, der neben ihm das Glas geräuschvoll auf den Tisch stellte. “Ach was solls…” meinte der alte Mann leise und kippte sich den Inhalt in den Rachen. Mit einem schwerfälligem Schlucken glitt die Flüssigkeit die Kehle hinab.

Die Lady, die soviel Aufruhe verursacht hatte, wurde plötzlich bewußtlos aus dem Raum getragen. Theodor hielt sein Glas noch in der Hand und folgte mit erstaunten Blicken dem Geschehen. “Man könnte es ja mal so sehen….immerhin braucht man kein Radio.” gab Victore der sitzenden Runde lachend zu verstehen.”Geht es Ihnen besser Herr Lenz?” fragte er mit besorgter Miene. “Ja ja. Mir geht es gut.” entgegnete Theodor und winkte lässig mit der Hand, als wenn nichts geschehen sei. “Ich hoffe….ich will Sie nicht eher sterben sehen als mich. Versprechen Sie mir das.”

Theodor drehte den Kopf zur Seite und sagte ernst: “Das habe ich auch nicht vor.” Victore lächelte zufrieden als er sich in den Stuhl zurücklehnte. “Das wollte ich hören.”, “Aber Sie werden hoffentlich auch noch lange Zeit diese Welt mit Ihrer Anwesenheit beglücken. Also kämpfen Sie.” raunte der alte Mann zu Vic zurück. Da kam Sir Gausman auf die Gruppe und meinte alle könnten wieder in ihr Zimmer zurück. Doch was nun der Grund war, weshalb die Lady Lacrisa Sir Ice angegriffen hatte, war den Dreien immer noch nicht klar. Sie hatte beim Spritzen einer Droge die Zutaten verwechselt und wurde dadurch agressiv. Letztendlich endete der Vorfall noch einmal glimpflich und nur der Adrenalinspiegel aller Beteiligter war erhöht.

Theodor und Victore bedankten sich beim Chief und begaben sich nach diesem Schrecken noch etwas an die frische Luft. “Was für ein Chaos….nie hat man Ruhe…” grinste der junge Mann und war eigentlich froh darüber. Theodor runzelte die Stirn und stimmte zu. “Ja, ein bisschen mehr Ruhe wäre gut.”,  “Ach ich weiß nicht…wenn ich vorziehen könnte endweder alleine zu Hause zu verrotten oder etwas zu erleben..zieh ich das Zweitere vor.” murmelte der junge Mann. “Ich hätte gern etwas weniger Schrecken. In Maßen, nicht in Massen.” brummte Theodor zurück. Victore mußte lachen. “Daran gewöhnen Sie sich noch.”

“Ein Wunder, dass ich überhaupt noch lebe.  Ich wußte ja das Stadtleben ist chaotischer als auf dem Land..aber so schlimm?” meinte der alte Mann. “Nun ist aber gut…so oft wie ich über den Tod nachgedacht habe in den letzten Tagen..Sie sterben noch nicht und Ende..ich erlaub es Ihnen nicht…ich hab schon genug Leute gehen sehen die nur halb so alt waren wie Sie..” sagte Victore ernst. Theodor schnaufte durch die Nase. “Ich mache mir nur Sorgen. Das ist doch wohl noch erlaubt.”, “Nein weil sie sich meiner Meinung nach zu viele Sorgen machen..” erwiderte der junge Mann in seinem ernsten Ton. Lady Angelique ging gerade aus dem Krankenhaus und verabschiedete sich von den Beiden. Sie brauchte etwas Ruhe.

Theodor funkelte Victore bissig an. “Ich bin ein alter griesgrämiger Mann, da darf ich das.” Sein Blick verwandelte sich zu einem Grinsen. “Sie sollten nicht so grummelig sein. Sie haben so viele Jahre schon hier auf der Erde verbracht und es werden mit Sicherheit noch mehr..die sollte man nicht mit schlechter Laune verschwenden.” sagte Victore wieder ernst den Spaß ignorierend. “Das sagt mir ein Junge.” murmelte der alte Mann etwas trotzig und rieb sich die Nase. Es war ihm nicht angenehm, dass ihm so ein junger Mann derartige Vorhaltungen machte. “Das sagt Ihnen ein Junge, der noch vielleicht…10 Jahre zu leben hat?” entgegnete Vic. “Hm.. ich hoffe doch, Sie werden länger leben. Aber Sie haben ja recht..Ich hab viele Jahre auf dem Buckel und sollte wirklich mehr Optimismus an den Tag legen.” erwiderte Theodor kleinlaut. Im Grunde wußte er, dass Victore recht hatte, auch wenn es ihm nicht schmeckte.

Victore nickte zufrieden. “Sehen Sie..ich laufe auch nicht den ganzen Tag durch die Gegend mit einem Gesicht wie sieben Tage Regenwetter.”, “Ja, Sie legen sich gern mit den griesgrämigen Leuten an. Sie haben wohl das Gute-Fee-Gen geerbt.” schmunzelte der alte Mann. “Nein ich kann es nur nicht ertragen wenn Leute, die ihr Leben noch leben können das nicht tun..ich hab so viel Elend gesehen..Mehr als vier meiner Freunde sind bereits gestorben…kaum zwei Monate vergehen das nicht einer mal in der Gruppe fehlt und ein Stuhl sogar gänzlich leer bleibt.” sagte Vic leise. Theodor schaute betrübt zu Boden. “Das tut mir leid und ich bin erstaunt, wie stark Sie trotz all dieser Schrecken sind.”, “Nun ich kann nichts mehr dagegen machen.. und wenn man sich einmal mit dem Wissen abgefunden hab lässt es sich einfach leben..” antwortete Vic mit einem lauten Husten.

Der alte Mann ging besorgt auf ihn zu und legte die Hand auf seinen Rücken. “Mein Freund, Sie sind dennoch wie eine gute Fee. Vielen Dank.” Vic lachte: “Na ja wie eine Fee fühl ich mich nicht.”  Theodor macht eine ausschweifende Handbewegung. “Das läßt sich ändern, zwei Blätter in Schmetterlingsform ausgeschnitten und mit Klebestreifen auf dem Rücken geklebt.” Er lachte, als Vic in seinen Hosentaschen auf der Suche nach einer Zigarette war.

Mit einem Male stand Lady Adelle vor den Beiden. Victore hielt das Feuer an den Glimmstengel und schreckte zusammen, als er ihre Stimme vernahm. “Hm, ob ich das gutheissen soll.” fragte sie lachend, als sie die Beiden sah.  Er drehte sich zu ihr. “Ist doch nur eine.” hustete er leicht grinsend. Theodor schwieg erschrocken. Sie zog die Augenbraue hoch und sah beide leicht kopfschüttelnd an: “Na ob ich das glauben soll.” Das Grinsen hüpfte von einem Gesicht zum anderen. “War die Ärztin schon da?” Doch sie war leider noch nicht da gewesen und Adelle seufzte über diese Zustände. Victore meinte grinsend, es hätte auch seine Vorteile, weil er so mehr Zeit zum Rauchen hätte.

Adelle lachte: “Na klar hat alles seine Vorteile .. wars denn wenigstens ruhig heute?” Theodor preßte bei dieser Frage die Lippen zusammen und Vic schüttelte den Kopf. “Nein..eine Geiselnahme mitten im Patientenzimmer..” sagte der junge Mann trocken. Adelle Collas blickte erstaunt und leicht geschockt von einem zum anderen: “Eine geiselnahme? … also .. wie jetzt? …. ….. da kann ich ja froh sein nicht wieder in Eurem Zimmer genächtigt zu haben.”, “Wir waren zum Glück gerade draußen.” erklärte Theodor. ” Wurde alles schon wieder aufgelöst..die Polizei kümmert sich darum, genaueres weiß ich auch nicht.” fügte Victore hinzu. Adelle war froh, dass den Beiden nichts geschehen war.

Theodor pellte sich aus seinem Mantel und vitore meinte beim Ausziehen: “Und schon ist wieder Ruhe eingekehrt..”, §Zum Glück. Wenn sowas nochmal passiert, setzt mein Herz wohl bald wieder aus.” meinte Theodor mit einem grinsenden Ton, um Vic etwas zu provozieren. “Hab ich Ihnen nicht gesagt Sie sollen das LASSEN? Ich will ein Einzelzimmer.” fluchte er leicht scherzend. Theodor legte sich lachend aufs Bett.

Adelle kniff die Augen leicht zusammen, taxierte Sir Gausman und dreht sich weg: “Na Sie müssen natürlich nicht mit mir reden … wollte ja nur helfen.” sagte sie leicht beleidigt und drehte sich um, als sie von ihm ignoriert wurde. Etwas harsch schloss sie die Tür vom Patientenzimmer. Victore sah zur Tür und meinte lächelnd: “Wieder im Dienst Sie Arme?” Im Hintergrund hustete immer noch Theodor, der sich beim Lachen etwas übernommen hatte.

“Nö … aber da der Chief der Meinung ist, mich ignorieren zu müssen …. dachte ich, ich komm Euch nochmal besuchen.”,  “Hm ok..nicht fein.” meinte Victore. “Nein naja .. mal sehen vielleicht wird er freundlicher wenn er weniger Stress hat.” lachte sie zurück. Theodor brummte schmunzelnd aus seiner Ecke: “Hier werden Sie sicherlich nicht vom ‘Club der vom Leben Gebeutelten’ ignoriert.” Wieder mußte er lachen als er zu Victore rübersah. “Nein .. das wurde ich hier ja noch nie … netter Name übrigend haben Sie vor diesen auf da Türschild zu meisseln Theodor? Das wäre ein bisschen lang aber ich kenne sicher jemanden der dies gerne herstellt.” lachte Adelle. “So ein Schild mal ich uns für die Tür…vorsicht.” fügte Victor grinsend hinzu.

Der alte Mann hustete in die geballte Faust und rang etwas nach Fassung. “Das ist doch mal ein guter Anfang für die Dekorierung des Krankenhauses.”, “Oh sagen sie das nicht zu laut  ich mach das wirklich wenn es sein muss …. und ich hatte eh schon den vorschlag gemacht hier zu gestalten .. ist doch alles recht kahl und leer .. da muss mal ein bisschen Sonne rein, wenn man schon keine Fenster einbaute.” erwiderte Adelle stirnrunzelnd.

“Überlassen Sie das ruhig dem jungen Mann dort drüben. Malen sorgt bekanntlich für ein ausgeglichenes Gemüt.” schmunzelte Theodor. Die Lady lachte. “Naja das kann er gerne machen .. wenn ich den Kühlschrank besorgt habe, gebe ich Magnetpins dazu, dann kann er die daran heften.” Der alte Mann nickte lächelnd und Adelle sprudelte eine Liternai an Dingen heraus: “Naja .. wir besorgen Nachtschränke und tragbare Kühlschränke .. dann ein paar Vasen und Pflanzen, Gardinen für die nicht vorhandenen Fenster, einen schönen Teppich für die Mitte der einlamentiert werden muss wegen Hygieneverordnung, ein paar schöne Bilder, einen kleinen Fernseher und …. hm naja, jetzt fällt mir nichts mehr ein. Auf jeden fall werde ich bei der Post den Nachsendeantrag auf das Krankenhaus legen lassen … damit auch die Post ankommt… wenn ich eine Karte schicke, soll sie Sie ja auch erreichen.” lachte sie leise.

Theodor schmunzelte: “Das ist ein guter Anfang. Fenster kann ich aufmalen Ein Bücherregal für mich und vielleicht einen kleinen Kamin dazu. Und eine kleine Werkbank zum Basteln.” Lady Adelle lachte aus ganzem Herzen, beugte sich vor und nahm seine Hand. “Nun ich denke, dass lässt sich einrichten …. ich werde mich für Euch hier einsetzen und dafür sorgen das es etwas wohnlicher wird versprochen ….. und naja .. ich wollte eh .. oder habe ich schon? .. anbieten das Sie vorerst zu mir kommen, genau wie Daufo, Victore und die kleine Kitty .. Gin .. ich habe doch genug Platz dort, ein paar Liegen lassen sich aufstellen, vielleicht bekomme ich einen Schlafsessel … mal sehen.”

Theodor legte den einen Arm hinter den Kopf und rückte seinen Kopf zurecht, lächelte sie offen und charmant an: “Vielen Dank.”, “Nichts zu danken .. ich mach das gerne. Ich sagte schon zu Victore, dass ich nicht gerne alleine bin .. und je mehr Leute ich um mich habe desto besser. Ich fühle mich dann einfach wohler.” erwiderte Adelle. “Das wird dann aber eine wilde WG ” lachte der alte Mann. Die Lady schmunzelte: “Ach je oller je doller?  … kleiner spaß, nein ich habe gedacht wir ziehen uns dann alle nackt aus, setzen uns auf das Dach des Baumhauses und trinken heissen Tee … wäre das was?” Adelle prustete los. Victore brüllte mit einem Male los: “Oh ja einen heißen Tee..das wäre schon was.” Theodor rieb sich am Hinterkopf, es war ihm etwas unangenehm, aber dennoch ließ er sich auf den Spaß ein. “Na wenn Sie meinen, aber dann kann ich für nichts garantieren, wenn man mich so sieht.” lachte er los.

“Glauben Sie mir es gibt nichts was ich noch nicht gesehen hätte .. ich bin sicher nicht geschockt, und ich gucke auch weg  aber nur in Verbindung mit nackt auf dem Haus sitzen.” , “Ach nackt auf dem Haus sitzen hat doch was..ich würde ich das ja machen und wenn es warm ist natürlich.” lachte Victore zu Adelle. “Naja … im Sommer brauchen wir keinen heissen Tee  .. dann würde ich eher einen Cocktail anbieten.” Theodor grinste breit und wechselte ins Lachen: “Nun, es wäre eine neue Erfahrung. Aber ich warne Sie, ich kann es mit einem Shar Pei, einem chinesischen Faltenhund, aufnehmen. Victore lachte. “Meine Güte, Sie sind ja von sich überzeugt.”  Er schüttelte mit dem Kopf. “Ich glaube, Sie brauchen eine Packung Antidepressiva.” grinste er.

Der alte Mann streckte wie ein Kind die Zunge heraus und ein verschmitztes Lachen durchzog sein Gesicht. “So einen Zimmergenossen habe ich doch gerne.” lächelte Victore. Theodor grinste immer noch breit.  “Sie hatten recht, Sie wirken ansteckend.”, “Aber hoffentlich im positiven Sinne.” gab Vic grinsend zurück. “Sicherlich. Anders meinte ich es auch nicht.” lachte Theodor. “Das will ich auch hoffen.” erwiderte der junge Mann ebenfalls vom Lachen angesteckt.

Lady Ariane kam kurz herein und fragte nach Angelique, die bereits nach Hause gegangen war.  Adelle schaute lächelnd von einem zum nächsten. “Ich finde es toll, dass ihr beide euch anscheinend wirklich gut versteht.” sagte sie lachend. Theodor blickte kurz zu Victore und meinte:  “Das ist kein Kunststück, Gleiches und Gleiches gesellt sich gern, siehe Club der vom Leben Gebeutelten.” Er grinste und Adelle lachte zurück. “Ah ja das Türschild .. danke, dass Sie mich daran erinnern. Memo an mich .. Türschild nicht vergessen.” flüsterte sie. “Das ist einfach zu herrlich.” Victore hatte Tränen vor Lachen in den Augen.  “Wollen Sie es dem jungen Mann nicht doch lieber überlassen, es zu malen?” meinte Theodor spitz. “Das war nur ein Scherz, ich kann gar nicht malen.” verteidigte sich Victore. Adelle stimmte Theodor zu, aber die Gardinen wollte sie unbedingt nähen.

“Dann wird es Zeit, Victore. Lassen Sie den Künstler, der tief in Ihnen schlummert hinaus.” sprach Theodor mit beschwörender Stimme. “Ne muss nicht sein…da habe ich keinen Nerv zu.” grinste er. Der alte Mann blickte missmutig zu Ady.  *Dann brauchen wir doch ein Türschild..und das mit den Gardinen überlassen wir Ihnen doch gern. ” Victore nickte eifrig. “Auf jeden Fall…ich kann sowas gar nicht….da gab ich keine Hände für.”

“Aber ein Kunstwerk für die Wand werden Sie doch schaffen zu malen?” Theodor ließ nicht locker. ” Wenn Sie da so besessen drauf sind, warum malen Sie es dann nicht?” fragte Vic lächelnd.  “Sie wollten doch das Zimmer dekorieren.” entgegnete der Uhrmacher mit einem Grinsen. “Ja aber nicht mit meinen Strichmännchen die ich an die Wand gemalt habe.” meinte Vic lächelnd und wischte sich etwas Schweiß von der Stirn. Adelle blickte auf, schaut zu Victore und fragte leise: “Brauchst du was?” Er sah sie etwas fragend an. “Was brauchen?” Ady lächelte: “Naja … gegen das Fieber .. gegen Schmerzen … ich weiss nicht was auch immer.”

“Einen Cocktail bitte.” murmelte Theodor plötzlich. Victore lachte. “Nein ich brauche nichts aber der Herr braucht einen Cocktail.” Theodor hob seinen Zeigefinger: “Aber bitte mit Schirmchen.”
Adelle grinste: “Er wird sich gedulden müssen bis ihr eingezogen seid .. ich habe ja Bedingungen an diese Aussage geknüpft und da bestehe ich drauf. Victore grinste breit. Der alte Mann klapperte mit den Augen und flüsterte: “Ich habe es geahnt.” Die Lady kicherte und bemerkte, dass sie immer noch Theodors Hand hielt. Sie ließ sie sanft los und lehnte sich zurück.

“Doch…doch..es geb etwas was ich bräuchte…eine Zigarette.” sagte Vic lachend. “Suchtis halt” scherzte er.  “Tztz … dabei hast du doch vorhin erst geraucht. “Einen Bodyguard, den hätte ich gerne.” seufte Theodor plötzlich. “Wofür brauchen Sie den Theodor?”, “Damit mir kein Messer an die Kehle gehalten wird, wenn ich seelig schlafe.” meinte er und rieb sich besorgt am Hals. “Warum sollte man Ihnen denn ein Messer an die Kehle halten?” fragte Victore ruhig und wischte sich abermals mit einem Taschentuch über die Stirn. “Hm .. ich denke mal .. oder zumindest hoffe ich, dass das heute ein Einzelfall gewesen ist .. doch nachdem was die letzten Tage hier passiert würde mich nicht wundern wenn das zum Dauerzustand ausartet.”

Victore blickte zur Tür. “Ich muss mal eben auf die Toilette..Ihr entchuldigt mich doch sicher für einen Moment oder?” er beugte sich hinunter und kramte nach seiner Tasche, die unter dem Bett lag. Adelle nickte und der alte Mann setzte einen wehmütigen Blick auf. “Nun ja..ach..es war ein dummer Gedanke nur.” winkte er ab. Victor erhob sich und wollte sich gerade die Tasche umhängen, als eine Wodkaflasche hinskugelte. Adelle war darüber sichtlich nicht erbaut und Victore sah sie nervös an.  “Das is nicht dein Ernst oder … die lässt du schön hier.” sagte sie ernst. Er seufzte: “Sie ist doch eh noch zu.”,  hob die Flasche auf und gab sie Ady. Theodor hob die Augenbraue und meinte: “Hm..ist wohl zur Desinfektion.”, “Ja von innen. “lachte Vic.
Adelle nahme entgegen und überprüfe den Verschluss,  der tatsächlich verschlossen war. “Hm na gut  aber tu sie weg und lass es niemanden sehen.” mit diesen Worten reichte sie die Flasche zurück und sie verschwand fix in seiner Tasche. “Danke…so nun muss ich aber mal dringend.” sagte er und verschwand aus dem Raum.

Adelle schaute ihm noch nach und wandte sich dann an Theodor, der seufend die Decke anstarrte. “Ich glaube, ich werde in seiner Gesellschaft zu kulant.” murmelte er. “Nun ja .. er ist ein netter Kerl .. ich denke wir können ein Auge zudrücken oder?” meinte Ady und Theodor nickte. “Ich kenne das doch selbst aus meiner Jugend.”, “Nun ja ich glaube fast das wir das alle kennen … ich war auch kein Unschuldslamm .. obwohl mein Vater, als Polizist .. extrem darauf geachtet hat welchen Umgang ich pflege .. vielleicht ist das der Grund, dass ich…” Sie verstummte und blickte zu Boden. Theodor brummte zustimmend: “Das kenne ich auch. Es brachte mich dazu die Ketten meines Vaters zu sprengen und liebte es in dunklen Gassen zu flanieren.”

Adelle Collas nickte, den Blick jedoch weiterhin zu boden gerichtet und war leicht in ihren Gedanken vertieft. “Nun ja .. so ist das wohl .. wenn man ständig von allem “bösen” ferngehalten wird, zieht es einen letztendlich mehr dorthin als es wohl bei Leuten ist, die mit allem in Verbindung geraten.”,” Ja, wenn man im goldenen Käfig gehalten wird, ist die Neugier auf die ‘Welt da draußen’ stärker denn je. ” seufzte der alte Mann.

Derweil hatte es sich Victore im Büro nebenan auf dem Boden breit gemacht und war nicht wie angedeutet auf der Toilette.

Er zog sich seinen Schuh aus und bereite sich eine Droge vor, die er sich zwischen die Zehen spritzte. Vic kniff die Augen zusammen und als das Gemisch durch seine Venen pulsierte, gefor das Lächeln auf seinem Lippen.  Schwankend machte er sich auf den Weg in Patientenzimmer, verstaute seine Tasche unter dem Bett und setzte sich aufs Kissen. Adelle schaute auf: “Soll ich dir Zeitungen besorgen damit es nicht so langweilig wird?” *fragt esie lachend und blickte wieder zu Theodor. “Ich würde eher sagen die Neugierde auf alles was nicht … dem normalen Rahmen entspricht.”, “Das wollte ich eigentlich damit sagen.” erwiderte er. Victore fragte: “Zeitung? Wofür? Ich bin doch schon fertig…ich hör euch ein wenig zu wenn es in Ordnung ist.” sagte er lächelnd und endspannt.  ” Zeitung ist zum Lesen da und nicht zum Hintern abwischen.” grinste Theodor herüber. Victore fing an zu lachen.

Die Lady Ady nickte beiden zu schwieg eine kurze Weile, als sie in ihren Gedanken versunken war. “Nun ja ich denke ich sollte mich trotzdem vorsehen .. der Reiz der Gefahr … ist manchmal einfach überwältigend und ich .. versuche das irgendwie loszuwerden.” Sie überlegte erneut und lachte dann auf.  “Ich hab ne Idee .. ich nehme euch beide als Bodyquards .. ihr passt auf mich auf .. na wäre das nichts?”, “Na warum nicht. Ich nehm am Besten einen Regenschirm als Waffe zum Abschirmen vor alles.” schmunzelte Theodor. Adelle kicherte und Vic fing an zu glucksen: “Ich weiß nicht…ausgerechnet ich? Ich zieh doch sowas magisch an….und zuverlässig bin ich auch nicht..aber ich zieh den bösen Buben schon die Buchsen in die Kimme wenns sein muss.”,  “Na die werden sich freuen.” murmelte Adelle lachend und stellte sich vor wie Victore einem der Männer da draußen den Tanga durch den Hintern zog. Beide konnten sich nicht mehr vor Lachen halten und Tränen standen in ihren Augen.

Theodor hustete vor Lachen und brummte: “Au..Erbarmen bitte..puuh..”, “Na ma nicht so wehleidig, alter Mann. Erbarmen ist nicht..gibts erst wenn man stirbt.” presste Vic  lachend aus seinen Lippen und suchte gedankenverloren nach seinen Zigaretten. Adelle schaute zu Victore, schüttelte leicht lächelnd den Kopf und versuchtes dann zu ignorieren. Er fummelte sich eine Zigarette aus der Schachtel. “Schwanzvergleich..wer macht mit?” kicherte er vor sich her. Adelle riß die augen auf, beugte sich vor und schaut auf ihren Schritt. “Hmmmm…”

Theodor verschränkte die Arme, als er Vic beobachtete und ein Husten kam über seine Lippen als er den Kommentar vernahm.  “Nicht so bescheiden.” sagte Vic und steckte sich die Zigarette in den Mund. “Tut mir leid, mir hat man Ohren und Tail abgeschnitten, als ich eine Dose Thunfisch geklaut hatte.” gab der alte Mann grinsend zu verstehen. Adelle lachte. “He Sie waren mal ein Neko?” Vic setzte sich auf und starrte ihn verwirrt an. “Das war ein Scherz. Ich wollte nur zu verstehen geben, ich kann bei dem Wettbewerb nicht mitmachen.” gluckste er. “Also haben Sie gar keinen Schwanz mehr?” fragte Victore besorgt und setzte sich auf.

“Das wollen Sie bestimmt nicht wissen.” sagte Theodor ernst und runzelte die Stirn. In gleichem Tonfall erwiderte der junge Mann: “Doch will ich.” Theodor wand den Kopf hin und her. “Bei mir ist das nicht mehr von Belang.” erklärte er. ” Hm .. wie gesagt je oller je doller” lachte Adelle und errötete leicht. “*Och kommen sie schon…nun seien Sie mal kein Mädchen..ist ja schlimm wie verklemmt man sein kann.” meinte Victore. “Nicht der Rede wert und keinesfalls wettbewertswürdig.” entgegnete Theodor. “Ich will das jetzt aber sehen.  Ich fang auch an” sagte Vic immer noch ernst und zog an seiner Zigarette.  Adelle blickt erstaunt auf: “Soll ich mich umdrehen?”, “Ne du musst bewerten..ist doch klar.” murmelte Vic zu Ady rüber.

“Das kriegen Sie erst zu sehen, wenn ich den Cocktail in der Hand halte und wir in der Runde zusammen sitzen.” gab Theodor patzig als Antwort. “Das wollen wir doch mal sehen.” Vic drückte die Zigarette aus und stand auf. Adelle Collas lachte leicht hysterisch auf.  “ICH bewerten?” fragte sie mit piepsiger Stimme und prustet erneut los. Victore nickte und ließ Theodor nicht aus den Augen. Er hob die Augenbraue und meinte: “Na, na..gedulden Sie sich.” Adelle legt ihre Hand vor die Augen und kichert vor sich hin. Mit verschränkten Armen ging Vic auf ihn zu und grinste ihn an. “Soll ich ihnen mal zeigen wie schnell das geht?” Der alte Mann riß die Augen auf. “Sie werden doch nicht an mir Hand anlegen?” Vic nickt heftig: ” Und ob..und ob.” Theodor zog die Decke über seinen Bauch und preßte die Lippen zusammen. “Doch nicht hier..” zischte er und rutschte zurück.

Adelle lachte: “Oh nein bitte seid so nett und erspart mir das .. wirklich .. alle beide.”,  “Und ob hier…ist doch keiner da.” Er sah zu Ady und griff nach der Decke von Theodor um sie zurückzuziehen. “Warum denn?”  Theodor schüttelte energisch den Kopf und zottelte verbissen an der Decke. “Nein nein nein..*meint er in durchdringendem Tonfall. Adelle überlegte kurz und setzt eeine selbstzufriedene Miene auf. “Das schickt sich einfach nicht in Anwesenheit einer Dame.” lachte sie. “Doch doch doch doch doch.” wiederholte Vic immer wieder. Theodor schnaufte durch die Nase. “Legenn Sie sich wieder in Ihr Bett und ersparen Sie mir BITTE diese Peinlichkeit.” Der Mann blickte Victore giftig an.

“Wieso den aufeinmal so grantig? Nun entspannen sie …sich…doch..mal.” sagte er und lehnte sich richtig zuüeck um die Decke wegzubekommen. Adelle legte sich die Hände vor die Augen und Theodor wurde es eindeutig zu bunt. Er dachte nur noch an Flucht und ließ die Decke los. “Nichts da.” erwiderte er barsch und versucht schnell Richtung Ady aufzustehen. Victore riß mit Gewalt die Decke vom Bett und taumelte nach hinten. Mit einem leichten “Uff” landete er an der Wand. Adelle flüsterte zwischen ihren Händen hindurch: “Riskier nicht das er länger bleiben muss.” und als sie den dumpfen Schlag hörte, schaute sie rasch auf. “Hast du dich verletzt?” fragte sie hastig. Theodor stand verschwitzt neben seinem Bett und starrte auf Victore.

Victore sah zu Ady und fummelte sich aus der Decke heraus. “Nein hab ich nicht. ” lachte er wieder. “Sooo und jetzt pack ich Sie und dann geht die Hose ne etage tiefer.” gluckste er. “Krieg ich doch ein Einzelzimmer?” fragte Theodor entnervt. Adelle kicherte. “Seien Sie doch nicht so ein Spielverderber..das ist gemein. Mensch Sie Griessgram….dann erschiessen Sie sich doch.” sagte er beleidigt und setzte sich auf sein Bett. Adelle seufzte. “Hey .. nicht aufregen jetzt alle beide .. ” Ihr Blick wechselte von einem zum anderen. “Pff…..ich reg mich doch nicht auf….wenn der ein Einzelzimmer will bitte…soll er doch….da macht man nur mal Spass und dann sowas.” lamentierte er vor sich her. Theodor beäugte ihn misstrauisch.

“Ich hab eine bessere Idee.” sagte Vic plötzlich und stand auf. “Ich gehe..dann haben Sie Ihre Ruhe vor mir bösem Ding.”  Adelle schaute ihn stirnrunzelnd an. “Hey nun komm das muss nicht sein .. hier gibt es eh keine Einzelzimmer und du bleibst schön hier mein Freund. Theodor ermahnte ihn, sich zu beruhigen. Doch Victore war entschlossen. Mit glasigen Augen und einer gehörigen Portion Heroin im Blut stapfte er zur Tür. Adelle versuchte ihn am Arm zu erwischen, doch er war schneller zur Tür hinaus. “Ich fühl mich gut..der will mich nicht…dann kann ich ja auch gehen…besser als bei so nem Grummelkind zu verrotten. Theodor war leicht genervt und sagte zu ihm ernst: “Solange Sie mir nicht an die Wäsche wollen, kommen wir gut miteinander aus.” Ady fing plötzlich beiden  ihre Meinung zu geigen. “Hmpf .. weisst du was .. mach was du willst wenn ihr euch ankeifen müsst .. dann macht das aber ohne mich, ist doch schlimm … seid froh das der entführer nicht in eurem zimmer war .. wir hatten spaß und nun das … nein wirklich …. tztz …” In ihren Augen funkelte es zornig. Theodor schluckte und Vic gab zur Antwort: “Ich mach auch was ich will…Ende.” Besorgt sah er zu ihr und verließ das Gebäude.

Adelle schaute ihm nach und verengte den Blick. Sie war vollkommen ratlos. “Das kann ich nicht verantworten.” murmelte Theodor und ging hinterher. “Mein Freund, kommen Sie bitte wieder mit mir rein. Es tut mir leid, dass ich Ihren Spass verdorben hab.” seufzte der alte Mann. “Ja ja…Sie sind doch die ganze Zeit schon so dabei mit ihrer schlechten Laune umherzusprühen wie eine deffekte Wasserleitung.” schnaubte Victore. “Ich bin nur ein alter Mann. Ich gelobe Besserung.” murmelte Theodor und versuchte ihm zu erzählen was er hören wollte in der Hoffnung ihn irgendwie wieder ins Zimmer zurückzulotsen.

Eine weibliche Stimme unterbrach plötzlich das Gespräch: “Verzeihung, ich wollte nicht stören. Wir suchen die Kirche.”,  “Verzeihung was? Die ist dahinten.” sagte Vic in knappen Tonfall und zeigte in irgendeine Richtung. “Ich für meinen Teil gehe nun…wiedersehen.” und mit diesen Worten stapfte er davon. Die junge kratzte sich am Kopf. “Wo?” Theodor blickte Victore mit leicht verzweifeltem Blick nach. “Irgendwas stimmt nicht mit ihm..” murmelte er kopfschüttelnd und wandte sich der Lady zu. “Ich suche die Kirche.” wiederholte sie. “Hm..die Kirche..Ich bin mir selbst nicht sicher. Ich verlaufe mich immer so schnell.” seufzte er mit grübelndem Blick.

Adelle nickte der Frau zu: “Guten Abend” und schaute dann zu Theodor. “Tut mir leid … irgendwie .. ich weiss nicht was mit ihm los ist .. ich glaube er ist schwanger.” Die Dame sah Adelle an: “Wissen Sie wo wir die Kirche finden?” Sie nickte. “Ja .. Sie gehen hier nach links am Revier vorbei, halten sich links, gehen dann nach rechts und laufen fast genau darauf zu. Die ist gleich neben dem After Dark .. einem der Clubs in der Stadt.” Die fremde Frau bedankte sich und verschwand schnell im Dunkeln. Theodor durchfuhr wieder der leichte Schauer, bei dem Gedanken an den Friedhof dahinter. “Sie sollten sich entweder eine Jacke holen oder sich zurück ins Bett legen mein lieber.” sagte Ady zu ihm. Daufo schaute just in diesem Moment vorbei, ob alles in Ordnung sei, bevor er sich zur Ruhe legen wollte. Theodor holte sich kurz seinen Mantel.

“Ich hatte eine harte Nacht ich denke ich sollte mich ausruhen.” erklärte Daufo, der recht blass um die Nase wirkte. ” Oh .. was ist denn passiert?” frage Ady besorgt. “Wegen dem Vorfall im Krankenhaus?” flüsterte Theodor. “Nunja Lacrisa.” murmelte Daufo und setzte einen vielsagenden Blick auf, in der Hoffnung Adelle verstand, dass Lacrisa ihn gebissen hatte, weil sie Blut brauchte. Theodor bemerkte nichts von dieser wortlosen Kommunikation, aber Adelle verstand. Sie runzelte die Stirn. “Ja du solltest dich dann wirklich ausruhen ,.. meine Türen sind offen, weisst du ja.”, “Ja habe noch Bereitschaft, denke ich lege mich in die Wache ein paar Stunden.” erklärte der Neko. “Hm … arbeitest du jetzt da?” frage Adelle. “Ja dachte mir ein wenig Ordnung im Leben tut gut.”

Mihau kam dann noch zu der Gesprächsrunde und wollte von Ady etwas. Daufo verabschiedete sich müde und Theodor machte sich auf den Weg in sein Bett. Er blickte nocheinmal zurück zu der dunklen Gasse in der Victore verschwunden war. Besorgt wischte er sich über die Stirn und ging zur Ruhe.

Jede Menge Besuch

Leise flackerte das Neonlicht im Patientenzimmer. Die Betten waren wie immer alle belegt und hier und da war ein leichter Grunzer zu hören. Theodor lag in seinem Bett und ruhte sich etwas aus. Da trat eine junge Dame leise ein und wünschte dem alten Mann einen guten Abend. Es war die Lady, die versucht hatte, ihn vom Feuer wegzuholen, als er den Herzinfarkt erlitten hatte.

Theodor blinzelte mit den Augen und die schüchterne Dame flüsterte: “Ich.. hab Blumen mitgebracht…dachte.. sie gefallen Euch vielleicht.” Der alte Mann wurde ganz verlegen, damit hatte er nicht gerechnet. Sie war fast den Tränen nahe und erbat sich Rat von ihm. “Meine Liebe, ich werde Ihnen helfen so gut ich kann.”, meinte er mit sorgenvollem Blick. “Gestern habt Ihr doch bestimmt Ice gesehen, der hier eingeliefert wurde oder?”, fragte sie. Theodor kratzte sich am Kopf und erinnerte sich an seinen Bettnachbar, der versucht hatte sich umzubringen, weil er die Lady, die vor Theodor stand, über alles liebte. Die Dame erzählte ihm was für eine Wende diese Liebe genommen hatte. Ice tot geglaubte Verlobte war zurückgekehrt und nun hatte er die Beziehung mit ihr beendet. Theodor riss erschrocken die Augen auf. “Schlimmer jedoch ist, dass ich bisher in jeder Beziehung betrogen wurde und ich glaube, dass es besser wäre nie wieder jemand männliches zu sehen.” seufzte sie.

Der alte Mann ging zu ihr und bat sie sich zu ihm zu setzen. Eine Träne rann ihr die Wange hinab. “Es ist töricht von mir Ihren Rat zu suchen, wo es Ihnen doch gar nicht gut geht.” Theodor lächelte sie aufmunternd an: “Ja, das ist wirklich eine vertrackte Sache und ich kann verstehen, dass Sie verzweifelt sind. Nun, jetzt sind Sie erst einmal das Wichtigste und nicht ich.” Leise antwortete sie: “Das wäre aber sehr egoistisch von mir und somit bin ich einfach nur froh, dass Ihr grad… wach ward denn… ich wusste nicht mit wem ich reden sollte und… ich hatte Euch sehr nett in Erinnerung.”

Theodor hielt die Hand nachdenklich am Kinn. „Meine liebe Lady, vielen Dank… Hm das Verhalten dieses Mannes kann ich ehrlich gesagt weniger nachvollziehen… von einem Extrem zum anderen zu springen…unbeständig wie eine Meereswoge.“, grübelte er. „Es ist jedes Mal dasselbe – mein Herz ist schon zu Eis geworden da ist gar kein Platz mehr für irgendwen.“, flüsterte sie. Theodor brummte sorgen Eines ist wichtig all der Schmerz sollte uns nicht umwerfen, sondern unser stärker machen. Deshalb geben Sie die Hoffnung nicht auf.“, „Das haben Sie auch nie und dafür bewundere ich Sie.“, „Lassen Sie nicht zu, dass der Schmerz sie zerfrisst. Ich muss da an einen jungen Mann denken, der obwohl er ständig krank ist, mich selbst immer wieder ermuntert hat, das Leben zu nehmen so wie es ist und nach vorn zu sehen. Alleine hätte ich sicher auch schon aufgegeben. Doch ich habe gesehen, man sorgt sich hier um mich, hier sind viele Freunde. Und das Gleiche gilt auch für Sie. Halten Sie sich an Ihre Freunde, suchen Sie das Gespräch und denken Sie an positive Dinge.“, lächelte er. „Ja ich weiß, es gibt Schlimmeres, aber Sie wissen ja wie das ist… ich sollte Sie in Ruhe lassen, Sir und sich ausruhen lassen. Ich hoffe Sie sind mir nicht böse…“ erwiderte sie betrübt und erhob sich.

„Nein, bleiben Sie. Schon Ihre Anwesenheit ermuntert mich. Wir sprechen miteinander und ich habe mich noch nicht vorgestellt? Mein Name ist Theodor. Bitte bleiben Sie.“ Die Lady umarmt den alten Mann und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Ich danke Ihnen, mein Name ist Ann.“, „Freut mich sehr Ann.“ Erwiderte er überrascht. „Glauben Sie mir, es ist besser wenn ich jetzt gehe, aber ich verspreche Ihnen ich komme wieder… mit neuen Blumen und schöneren Themen.“, „Aber bitte versprechen Sie mir, denken Sie an schöne Dinge, die Sie erbauen. Denn gerade jetzt wo der Schmerz so groß ist, brauchen Sie einen Halt an den Sie sich klammern können. Ich bin gerne für Sie da.“, bat er Ann mit einem Lächeln und sie umarmte ihn erneut. „Ich danke Ihnen. Bis bald.“ Winkend verließ sie das Zimmer und Theodor winkte ihr aufmunternd hinterher. Erst als die Türe sich geschlossen hatte, wich das Lächeln einem sorgenvollen Blick. Lange dachte er noch nach, bevor er die Augen schloss um etwas zu schlafen.

Ein Klopfen riss ihn wieder aus seinem Halbschlaf und Daufo trat leise ins Patientenzimmer ein. „Ach, Sie sind es Sir Daufo. Hallo.“ Er hob den Kopf und nickte freundlich. „Hi Herr Lenz, wie geht es Ihnen?“ begrüßte er ihn, doch dann ging der Alarm los und der Neko stürmte aus dem Zimmer. Theodor blickte ihm nur fragend hinterher. Es verging eine halbe Stunde und Daufo kehrte zurück. „Hallooooo.“, grüßte er und Theodor hustete ein Hallo zurück. Der Neko erkundigte sich nach seinem Wohlergehen und der alte Mann antwortete: „Mhm… ich habe noch Kopfschmerzen und meine Lunge brennt etwas, aber das geht schon wieder weg.“ Er winkte lächelnd ab, dass es nicht so schlimm sei. „Wenn Sie was brauchen, sagen Sie Bescheid.“ Theodor bedankte sich nickend und Daufo verabschiedete sich. Theodor schloss die Augen und hoffte, dass er jetzt endlich etwas Ruhe finden würde.

Jemand kam ins Zimmer und legte sich in das benachbarte Bett, doch Theodor bemerkte es nicht mehr. Er schnarchte friedlich vor sich hin. Darin war der alte Mann ein Meister. Sein Bettnachbar schaute kurz zu ihm, seufzte und drehte sich mit dem Kissen über dem Kopf auf die Seite.

Stunden vergingen und da riss ein Klopfen ihn erneut aus den Schlaf. “Ja, bitte?“ brummte er. „Ich bin es…..Victore…kann ich eintreten?“, hallte es dumpf durch die Tür. Er hörte noch eine andere Stimme und einige Wortfetzen. Jemand suchte wohl die Ärztin und war schlecht gelaunt. Das Gespräch war mit farbigen Metaphern durchsetzt und nach einiger Zeit kam Victore mit angesäuerter Miene ins Zimmer. „Tut mir leid Sir…hat etwas gedauert.“, „Oh… guten Abend. Ich dachte schon es etwas passiert.“, erwiderte Theodor besorgt. „Na ja irgendwie schon aber keine Ahnung was genau wieder los ist…diese Stadt ist einfach nur krank.“, fluchte Vic. Theodor stimmte ihm zu und er fragte sich, was ihn bloß geritten hatte in diese Stadt zu ziehen. „Ich weiß nicht ob ich in dieser Stadt sterben möchte.“, seufzte der junge Mann.

Da kam Daufo schnaufend zur Tür hinein. Vic drehte sich abrupt um. „Der Mann draußen hat wohl irgendwas. Schlechte Laune auf jeden Fall zu viel.“, lachte er. Daufo nickte und kümmerte sich um den fremden Mann vor der Tür. „Wie geht es Ihnen, Sir Victore?“ fragte Theodor neugierig. „Besser, vielen Dank der Nachfrage. Verzeihen Sie mir bitte den Ausraster von letztens.. das war nicht gewollt.. es kam einfach über mich…“ seufzte er. Der alte Mann schnaufte durch die Nase. „Mir tut es auch leid, dass ich etwas übertrieben reagiert habe.“, „ Na ja vergeben und vergessen… war einfach ein…schlechter Tag.“, entgegnete Vic. Daufo kam ins Zimmer und und Vic fragte, was mit dem Herren draußen nun sei. ”Nunja, Victore er sucht jemanden und dachte einer von euch sei, es ignoriere ihn, sollte noch mal was sein, sagst du Bescheid, dann fliegt er hier raus.“, erklärte Daufo. „Ach außer ein paar Drohungen kam nichts weiter als heiße Luft von dem Kerl.“, meinte Victore. Daufo wollte sich dann wieder auf den Weg machen und Theodor wünschte ihm noch ein paar ruhige Stunden. „Ja meist wenn man es ruhig haben will, ist immer die Hölle los, wir werden sehen.“, lachte der Neko und ging zur Tür hinaus.

„Ich habe vorgestern einen Anruf bekommen. Ein alter Freund von mir erlag vor zwei Tagen der Krankheit.“ Erzählte Victore etwas mitgenommen. Theodor richtete sich auf und zog die Bettdecke beiseite. „Oh, mein aufrichtiges Beileid.“, erwiderte der alte Mann betrübt. Victore schüttelte mit dem Kopf. „Es war alles nur eine Frage der Zeit… ich habe schon viele Freunde gehen sehen… die Frage, die sich mir und allen anderen stellt, ist immer nur wer als nächstes dran ist und wann wieder ein Stuhl leer bleiben wird.“, „Ich hoffe Sie verlieren aber nicht Ihren Mut.“ Theodor sah seinen Freund besorgt an. „Nein….das Gespräch mit der Ärztin.. es hat mir viel gebracht auch wenn ich weiß, dass das Schlimmste mir ab jetzt noch bevor steht.“, erklärte der junge Mann.

Theodor seufzte etwas und setzte ein verbissenes Grinsen auf. „Schön hört sich das nicht an. Aber machen Sie es Gevatter Tod bitte nicht zu einfach. Mir haben Sie das auch gepredigt.“ Mit Sicherheit nicht…das hat noch Zeit… ein paar Jahre.. hoffe ich.“ Er lachte gezwungen und Theodor lächelte ihn an. „Ich brauche Sie noch eine ganze Weile als Freund, solange ich hier auf diesem Planeten herumspaziere. Ich baue darauf.“, „Ach kommen Sie… Sie haben sich doch schon einen guten Kreis an Groupies hier aufgebaut.“, entgegnete Victore lachend.

Theodor schmunzelte: „Sie haben gut reden. Freunde kann man nie genug haben und ob Sie es wollen oder nicht, für mich gehören Sie zu meinem Freundeskreis.“ „ Ach ja..einer mehr oder weniger“ sagte Vic ironisch und kramte in seiner Tasche. „Problem damit wenn ich eine rauche eben?“, „Nein, machen Sie ruhig.“ Vic holte sich eine Zigarette heraus und steckte sie sich an. „Sie werden mich wohl noch eine Weile ertragen müssen.“, grinste Theodor schelmisch. „Das werden noch harte Zeiten werden. Na das will ich ja hoffen aber ich bevorzuge Sie dennoch mal einmal ohne Groupies.“ lachte er und schreckte hoch als es draußen laut knackte.

“Was ist da draußen los für ein Radau? Hier sind kranke Leute.“ rief Vic Richtung Tür. Theodor zuckte mit den Schultern. „Da ist öfter Radau draußen. Ich bekomme das schon gar nicht mehr mit.“ Vic schüttelte nur einmal mit dem Kopf. „Ja ich weiß wieder wieso ich froh bin, nicht mehr hier zu liegen. Bis ich das nächste Mal wieder hier liege.“ brummte Vic und drückte die Zigarette aus. „Über kurz oder lang bin ich hier auch weg. Langsam werde ich in dieser trostlosen Umgebung verrückt.“ meinte der alte Mann. Vic lachte: „Man gewöhnt sich an alles. Die richtig schlimmen Sachen blieben bis jetzt bei mir aus… aber da nun das Vollbild AIDS bei mir ausgebrochen ist… ab jetzt spiel ich russisch Roulette“ seufzte er. Erneut schepperte es draußen und Victore verließ entnervt das Patientenzimmer um nachzusehen.

“Wer macht den hier immer so einen Krach?“ fragte er. „Verpiss dich zu deinem Freund und geh mir nicht auf’n Sack Mensch.“ kam barsch die Antwort zurück. „Was machen sie noch hier? Hat Daufo Sie nicht behandelt?“, „Nein hat er nicht… hat er vergessen und jetzt nerv mich nicht.“ murrte der Fremde. Victore seufzte: „So kenn ich ihn gar nicht…verzeihen Sie ich mach mir nur Sorgen um ihr Wohl.“ Theodor erhob sich mühsam, zog sich seine Latschen über die Füße und schlurfte zur Tür. „Meine Fresse, dein Gelaber pisst mich an . Geh rein da und mach die Tür zu, sonst liegst du nicht neben ihm sondern woanders.“ Theodor lukerte besorgt durch die Tür. „Nun entspannen sie sich erstmal…in Ordnung?“ entgegnete Victore freundlich. Der alte Mann sah fragend zu den Beiden. „Was ist denn hier los, Sir?“

„Wie kann man nur so kack freundlich sein Alter.. auf Drogen oder was?“ fragte der fremde Neko. Victore lachte: „Nein,aber ich habe genug Elend in dieser Welt gesehen… da muss ich nicht der Grund sein damit es noch mehr gibt.“ Der fremde Mann war völlig perplex. „Alter ich würd’ dich kill’n das dir klar oder? Wie kannst du? Du? Du? So sein? Alter, das nicht normal.“ Theodor beäugte den Herren mit neugieriger Miene. „Sie haben wohl einen schlechten Tag erwischt, werter Herr.“ brummte er dem Fremden entgegen. Victore öffnete langsam die Augen. „ Nun ich glaube um jemanden umzubringen, gehört schon viel dazu und das war für mich noch kein Grund.“ erklärte Victore ernst. Der fremde Mann musterte Theodor und fauchte ihn an: „Hau ab in dein Bett, alter Sack. Sonst mache ich dir auch noch Feuer unterm Arsch.“

Er musste herzhaft lachen als er Victore ansah. „Wir müssen mal ein trinken gehen.“ Der Fremde schüttelte ungläubig den Kopf über das was er selbst gesagt hatte. „Oh man oh man.“ entfuhr es ihm und schaute wieder ernst. „Und jetzt verpisst euch in euer Zimmer!“ brüllte er. Vic meinte noch: „Ach für ‚’nen Wodka bin ich immer zu haben. Dann passen Sie aber etwas wegen dem Lärmpegel auf.“ lachte er. Theodor sah den Fremden entrüstet an und schlug ihm vor, er solle sich doch lieber ausruhen. Das war zuviel für den Herrn. Zitternd umfasste er die Griffe seiner Schwerter und raunte in lautem Tonfall: „REIN DA!“

Victore wandte sich an Theodor. „Sir wir gehen rein.. auf der Stelle.“ Der alte Mann nickte und machte eine Kehrtwende Richtung Tür. „Der Herr hat mir ein zu großes Problem.“ pfiff er leise zu Victore. Theodor verschwand im Zimmer, als der fremde Mann Vic noch ein Bündel Fünfzig Dollar Scheine zu, die er aus der Krankenhauskasse geklaut hatte. „Und du Alter kauf dir mal paar neue Klamotten.“ lachte er und verbeugte sich veräppelnd vor Victore. „Auf bald der Herr.“ Lachte er laut und verschwand. Victore wunderte sich und hob das Bündel auf. „Danke“ rief er ihm noch hinterher und ging ins Zimmer zurück. „Sie sollten aufpassen in Ihrem Alter.“ „Pah… alte Klamotten…“ brummte Theodor in sich hinein, der nur einen Teil verstanden hatte und annahm der Neko hätte seinen Pyjama gemeint.“, „Er meinte mich…“ lachte Vic. „Hm? Na dann. Meins ist die neuste Pariser Mode.“ witzelte Theodor.

„Sie sollten aber wirklich aufpassen….hier laufen Leute rum…na ja die sind etwas…“ seufzte Victore zu dem alten Mann. „Ich sage Ihnen…sollte mir jemand am Bett zu nahe kommen, der erlebt sein blaues Wunder.“, entgegnete Theodor mit funkelndem Blick. Vic zog die Augenbraue hoch. „Was wollen Sie denn machen? Verzeihen Sie aber in Ihrem Alter?“ Theodor lächelte etwas gaunerhaft. „Ich habe da meine kleine geheime Methode.“ murmelte er. „So und welche sind das?“ feigste Vic. „Glauben Sie wirklich, nachdem hier ständig solch seltsame Vorkommnisse gibt, bleibe ich unvorbereitet?“ grinste er in der Absicht nicht mehr zu verraten. Der junge Mann lachte: „Was haben Sie denn unterm Bett versteckt hm?“ Theodor fühlte sich ertappt. „Meine Bettpfanne.“ brummte er etwas unsicher. „Na ob Sie damit gegen Klingen ankommen ist was anderes. Aber Kopfschmerzen macht die sicherlich.“ Theodor musste lachen. „Ja, das schon.“

Er grübelte etwas und zeigte ihm die Waffen, die an der Unterseite des Bettes befestigt waren. „Haben Sie denn schon eine Bewilligung bekommen auf den Antrag?“ Theodor nickte und Vic meinte: „Ich warte noch auf meine Bewilligung aber irgendwie… kam noch nichts zurück… aber dann haben Sie recht… dann können Sie sich besser verteidigen als ich.“, „Haben Sie schon einmal nachgefragt? Die Beamtenmühlen mahlen manchmal etwas zu grob und langsam.“ fragte Theodor. „Nein…ich lag ja im Krankenhaus.“ erwiderte Victore. „ Hm…vielleicht liegt er schon auf der Wache und man wartet nur darauf, dass Sie ihn abholen?“ fragte Theodor grübelnd. „Na ja ich werd mal vorbeischauen. .ich wollte eh nun gehen…ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend.“ Theodor wollte ihm noch den Schein zeigen, aber Victore lehnte ab. “Zeigen Sie ihn mir ein anderes Mal. Ich muss wirklich ins Bett.“ sagte er lächelnd. „Ein Bett ist hier noch frei.“ schmunzelte der alte Mann. „Ich bin froh das ich hier nicht schlafen muss. Einen schönen Abend noch.. ich schaue morgen noch mal vorbei.“ Victore wandte sich um und verließ den Raum. „Alles Gute.“ rief Theodor dem jungen Mann noch nach.

Start in die Normalität zurück

Langsam hatte Theodor genug davon inmitten der kahlen Wände des Krankenhauses zu versauern und schlich sich mit Mantel und Hut nach draußen. Sein Weg führte ihn am After Dark Club vorbei und die Neugier trieb ihn hinein. Der Club war verraucht und das Publikum entsprechend jung. Zögerlich trat er ein und setzte einen gekünstelt lässigen Blick auf. Er hörte kurz von einer Dame, dass sie von einem Fremden überfallen worden war und eine Rose als Andenken behalten hatte.

Theodor wünschte allen einen guten Abend und sein Blick erhellte sich als er die tanzende Schönheit vor sich erblickte. „Ist da noch ein Platz frei?“ fragte er als er die volle Couch sah. Die Sitzgemeinschaft nickte und eine Lady murmelte leise: „Hoffentlich hat er Herzpillen dabei .. will ihn nicht raus tragen müssen.“ Theodor setzte sich langsam und musterte die Runde. Eine Dame fragte ihn: „Haben Sie Ihren Krankenhausaufenthalt gut überstanden, werter Herr?“ Der alte Mann nickte verhalten und antwortete leise. “Ja mir geht es gut.“

Dass er aus dem Krankenhaus abgehauen war, wollte er wahrlich nicht in der Öffentlichkeit herumposaunen. „Hm wenn ich das meinem Vater erzähle, der kennt Sie ja noch von früher.“, lachte sie. „Das es mir gut geht? Ja, das könnt Ihr ihm gern erzählen.“, erwiderte er. Die junge Lady nickte. „Wenn ich meinen Erzeuger mal wiedersehe…aber na ja….schauen wir mal.“ Theodor sah sie ratlos an. „ Ihr habt schon länger keinen Kontakt zum ihm?“ fragte er. Sie schüttelte mit dem Kopf. „Nein…seit dem Vorfall mit meiner Mutter nicht mehr.“ Es kamen einige neue Gäste und das Gespräch verlief sich im Sande.

Theodor bestellte sich ein paar Longdrings, deren Inhalt er vom Namen her nicht eindeutig identifizieren konnte, aber Alkohol war enthalten, dass schmeckte man. Der alte Mann nippte an seinem Glas und lauschte den Gesprächen. Belanglose Themen wurden gewälzt. Irgendwie fühlte er sich hier wohl. Ein Nekopärchen schmuste in einer Ecke und immer wieder flüsterten sie sich etwas ins Ohr. Langsam schlief Theodor ein und schnarchte genüsslich vor sich hin. Nach einiger Zeit schreckte er hoch und die blonde Lady stakste zu ihm rüber. Sie setzte sich neben ihn und sah ihn an: „Na dann bist du nicht mehr so alleine…kann man ja nicht mit ansehen.“

Beherzt schmiss sie sich ihm in die Arme und grinste wie eine kleine Göre. Theodor schluckte den nächsten Drink herunter. Er hatte nicht gezählt, wieviel es waren, doch es waren etliche Gläser in seinem Magen gelandet. Die Umgebung verschwamm schon langsam vor seinen Augen. Lächelnd sah er die Dame an. „Allein sein, ist eine Angelegenheit, die man sich nur erwählt wenn man ihrer wirklich bedarf. Doch ich suche die Gesellschaft.”

„Ich wollte dich nicht umschmeißen… kriegste noch Luft?“ fragte die Dame besorgt. Theodor hustete leicht. “Nein, Mylady.. Ihr seid weich wie ein Daunenkissen.“, „Hm..sicher, dass Sie noch richtig fühlen? Ich habe Metall am Körper.“, lachte sie frech. „Ich passe mich Eurem Körper an…Ihr seid wahrlich angenehm.“ lallte er. „Schleimer.“ sagte sie dreist. „Haben Sie das damals gelernt für die Nutten auf der Strasse? Damit Sie weniger zahlen mussten?“, scherzte sie und lauschte dem Schlag seines Herzens.

“Ich meine es ehrlich.“ sagte Theodor ernst und hob seine Hand beschwörend. „Ich zahlte noch nie für eine Gefälligkeit.“ murmelte er und lief rot an. Die Dame raunte: “Schade, da denkt man dem kann man wenig ein bisschen Geld aus der Tasche ziehen.” Sie sah Theodor an. “Lass dich ja nicht veräppeln von mir.” lächelte sie und gab ihm ein Küsschen auf die Wange. Theodor drückte die blonde Dame an sich und schmunzelte. “Du piekst.” meinte sie plötzlich. “Ach, ich pieke?” warf der alte Mann ein. ” Gewöhn dich dran, Kleine.” brummte er und vergaß all seinen höflichen Umgang. “Ja deine Essensbremse piekt” murmelte sie. “Wieso soll ich mich daran gewöhnen alter Mann? Willst du öfter knuschen?” Er lächelte sie offen an. “Sicher..sicher…” lachte er unter seinem vermehrten Alkoholpegel. “Denk aber man ja nicht ich hätt ‘nen Ödipuskomplex.” flüsterte sie.

Seine Sitzpartnerin sang leise vor sich her: “Jetzt bist Du schon siebzehn. Ich war verrückt, ich liebte Dich. …”, “Isch bin die Höllsche.” murmelte der alte Mann seine Zunge nicht mehr recht unter Kontrolle haltend.  Die Dame sang etwas lauter: “Ich hoffe, Du wirst Dein Baby lieben. Ich hoffe, es wird ein Junge. Ein Junge, Dolly!”, “Oder ein Määääääädchschen …” lallte er voller Leidenschaft.  Sie surrte ihm weiter ins Ohr: “Liebe auf den ersten Blick, auf den letzten Blick, auf jeden Blick, Dolly.”

Jemand spendierte Theodor noch einen Jack Daniels und der alte Mann schluckte den Drink ohne mit der Wimper zu zucken in den Rachen.  Sein Kopf wiegte schon hin und her. Er hatte eindeutig zuviel getrunken. “Mhm..” murmelte er etwas unverständlich, zog das Portomonaie aus seiner Tasche und warf einige Scheine auf den Tisch.  Die Lady sah ihn fragend an: “Ihr wollt schon gehen?” Theodor gähnte herzhaft und nickte. “Gudde Nachd, …Kleine. ” laberte er daher und steckte ihr noch etwas Kleingeld zu. Schwankend machte er sich auf den Weg zu seinem Bett im Krankenhaus. Ob ihn jemand so gesehen hatte? Er wußte es nicht. Es war ein Wunder, dass er noch den Weg zurückfand.

Mit heftigen Kopfschmerzen erwachte er am nächsten Tag und lag einfach nur breit in seinem Bett. Es mußte wohl ein Rückfall sein, mutmaßten einige. Theodor schwieg. Zu peinlich war ihm die ganze Angelegenheit. Er erinnerte sich nur schehmenhaft an eine blonde Dame, die er wohl mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatte, als es für ihn üblich war. Selbst bei dem bloßen Gedanken daran, krampfte ihm der Magen zusammen. Was hatte er sich bloß dabei gedacht, schoß es ihm immer wieder durch den Kopf. Er hatte Glück und wohl auch eine gute Leber, dass er schneller wieder nüchtern war, als man vermuten würde. Endlich durfte er das Krankenhaus verlassen.

Eine Zeitung mußte her, war sein erster Gedanke. Zu lange hatte er auf die täglichen Nachrichten verzichtet. Sein Blick fiel auf einen Artikel, der sein Herz höher schlagen ließ: “Nun endlich sind die Arbeiten an dem über 100 Jahren alten Gebäude in der Boston Road abgeschlossen…Die Stadt hat keine Mühen und Kosten gescheut, um das alte Gebäude wieder her zurichten.” hieß es dort. Theodor faltete die Zeitung  unter seinem Arm zusammen und stapfte in die Richtung seines Heims, das abgebrannt war. Und da stand es wieder – in seiner vollen Schönheit, als wenn nie etwas geschehen wäre. Der alte Mann war außer sich vor Freude. Hier wollte er sich wieder sein Zuhause schaffen.

Zwei bis drei Tage vergingen und Theodor hatte sich mühseelig ein paar neue Habseeligkeiten angeschafft. Diesmal war er spendabler gewesen und sogar ein kleines Wägelchen hatte er sich zugelegt. Von außen ein Oldtimer, ein Nachbau des Fords aus dem Jahre 1923. Theodor liebte seine kleine neue Kutsche. Sie hatte es auch in sich –  neueste Filtersysteme, einen sparsamenMotor und ein Soundsystem, das die knatternden Geräusche nacharmte. Dieses Modell war sogar in der Lage zu fliegen, doch Theodor hatte keinen Flugschein und er ließ deshalb lieber die Finger davon.

Zufrieden mit sich und der Welt ging er des Abends wieder spazieren und wunderte sich über die Ansammlung Leute, die am Eingang des After Dark Clubs standen. Irgendwie hatte sich alles verändert, aber so richtig war ihm nicht klar, was dort geschehen war. Freudlich nahm er seinen Hut vom Kopf und grüßte die Gruppe. Er erkannte seinen Freund Victore wieder und tippte ihm etwas scherzhaft auf die Schulter. “Gibts hier Freibier oder was?” flüsterte er. “Nein gibt es nicht oder sehen Sie irgendwo was zum ausschenken?” erwiderte er ernst.

“Da müsst ihr ins Diners gehn. Da gibt es was zu trinken.” erklärte eine der Damen. Sie wandte sich an Victore. “Nicht so unfreundlich gegenüber nem alten Mann du Jüngling.” wies sie ihn zurecht.  Victore sah sie an und meinte: “Sei ruhig.”, ” Ach, liebe Lady, ich bin das schon gewohnt, vor allem von dem hier.” bemerkte Theodor und blickte kurz Victore. Die Lady schubste ihn mit den Worten “Der ist nur frech” etwas zurück. Victore paßte das gar nicht und schüttelte den Kopf.  “Ey Finger weg jetzt.” murrte er. “Mehr Respekt vor dem alter Jungspund.” fuhr sie ihn an.

Victore erklärte, er habe dem alten Mann nur zu verstehen gegeben, hier gäbe es nichts zu trinken. Theodor versuchte schlichtend einzugreifen. “Na, ganz ruhig. Es war ja mehr eine spitz gemeinte Frage. Ich wollte nur wissen warum hier so ein Auflauf herrschte.”, “Schaulustige.” erklärte die Lady kurz. Nach einigem Hin und Her machte Victore schnaubend auf dem Absatz kehrt. Es war das letzte Mal, dass Theodor den jungen Mann gesehen hatte.

“Es tut mir leid für den Kleinen..er hat im Leben leider nur das Schlechte bekommen. Deswegen bin ich ihm nicht böse.” murmelte er. “Aber Respekt und Achtung soll man vor dem Alter haben.” meinte die Dame. “Nun ja, es gibt mildernde Umstände, die mich anders denken lassen. Er wird leider nicht so lange leben wie ich. So krank wie er ist.” flüsterte er leise. “Oh das tut mir leid.” entgegnete sie. “Nun, er ist zwar ein Optimist, hat aber auch seine schlechten Tage.” schmunzelte er und drehte sich verwundert um, als wieder jemand ein Paket an ihm vorbeitrug. “Wurde hier umgeräumt?” fragte er. “Nein ausgeräumt.” antwortete sie.

“Oh.” entfuhr es ihm.  Theodor war verdutzt.  Um ihn herum wuselten einige Leute hin und her. “Wo gehn wir jetzt hin?” hörte er von der Seite. Die Lady schüttelte fragend den Kopf. “Es war hier mit unser Zuhause. Die Miete wurde drastisch erhöht und die Geschäfte laufen schlecht.” erklärte sie betrübt.  “Oh, das hört sich nicht sehr gut an.” sagte Theodor traurig und senkte den Blick. Wieder war sie beschäftigt einige Leute zu delegieren und der alte Mann verabschiedete sich leise.  Hier störte er nur.

Er war gerade auf dem Weg Richtung Wohnung als er auf eine Gruppe Leute traf, die wohl frisch eine Auseinandersetzung hinter sich hatten. Etwas ratlos aber auch neugierig blieb er stehen und beobachtete das Geschehen.  Barsche Wörter fielen, die jenseits des guten Geschmacks waren. Theodor konnte nicht ganz verstehen um was es ging. Es waren jedenfalls zwei Parteien, die wegen irgendetwas stritten. Kopfschüttelnd machte er sich von dannen. Er wollte sich da nicht einmischen.

Mit seinem kleinen Wagen machte er öfter eine kleine Spritztour und mußte seit dem Brand im Polizeipräsidium einen kleinen Umweg fahren. Diesmal war es Brandstiftung gewesen, laut der Erklärung des Polizeichefs. Theodor schüttelte besorgt den Kopf als er den Schutthaufen sah. Es hatte in der letzten Zeit zu viele Brände gegeben und der alte Mann zweifelte ernsthaft daran, dass einige davon Unfälle gewesen sein sollten.

In diesen Tagen hatte auch eine neue Bar geöffnet und Theodor mußte einfach mal vorbeifahren. Abends ein Bierchen zu trinken, empfand er als recht angenehm. Sein kleiner Stammtisch existierte ja nun nicht mehr. Es herrschte ein reger Publikumsverkehr vor dem Etablissement. Die Motorräder standen in Reih und Glied und der Westernstyle der Bar war unverkennbar.

Theodor wurde von einigen aus der Gruppe  freundlich begrüßt und der alte Mann gesellte sich zu ihnen. Ernsten Gesprächsstoff konnte er hier aber wohl nicht erwarten. Es gab einiges sinnloses Gemurmel und Theodor versuchte zu erahnen worum es wohl ging.

Etwas Haariges schnüffelte plötzlich an seinem Bein und Theodor sah rätselnd nach unten. “Hundi.” murmelte er, doch das Wesen neben ihm war wesentlich größer als ein gewöhnlicher Hund. Als er so grübelnd das Wesen neben sich betrachtete, war er plötzlich mitten in einer Auseinandersetzung zwischen einem Mann mit Schwert und einem Beamten der Polizei.

Es war ein nicht so recht definierbares Gewusel. Theodor konnte es nicht recht erkennen. Er glaubte zu sehen, dass der fremde Mann mit dem Schwert recht widerstandsfähig war und mit aller Gewalt sich gegen den Beamten zu behaupten wußte. Wie das Ganze nun ausgegangen war, konnte der alte Mann im Nachhinein nicht mehr eindeutig sagen. Hatte der Beamte den wildgewordenen Mann festgenommen? Oder war er abgehauen?

Theodor hatte sich in die Bar zurückgezogen, um sich etwas umzusehen. Durch das Gemetzel draußen, war die Bar wie leergefegt. Es hatte tatsächlich etwas von einem Saloon und einer scheunenhafter Atmosphäre. Gemütlich war es auf jeden Fall.

Pokern war hier sehr beliebt, doch für Theodor nicht so recht von Interesse. Es bedeutete  Geld auszugeben und er hatte kein gutes Händchen im Spiel. Die große Fläche mit den Stangen bot viel Freiraum für die Tanzmäuschen des Clubs.  “Saufen und die Show genießen” brummte Theodor schmunzelnd  in Gedanken als er die große Bühne beäugte.

Draußen legte sich die Aufregung langsam und Theodor verließ den Club. Der seltsame Hund kam wieder auf ihn zu und Theodor fütterte ihn mit ein paar Keksen.”Darf ich bitte mal durch?” raunte eine Stimme hinter ihm. Der alte Mann erschrak und wich schnell zur Seite. Der Hund knurrte und dachte nicht daran Platz zu machen. Da war das Unglück auch schon geschehen – Ice fuhr mit seinem Bike über den Schwanz des Hundes. Ein lautes Gejaul erklang und wich einem Knurren. “Oh tut mir leid.” murmelte Ice und warf ihm ein Stück Brot hin. Eine Lady hatte noch ein Stück Fleisch bei sich und der Hund machte sich von dannen.

Theodor knusperte noch an ein paar Keksen und schlich sich dann zu den Damen, die er schon kannte. “Meine Damen wie gehts Ihnen denn?” flüsterte er und fühlte sich in der Menge, die so betreten schwieg, nicht gerade wohl. Lady Kim sah zu dem alten Mann und gähnte leicht. “Danke.. gut wie immer.” grinste sie. ” Und Ihnen? Hab Sie ja schon lange nicht mehr gesehn.”, “Ja, mir geht es wieder gut. Ich habe wieder meine Wohnung und sogar ein kleines Wägelchen gefunden.” erzählte Theodor und zeigte auf den Ford auf der anderen Straßenseite.  Sie musterte ihn und meinte er würde irgendwie zu dem alten Mann passen.  Theodor schmunzelte: “Ja, ich liebe alte Dinge.” Die Lady erzählte, dass sie sich ein Fahrrad besorgt hatte und grinste. “Mich beruhigt das Fahrrad schon deswegen, wenn ich an die Treibstoffkosten denke.” Der alte Mann nickte und meinte, dass er auch daran schon gedacht hatte sich ein Fahrrad zuzulegen. Aber da er eine Weile keinen Sport treiben durfte, war daraus ein Oldtimer-Nachbau geworden. “Und wenn ich es mir leisten kann…nun ja gönne ich mir auch mal etwas.”, lächelte er achselzuckend.”Wenigstens ein kleiner Trost, wenn ich schon meine liebsten Sachen verloren habe.”

Kim nickte langsam. “Achja… der Brand.. stimmt davon hab ich gelesen.. tut mir sehr leid.” , “Ja, leider.”,  seufzte er und zeigte das angebrannte Bild seiner Frau. “Das ist das Einzige was mir noch geblieben ist von meinen Erinnerungen.” murmelte er und steckte es zittrig wieder fort.  Er rieb sich unter der Brille die feuchten Augen und sah die Lady, die er letztens im Club so beherzt in den Arm genommen hatte. “Na du..wie gehts dir?” fragte sie. ” Hm..naja.. an sich geht es mir wieder besser.” seufzte er. “Das freut mich zu hören. grinste sie. “Und Ihnen?” fragte Theodor in höflichem Ton. “Mir geht es gut danke…nur ein wenig kalt ist es.”  Theodor schaute an der Lady auf und ab und murmelte: “Ja bei der Kälte sind Sie auch etwas knapp bekleidet.”

“Na ja…was soll ich machen…die Kleider, die ich Geschenk bekommen habe sind leider…” seufzte sie. “Oh.. Ich habe noch eine Decke im Auto. Die gebe ich Ihnen gern. Kommen Sie mal mit.” murmelte er.  “Das wäre aber lieb.” lächelte sie und folgte ihm. Theodor öffnete den kleinen Kofferraum und zog ein Bündel heraus. ” Hier bitte, sie wird für den Anfang helfen.” lächelte er und reichte ihr die Decke. Die Lady nahm die Decke und warf sie sich über die Schultern. “Danke danke danke danke danke danke danke danke danke danke” sagte sie hastig hintereinander. Er lächelte und gab ihr mit einem Wink des Zeigefingers zu verstehen, etwas näher zu kommen. Sie wickelte sich in die Decke ein und sah ihn fragend an.

“Kommen Sie mal her..” murmelte er und griff nach ein paar Geldscheinen. “Hier..kaufen Sie sich ein paar schöne Sachen, damit Sie nicht mehr so frieren.” Die Lady, die wohl EmA genannt wurde, soweit er gehört hatte, sah ihn an und kam etwas näher. “Aber das kann ich nicht annehmen..Sie haben sicher doch selber nicht viel Geld oder?”, “Machen Sie sich darüber mal keine Sorgen. ” flüsterte er lächelnd und steckte die Geldscheint unter den Träger an der Schulter. “Und denken Sie bitte nicht, Sie wären mir was schuldig. In Ordnung?”, “Aber aber aber aber aber…nein das kann ich so nicht annehmen..ichb putze ihre Wohnung und ihr Auto einen Monat lang in Ordnung?” sagte sie hastig und sah zu Boden. “Eigentlich wollte ich Ihnen etwas Gutes tun und nichts von Ihnen verlangen. Nehmen Sie es einfach und versprechen Sie mir, sich etwas Schönes zu kaufen. Mehr brauchen Sie wirklich nicht zu tun.” erwiderte er leise. Ihm war die Sache nun doch etwas peinlich.

“Was schönes? Was wünschen Sie denn?”, fragte sie leise. “Etwas, dass Sie warm hält und nicht so knapp bemessen ist.” antwortete er und musterte ihre Kleidung.  “In Ordnung.” sagte Ema leise. Theodor nickte. “Ich werde mich jetzt auf den Weg machen. Aber ich lade Sie gern mal zum Tee ein.” Er hob die Augenbraue. “Aber nur zum Tee.” meint er ernst, um jeden anderen Gedanken auszuräumen. Sie sah ihn unschuldig an und grinste dann breit. “Kommen Sie gut nach Hause und ich werde auf die Einladung warten.” Der alte Mann nahm kurz den Hut vom Kopf.  “Ich wünsche Ihnen alles Gute, bis auf ein Wiedertreffen.” , nickte und setzte ihn wieder auf. “Auf baldiges Wiedersehen Sir..” strahlte sie ihn an und mummelte sich in die Decke ein. Der alte Mann setzte sich in seinen Wagen und fuhr los. Mit lautem Getöse knatterte der Wagen los und Theodor winkte noch kurz zurück bevor er um die Ecke bog.

Ein Bierchen in Ehren

An einem schönen kühlen Nachmittag trieb es  Theodor hinaus. Er wollte ein kleines Päckchen bei Adelle abliefern. Leider traf er die Lady nicht an und auf dem Rückweg zog es den alten Mann in den neuen Club. Die Pokerrunde war wieder versammelt und man lud ihn ein mitzuspielen. Aber er wollte lieber zuschauen. Irgendwann wurde er dem überdrüssig und er setzte sich an die Bar. Ein helles Bier bestellte er sich und schlürfte den Schaum vom Glas. Der Barmann musterte Theodor, als er die Theke putzte. “Und? Neu in der Stadt? Habe Sie noch nie gesehen..oder doch?” Ich bin hier seit ca. einem halben Monat ..oder doch etwas länger?” überlegte Theodor. “Und wo wohnen Sie?”, fragte er.

Der alte Mann nahm einen Schluck. “Ich wohne in dem alten Haus in der Boston Road, das abgebrannt war.” seufzte er. Der Mann hinter der Bar nickte: “Ja das kenne ich…nunja freut mich, dass Sie dann den Weg in meine Bar gefunden haben. Ich habe ja das Land des alten AD Clubs aufgekauft.”  Theodor rülpste leicht: “Ja, gemütlich hier.” Sein Gesprächspartner nickte. “Freut mich das es ihnen gefällt. Hier nen Strohrum… Geschenk des Hauses.” lächelte er und schob ihm das Glas hin. “Oh danke.  Nachher liege ich hier unter der Theke.” schmunzelte der alte Mann.

Der Barmann lachte und putzte nebenbei einen Bierkrug. Dann wird Mel Sie schon mit seinem Taxiservice nach Hause fahren.” Theodor nippte an seinem Bier und verschluckte sich fast vor Lachen. “Ja, weit hat er es ja nicht.” Er schwieg eine Weile und wischt sich mit einem nachdenklichen Blick den Schaum vom Bart. Der Barmann schaute ihn wieder an während er die Gläser putzte. “Na was bedrückt Sie hm?”, “Hm.. so einiges bedrückt einen alten Mann.” murmelte Theodor.

Tyrese lächelte ihn an. “Na dann erzählen Sie mal , ich hab Zeit.” grinste er. Der alte Mann runzelte die Stirn. “Na, das hören Sie sicher jeden Tag, die Probleme der Leute. Das will ich Ihnen wahrlich nicht antun.” Tyrese musterte ihn lächelnd: “Dafür bin ich Barmann, also sprechen Sie sich aus.” Theodor schlürfte genüsslich an seinem Bier. “Tja..wo fängt man an…ich komme aus einer kleinen Stadt weiter im Süden, die existiert nicht mehr..da ist jetzt nur noch ein großer Krater.” seufzte er.

“Krater? Was ist geschehen?” fragte der Barmann. “Ja, leider. Es war ein Anschlag. Das wie und warum ist bis heute nicht geklärt. Es war wohl eine Bombe der neusten Generation. Sehen Sie, mein Haus lag weiter entfernt in einer ruhigen Ecke, doch selbst das hatte etwas abbekommen und nur weil ich soweit außen wohnte, habe ich überlebt. Meine Frau leider nicht.” erzählte er kopfschüttelnd. Tyrese seufzte. “Tut mir sehr leid um Ihre Frau…” , “Ich würde gern wissen was geschehen war, doch die Behörden halten alle Unterlagen unter Verschluss.” murmelte Theodor und nahm einen größeren Schluck Bier.

Daufo setzte sich an die Bar. Tyrese stellte ihm ein Bier hin und reichte dem älteren Herren ein Neues.

“Hallöchen Herr Lenz.” begrüßte er ihn. Theodor stellte das leere Glas auf den Thresen. “Ah, Sir Daufo, schön Sie wiederzusehen.”, “Ja wie gehts Ihnen.” Theodor griff sich das volle Glas und schlürfte die Flüssigkeit gierig in sich hinein. “Mmh, ja mir gehts wieder ganz gut.” brummte der alte Mann.  “Naja..wie gesagt, ich mußte weg, mein Haus war nur eine Ruine noch und nun hat es mich in meine Geburtsstadt wieder verschlagen.”

“Hier? Sie sind hier geboren? Ich meine Sie sehen nicht aus wie ein typischer Bürger der Bronxx. Daufo trank gemächlich sein Bier, als der alte Mann seine Geschichte weitererzählte. “Ja, ich bin hier geboren und aufgewachsen. Aber ich habe über die Hälfte meines Lebens auf dem Land verbracht, das prägt.” lachte er. Der Barmann nickte: “Und nun zurück zu den wurzeln… allein? Oder eine neue Frau?” Theodor zuckte mit den Schultern. “Leider allein, es sind erst drei Monate her seit dem Unglück. Aber ob es wirklich gut war hier zurückzukehren, ich weiß es nicht. Was mir in dieser kurzen Zeit schon alles passiert ist. Ein Wunder, dass ich noch lebe.” murmelte er missmutig.

Hinter ihm tippelte ein Mann heftiger auf sein Handy und fing an zu fluchen als er aus dem Club stürmte. Theodor sah ihm fragend hinterher und wandte sich dann wieder Tyrese zu. “Das sie noch leben? Was denn passiert wenn ich fragen darf?” Der alte Mann hielt sein Glas vor sich in der Schwebe. ” Tja, ich wurde von seltsamen Kreaturen angegriffen als ich bei der Kirche war und als meine letzten Erinnerungsstücke beim Hausbrand verbrannten, landete ich wegen einem Herzinfarkt im Krankenhaus.” lachte er leise.

Tyr seufzte: “Nunja…das ist die Bronxx.” lachte er und entschuldigte sich kurz, um ein paar Plakate aufzuhängen für die Eröffnung. ” Wie mir die Ärztin erzählte, wäre ich auf dem Op-Tisch fast gestorben. Zum Glück hatte sie einen kräftigen Schlag und hat meine alte Pumpe wieder auf Vordermann gebracht.” brummte Theodor noch kurz.

“So die Plakate hängen. Noch ein Bier?” fragte Tyr als er zurückkehrte. Theodor staunte nicht schlecht. “Das ging aber schnell.  Ja noch ein Bier bitte. Meine Leber wirds mir danken.” grinste er. Tyr lachte: “Gern.” und zapfte ein neues Bier. Theodor nahm es dankend an und schlürfte genüßlich. Eine neue Pokerrunde wurde eröffnet und Tyr eilte mit den Chips zum Tisch. Sonntag sollte großer Pokerabend sein und die Spieler wollten sich schon etwas warm machen für den großen Tag.

Adelle stand plötzlich hinter ihm und rief:  “Buh!” Der alte Mann erschrak sich und hustete als das Bier den falschen Weg genommen hatte. “Hallo Theodor … hey Daufo …… oh tut mir leid Theodor .. das ähm .. war nicht meine Absicht.” Lady Kim sass im Hintergrund und kicherte. Theodor drehte sich um. “Guten Abend.” und erkannte Lady Ady.  Sie schmunzelte: “Ja ich .. guten Abend .. wie gehts Ihnen Theodor? Sind Sie wieder ganz wohlauf?” , “Ja, mir geht es schon viel viel besser…Ady.” lächelte er. “Und wie geht es Ihnen?” fragte er neugierig und stellte sein Bier auf die Theke.

Adelle lächelte, zog die Schultern etwas hoch und zwinkerte ihm dann zu: “Ich kann mich nicht beklagen danke der Nachfrage.” Die Pokerrunde rief rüber zu den an der Bar Sitzenden ob sie mitspielen wollten. Es wurde etwas über Strip Poker gewitzelt. “Ähm..ich passe.” brummte er zu der Runde. Ady kicherte. Der Barmann seufzte: “Pokerverrückte.” und reichte Ady einen Schokikeks. Sie lachte: “Danke Ty .. seh ich so ausgehungert aus? Die Lady verputzte langsam und genüsslich den Keks. Er grinste: “Ne aber das schaut so süß aus.”

“Wollen Sie sich nicht kurz hersetzen? Ich lade Sie auch gern ein. Was hätten Sie denn gern?” lächelte Theodor breit zu Ady. “Hmmm .. was zum tunken  .. nen Kaffee oder ne heisse Schokolade bitte.” kicherte sie. “Also, Sie haben es gehört… was zum tunken..und es geht auf meine Rechnung.” schmunzelte er zu Ty. Der Barmann reichte Ady eine heiße Schokolade. “Hier Kleines” lächelte er. Adelle tunkte den Keks in den Kakao und biss genüsslich ab. “Mmmmmmm lecker.”

Theodor drehte sich zu Ady. “Eigentlich war ich schon auf der Suche nach Ihnen.” murmelte er und griff nach der kleinen Tasche, die er unter dem Sitz abgestellt hatte. “Und Theodor … was machen Sie nun in der Stadt? … Oh auf der Suche nach mir?” sie schaute ihn fragend an. “Ist es was wichtiges?” Theodor lächelte, öffnete die Tasche und kramte das Geschenk hervor. “Ja ich habe etwas für Sie.” “Oh … für mich?” Sie errötete und legte die Ohren leicht nach hinten, wackelt mit dem linken. Er pakcte es kurz auf seinen Schoß. “Ja für Sie. Ich habe Ihnen doch etwas versprochen.” flüsterte er und reichte ihr das Geschenk.

Ty schaute auf das kleine Päckchen. “Na Ady nu zeig mal was drin ist.”, grinste er. Adelle schaute gerührt auf das Geschenk, dass Theodor ihr reichte, betrachtete es und hatte fast Tränen in den Augen: “Oh … da hab .. ich ja garnicht … mehr dran gedacht.” Cold schielte vom Pokertisch argwöhnisch zu dem alten Mann rüber. Theodor lächelte zufrieden und nippte an seinem Bierchen, als Lady Ady das Geschenk auspackte. Es war eine kleine Schneekugel-Spieluhr, die er gebaut hatte. Er hatte es ihr versprochen bevor er ins Krankenhaus eingeliefert worden war.

Als sie die Nachricht dazu las, starrte sie auf den Briefbogen und wischte sich verstohlen die Träne aus dem Augenwinkel. Der alte Mann musterte sie neugierig und traute sich fast nicht zu atmen als sie die Schachtel öffnete. “Oh” sagte sie leise und freute sich sehr über die Spieluhr. “Vielen dank mein lieber Theodor.” Er fixierte mit seinem Blick die Spieluhr und lächelt gerührt. Ady hörte die Melodie und packte sie dann wieder ein. Sie ging zu ihm und umarmte ihn einfach. Ty seufzte: “Oh man…” und schaute zu der Gruppe an der Bar. “Wollt ihr nochwas trinken hm?” Ady sah zu Theodor. “Ich danke Ihnen wirklich sehr .. sie ist wunderschön.” Der alte Mann nickte: “Bitte schön. Es war meine Freude, sie zu bauen..”, dann drehte er sich zu Ty: “Ja, ich gönn mir noch ein Bierchen.” und meinte zu Ady: “Möchten Sie noch eine heiße Schokolade?”

Adelle schaute verstohlen zu Boden sich erneut eine Träne wegwischend, blickte dann auf und versuchte normal zu wirken: “Nein .. im Moment nicht mein lieber, vielen Dank.” Der Barmann schob Theodor über die Barfläche ein neues Bier zu. Der alte Mann lächelte Ady offen an. “Na gut. Aber ich lad Sie gern wieder ein.”, “Ich weiss Theodor .. ich danke Ihnen … was haben Sie jetzt vor .. wie steht es … mit Ihrer kleinen Idee?” Sie schaute ihn neugierig an.

Theodor rieb sich den Nacken. ” Tja, irgendwie weiß ich das immer noch nicht so recht, was ich tun werde. Es gibt da ein gewisses Angebot ..nun.. aber, ob das etwas für mich ist.” räusperte er sich. “Oh aber … also wenn Sie drüber sprechen möchten .. kommen Sie doch heute abend auf einen Tee vorbei … oder morgen wie Sie möchten .. ich würde mich sehr freuen.” Theodor nickte: “Ich komme gerne vorbei. Die Einladung nehme ich sehr gerne an.” Lächelnd verabschiedete sie sich und ging zur Pokerrunde.

Lady Kim stubste Theodor auf die Schulter und er fuhr erschrocken in sich zusammen. Cold meinte zu ihr. “Pass auf Kim. Sonst gibts Herzversagen.” Sie seufzte leise und schaute grummelnd zu Cold.  “WAS HAST DU GESAGT?”, ” Nochmal langsam für dich – Herzversagen.” grinste er. Theodor war ganz auf die Lady fixiert und bekam es gar nicht mit.  Kim kniff die Augen wütend zusammen: “Boah.. sowas anstandsloses und respektloses wie dich..  gehört in den Tierkadaverwiederverwertungseimer für alte Hauskatzen.” Sie schaute zu Theodor. “Nehmen sie den nicht ernst, Herr Lenz, das ist die Dummheit, die aus ihm spricht.” Adelle fixierte Cold mit einem bissigen Blick und ignorierte ihn dann.

Cold ging wortlos aus der Bar und Ty rief ihm hinterher. “Cold. Wasn los alter?” Theodor schaute Kim erstaunt an.  “Sie sind aber wortgewandt.” entfuhr es ihm. “Stimmt eigentlich.  Das sowas aus deinem Mund kommt Kim.” kam als Kommentar von Darris. Kim lächelte: ” Hm.. sowas gewöhnt man sich schnell an, wenn man sich alleine durchboxen muss als Frau, tja.. da versagt die beste Erziehung.. tut mir leid, ich wollte nicht so austicken.” Sie warf einen Blick zu Darris. “Nicht gewohnt?” Theodor schmunzelte. “Möchten Sie was trinken? Ich habe heute meinen spendablen Tag.”

Darris meinte: “Das du höflich bist….und mal wie ein intelligenter Mensch klingst.” Sie musterte ihn kurz und nickte zu Theodor.  “Na das nehm ich gerne an, Herr Lenz.” lächelte sie und schaute wieder zu Darris. “Wundert mich, dass jemand wie du überhaupt das wort Intelligenz aussprechen kann, dachte eigentlich dafür braucht man mind. 2mal so viel IQ wie ein Stein… tja..” murmelte sie fauchend.

Cold setzte sich inzwischen wieder an die Bar und Ty schob ihm einen Drink vor die Nase.”Willst eine Bescheinigung wie hoch mein IQ ist? Dann fallen dir die Augen aus.” entgegnete Darris. “Tja.. denIiQ kann man sich antrainieren.. was aber wirklich wichtig ist, das ist der EQ mein Freundchen, und ja ich glaub, dass kennste nich mal, also fang bitte nicht an dich mit mir messen zu wollen wenn die waffe Intellekt heißt, denn in dem Bereich bist du anscheinend unbewaffnet.” gab sie barsch zurück. Der alte Mann fragte leise, was sie trinken wolle und sie entschied sich für ein Bier.

Cold Freschi schaute Ady leicht beschämt an und drehte seinen Kopf weg als sich ihre Blicke trafen. Sie blitzte Cold kurz an, schaute beleidigt wieder fort und tanzte weiter. Darris meinte die Runde geht auf die Bar und Ty musterte ihn. “Die Runde geht auf die Bar???? Alter du arbeitest seit 4 stunden hier und giebst ne Runde aus? Na da hoff ich das du Geld dabei hast.”, “Ach Chef….nu reg dich nit auf.” seufzte Darris. “JO aber dann sprech sowas mit mir ab alter. grummelte Ty und setzte sich. Theodor meinte leise zu Darris, alles was die Lady noch trinken würde, ginge auf seine Rechnung.

Zwischen den jungen Leuten ging es noch ein wenig bissig hin und her und wurde unterbrochen, als eine neue Pokerrunde angesagt war. Cold sah zu dem alten Mann rüber. “Hast du ein Glück, dass es für dich noch Rente gibt…wir können später keinen mehr auf dicken Macker machen.” Theodor lachte: “Rente..Davon kann doch kein Mensch heute mehr leben. Harte Arbeit macht ein fettes Bankkonto und ein gutes Händchen für Geschäfte.”

Cold schaute Ady leicht bedrückt an: “Ady? Hast du 3 min für mich?” Sie nickte und sprang vom Thresen. Er stand auf und ging mit ihr hinaus. Kaum hatten sie die Bar verlassen, gifteten sich Kim, Darris, Mel und Ty mit kleinen bissigen Kommentaren von Neuem an. Theodor schüttelte verständnislos den Kopf. Kim wollte ihn überreden beim Poker mitzumachen, doch er brummte nur: “Nein, ich bin kein Spieler. Tut mir leid.”, “Wir spielen doch nur zum Spaß, nicht um Geld…. und in dieser Hinsicht.. ich denke das ganze Leben ist ein einziges Glücksspiel.” lächelte sie ihm aufmunternd zu. Schmunzelnd erwiderte er: ” Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich bleibe lieber an der Bar sitzen. Im Moment ist mir nicht nach einem Spiel.” Sie nickte:  “Nahja. Sie haben wohl recht.”

Theodor räusperte sich kurz und erzählte ihr von seiner neuen Wohnung, dem kleinen Wagen und dass er wieder angefangen hatte Spieluhren zu bauen. “Spieluhren? Ist das eine neue Technologie? Was können die Uhren denn?” fragte sie neugierig. Theodor grinste. “Es sind kleine Spieldosen, die man noch mit der Hand aufzieht und Musik abspielen. Mein Urgroßvater hat schon diese antiken Sachen gebaut.”, “Oh.. mit der Hand? Das hört sich in der Tat antik an.” Der alte Mann lachte. “Ja, das ist wahr. Aber es gibt immer noch Liebhaber. Aber ansonsten  bin ich immer noch am Überlegen ob ich eins von den Angeboten annehme, die man mir offeriert hat.” sagte er nachdenklich. Lady Kim nickte: “Und was passiert dann wenn man das aufzieht? ” fragte sie neugierig.

Adelle und Cold kehrten in die Bar zurück. Die Lady schaute zu Cold und deutete auffordernd auf  Theodor. Cold schaute zu dem älteren Herrn und fragte: “Kann ich euch kurz stören?” Theodor erklärte zu Kim: “Sie spielen eine kleine Melodie. Leider kann ich Ihnen das nicht persönlich demonstrieren. Meine alten Werke wurden zerstört und mein neuestes habe ich verschenkt.” und sah dann auf zu Cold. “Ja, bitte?” Adelle beobachtete Cold grinsend. “Der Höflichkeit wegen, möchte ich mich doch ganz gerne bei Ihnen vorstellen und mich zugleich für meine doch recht pampige Art vorhin entschuldigen.” lächelte Cold. “Mein Name ist Cold.”

Adelle kicherte und Kims prüfende Miene verwandelte sich in ein Lächeln. Ty war perplex.. Der junge Mann, der sich Theodor gerade vorgestellt hatte, schaute leicht verlegen zu Ady und sah dann wieder zu dem alten Herrn. “Oh angenehm. Mein Name ist Theodor Lenz, aber alle können mich ruhig beim Vornamen nennen und machen Sie sich mal keinen Kopf..ich bin rauen Ton in dieser Stadt schon gewöhnt. Aber ich nehme Ihre Entschuldigung gern an.” erwiderte Theodor. Cold lächelte. “Den Ton bin ich auch gewöhnt, nur kommt er meist nicht aus meinem Munde. Freue mich Sie kennenzulernen Theodor. Dann möchte ich eure Konversation nicht weiter stören.”

Ty lachte zu Ady: “Wie hast’n das hinbekommen?”, “Was- dass er sich entschuldigt?” flüsterte sie zurück.  Theodor schaute grinsed dem Neko hinterher und kramte dann in seiner Innentasche der Jacke. Ein Zettel kam zum Vorschein”Schauen Sie hier, das ist eine Skizze der letzten Spieluhr. Eine Schneekugel, die Musik spielt.” flüsterte er, als er etwas verträumt auf das verwaschene Papier blickte.

Lady Kim schaute neugierig auf den Zettel und setzte die Skizze im Kopf zusammen so dass sie die Schneekugel fast bildlich vor sich hatte und fragte dann verdutzt: “Wo sind denn da die Kabel?” Theodor lachte. “Das ist zum Aufziehen..ein Schlüssel spannt eine Feder und bringt den Mechanismus in Gang. Ohne Kabel.”, “Oh, das geht ohne Strom und Batterien? Fast nicht vorzustellen.” murmelte sie.  “Und sowas können Sie baun? Ist ja echt… aufregend. Theodor nickte schmunzelnd und steckte den Zettel wieder fort.

Ihr Handy klingelte plötzlich. Sie las die Nachricht, seufzte dann leicht und schrieb kurz zurück. “Hmm.. tut mir leid Herr lenz.. ich muss mal weg.”, ” Oh..in Ordnung.” sagte er etwas traurig. Langsam glitt sie vom Hocker. “Vielen dank für das Gespräch.. war wie immer erfrischend.” fügte sie mit einem Lächeln hinzu. Theodor drehte den Kopf zur Seite.”Auf wiedersehen. Ja es war schön.” lächelte er zurück.  “Und.. tun Sie mir einen Gefallen?”, “Hm, gern. Wenn ich ihn erfüllen kann.” meinte er mit fragendem Blick. Sie lächelte ihn sanft an: “Bleiben Sie so wie Sie sind.” Er lachte. “Das wird bestimmt nicht schwer sein. Ich alter Griesgram.” Sie drehte sich dann um, säuselte “ciao” und ging Richtung Ausgang. Nachdem er sein Bier geleert hatte, machte er sich selbst auf den Weg.

Enthüllungsstories

Als der Abend heran nahte, ging er noch einmal kurz in die Bar. Er mochte die Gesellschaft mit anderen Leuten und dort war der beste Ort um etwas Konversation zu betreiben. ” Guten Abend. Sie sind ja wieder so knapp angezogen. ” schmunzelte er als Ema wiedersah, der er letztens mit einer Decke und etwas Geld ausgeholfen hatte. “Na ja mir ist ein wenig warm. Guten Abend, kann ich was für sie tun?” lachte sie. ” Tanzen Sie ruhig noch ein bisschen weiter. Sie machen das sehr gut.” flüsterte er.

“Nun ja… immerhin werde ich dafür bezahlt… aber nur ist hier niemand wirklich… der Ihnen was zu trinken bringen könnte.. wollen Sie nichts trinken?” fragte sie. Doch er verneinte und meinte es habe noch Zeit. Sie lachte und Lady Kim betrat in den Club. Theodor nahm seinen Hut ab und grüßte sie freundlich. “Ah, Lady Kim, schön Sie wiederzusehen.” Sie setzte sich auf einen Hocker und stützte die Arme gegen den Tresen. “Ich glaube hier wird mein Stammlokal.” schmunzelte er leise.

“Heute Mittag war noch so viel los hier und nun fast alles leer… ich glaube es ist zu spät geworden.” grinste Ema. Kim kicherte: “Ich geb euch beiden recht. Wir haben wohl zu viel nachtaktive Menschen hier.” Langsam füllte sich das Lokal. Mikan kam hinter den Tresen. “Durst? fragte sie. Kim lächelte sie an: “Bekomm ich nen absinth sour?”, “Klar…oeh, was das sein?”, “Hmm das Getränk der Künstler.” murmelte Kim. Ema erklärte: “Anislikör ist das Süße.”

Theodor lächelte zu der kleinen Neko rüber. “Kann ich bitte ein Bier haben? Ich bleib bei dem was ich heute Nachmittag schon hatte.” Mikan zapfte das Bier und Kim zeigte auf eine Flasche. “Da von van Gogh empfohlen.. das grüne da”. Sie schob das Bier zu ihm rüber und Theodor dankte. “Bier 3$ macht.” Sie nahm dann die Flasche und schenkte reichlich in das Glas ein. Kim beobachtete sie und meinte plötzlich: “Erm.. stopp mal.. und dann Zitronensaft rein und 2 Stück Zucker.” Theodor nickte. “Ich trinke bestimmt noch ein paar. Muss man hier gleich bezahlen?” grinste er. “Cocktail 4$ macht” erzählte sie zu Kim und schob ihr den Cocktail rüber. Mikan kritzelt e auf einen Bierdeckel einen Strich und legte ihn Theodor hin: “Mir zählt zusammen wenn fertig du sein.”, In Ordnung.” nickte er.

Einige Leute betraten den Club und wetterten sich gegenseitig kleine Beleidigungen zu. Theodor hatte keine Lust sich auf das Gespräch der Meute zu konzentrieren und schluckte genüsslich sein Bier herunter. Da zog Ema ihren BH aus und warf ihn Richtung Ausgang. “Nun sind wir alle lieb… kommen rein und trinken einen Schluck.” grinste sie. Eine aus der Gruppe wich zu Seite um den BH nicht auf dem Kopf zu haben. Sliz hob den BH mit dem Schuh auf und schoss ihn so gut es ging zurück. Eine Lady murmelte als der BH vor ihr auf dem Boden landete. “Danke, aber ich nen eigenen.“ Ema lachte. “Zieh den wieder an.” schmunzelte Sliz und schüttelte mit dem Kopf. “Ich zieh eher noch mehr aus… und das ist keine Drohung sondern mein Ernst.”, antwortete Ema. Lady Kim kicherte: “Ja Ema macht keine Witze” “Oh oh dann hast den benutzen Slip noch also Vorsicht ist die Geheimwaffe. Dann rennste weg Sliz.” meinte Shannon lachend.

“Ok, ich glaub dann sauf ich lieber Bleifrei an der Tanke.” lachte Sliz laut los. Christy hielt Sliz die Augen zu. “Nix für kleine Sliz Augen.” Ice gab seinen Senf dazu: “Jo lass uns einen tanken. Runde geht auf meine Zapfsäule.”, “Wollt ihr behaupten, ich bin hässlich?” meinte Ema von der Bühne runter. Kim hatte plötzlich eine Idee. “Hmm.. vielleicht sollte Daufo tanzen damit Sliz bleibt?” lachte sie. Sliz zog die Augenbraue hoch und die Damen stachelten Daufo an, der wehrte aber mit den Händen ab. “Ne ne das wollt ihr nicht sehen.” Theodor nippte schweigend an seinem Bier und langsam gab die Gruppe auch auf Daufo an die Stange zu kriegen. Ein lustiger schräger Haufen, wie Theodor fand. Etwas rau im Umgang aber es mussten wohl dicke Freunde sein.

Sie suchten sich ihre Plätzchen an der Bar und brüllten nach der Bedienung. “Kleine Zuckermaus die wollen was trinken.” rief Ema zu Mikan. “Was ihr wollt trinken?” fragte sie und wenige Minuten später floss der Alkohol die Kehlen hinab. “So still Herr lenz?” fragte Kim plötzlich und Theodor brummte etwas abwesend: “Ja..bin gerade etwas in Gedanken.”, “Hmm.. scheinen keine so schönen Gedanken zu sein. Lächelte sie.  “Ja, so könnte man sagen. Ich hab wohl zuviel Zeit zum grübeln.” meinte er. “Macht 3 $ jeden.” murmelte Mikan in die Runde. “Hmm.. also über Dinge nachzudenken die mehr als 2 Tage aus sind, hab ich aufgegeben .. macht nur Kopfschmerzen.. und ändern kann man es ja sowieso nicht mehr, egal wie oft man darüber nachdenkt, meinen Sie nicht?”

Ema grinste nur und machte ihre Drohung war – sie zog sich langsam das Höschen von den Beinen und ließ es ihre Schenkel herabfallen, um es dann von ihren Füßen Richtung Boden zu schieben . Kim nahm sich einen Schluck, sah nachdenklich zu Ema und lächelte stumm vor sich hin. “Da haben Sie schon recht.” sagte Theodor mit wehleidigem Blick zu Kim. “ Ich denke auch gerade über die Zukunft nach.” seufzte er.  “ey Sir…sie können ein andermal über Ihre Zukunft nachdenken… hier und jetzt spielt die Musik und nicht irgendwo in der Ferne.” rief Ema herunter. Theodor schielte kurz nach oben, senkte aber schnell wieder den Blick in sein Bierglas und traute sich nicht mehr nach oben zu sehen.

Er lächelte zu Kim. “Über einem Bier lässt es sich ganz gut nachdenken. Ihr Zukunft..? Sie leben eher in der Gegenwart und was morgen ist, ist für Sie sicherlich nicht von Belang, vermute ich.” Sie grinste, nahm einen Schluck und sagte dann ernst: “Die Zukunft kommt so schnell, dass es sich nicht mal auszahlt darüber nachzudenken… und alles andere dauert noch zu lange also haben Sie mit Ihrer Vermutung absolut recht.” Theodor nahm einen größeren Zug aus dem Bierlgas und sah beim trinken verschwommen die Silhouette von Ema. “Ja..das stimmt… alles kommt und geht viel zu schnell.” brummte er.

“Was ist mit euch Hübschen? Wollt ihr noch was trinken?” *fragt sie ruhig, ging langsam von der Stange und stellte sich hinter die Bar. Kim nickte: “Auf den Eilzug namens Leben, der nie anhält wo man es geplant hat.”  Theodor schluckte etwas als er auf die wohlgeformten Rundungen vor sich sah.  “Ähm..noch ein Bier bitte.” Lady Kim musterte den alten Mann. “Hmm.. das wievielte ist das schon heute?”  Ema lächelte freundlich und beugte sich zu einem frischen Glas runter, füllte es mit kühlem Bier auf.  “Ich mach nen Strich auf deinen Deckel“ sagte sie, zog eine Linie auf den Bierdeckel und schob ihm dann das neue Bier rüber. Theodor räusperte sich und sagte ganz leise: Vor mir steht das sechste Glas, mein Auto kann ich wohl hier stehen lassen.”

Lady Kim lachte. “Na dann… ich hoffe mal ich muss sie ich heim tragen.”, “Nein, da machen Sie sich mal keine Sorgen. Ich vertrag eine ganze Menge.” schmunzelte er. “Wohl mehr als ich.” grinste sie und nahm einen kleinen Schluck. “Spätestens wenn ich reihernd über der Theke häng, dann war es eindeutig zu viel.” witzelte der alte Mann. Sie kicherte: “Sowas kann ich mir bei jedem vorstellen.. aber nicht bei IHNEN… ich glaub wir ham nen schlechten Einfluss auf sie.” Theodor griff sich das Bier von der Theke und tunkte seinen Bart in den Schaum. “Na, wenn ich mich schon auf meine Wurzeln zurückbesinne, dann auch richtig.”, lachte er und wischt sich mit dem Handrücken über den Mund. Sie beobachtete ihn aus den Augenwinkeln und lachte: “Ihre Wurzeln?”

Theodor schmunzelte. “Ich war nicht immer der artige Knabe von nebenan.” lächelte er.  “Uiii.. jez wird es interessant.” grinste sie. “Aber das wollten Sie nicht wissen. Nachher bekommen Sie noch ein falsches Bild von mir.” lächelte er verlegen. Kim grinste. “Das hab ich von der ganzen Welt, also was wollen Sie noch dran ändern? Also mal raus mit de Sprache.”  Theodor legte den Kopf leicht in den Nacken und nahm einen größeren Schluck. “Nun ja..” murmelte er und zögerte etwas. “Ich habe mich immer gegen die Regeln meines Vaters aufgelehnt und bin öfters abgehauen.” Sie nickte: “Also diese rebellische Phase macht ja jeder durch, das ist doch nichts Schlimmes.”

Der alte Mann flüsterte: Ich konnte in 10 Sekunden ein Auto aufknacken und 2 weitere um es zu starten… aber stolz bin ich nicht drauf.” Die Lady riss staunend den Mund auf und lachte los. “Das schlimmste was ich je verbrochen habe.. war mein Schnapsrausch mit 13 und meine Heirat.”, Aber sagen Sie das nicht weiter.” Er presste die Lippen zusammen und starrte verstohlen in sein Bier. Kim  nickte heftig. “Ich schweige wie ein Grab.”, “Danke.” murmelte er und atmete etwas erleichtert aus. ”Wenn ich bedenke, wie lange das schon her ist.” seufzte er. “ Mhm.. mit unseren Jugendsünden müssen wir leben.”

“Und Autos knacken war ein reiner Zeitvertreib.. die haben wir gegen die Wand gefahren und sind vorher raus gesprungen.. wer den besten Stunt hingelegt hatte, hatte gewonnen.. Das Auto musste natürlich auch gut geschrotet werden.” murmelte er nachdenklich fast mit einer kleinen Sehnsucht. Ema mischte sich ein: “Autos knacken…und das als netten Zeitvertreib deklarieren? Da tun sich ja Abgründe auf Herr Lenz.” lachte sie. Kim hörte gespannt zu, lachte immer wieder kurz auf, wobei ihre Augen aufgeregt glänzten. “Ich habe eher gedacht, Sie warn derjenige, der den schlechten Schülern Nachhilfe gegeben hat.”

Theodor sah zu Ema und flüsterte: “Nicht soo laut.”, “Schon längst zu spät… das wird sich nun verbreiten wie ein Lauffeuer.” lachte sie. Der arme Mann ließ die Schultern hängen. “Ich wusste es, ich hätte mich nicht hinreißen lassen dürfen.” seufzte er.  “Also nun wirklich.. Herr Lenz.. nun machen Sie aus einer Mücke mal keinen Elefanten.. da ist ja nun nichts Schlimmes dran.” antwortete Ema. “Ach Herr Lenz.. ich versohl Ema den Hintern wenn Sie das rumerzählt.” grinste Kim. Theodor grunzte ein “Danke” in einem hilfesuchenden Tonfall rüber. Ema lehnte sich auf den Tresen und sah Theodor tief in die Augen. “Machen Sie sich keine Sorgen… ich glaube das interessiert hier kaum einen ob einer Autos knackt.. eher wer erwischt wird als nächstes.” lächelte sie ihn freundlich an.

“Ey.. ich bin zwar klein.. aber hab ne große Fresse.” kicherte Kim. Der alte Mann schluckte einen Teil aus dem Glas die Kehle hinunter. “Ist ja auch schon ewig her. Inzwischen weiß ich selbst nicht mal mehr wie ich ein Auto überhaupt ohne Knopfdruck zum laufen kriege.” schmunzelte er.  [“Na also..also machen Sie nicht immer so einen Wind um irgendwelche Nichtigkeiten.” lächelte sie ihn immer noch an. Er lachte über seinem Bierglas los. “Sie haben ja recht. Es ist schon komisch, dass mir das heute noch peinlich ist.”, “Alte Gewohnheiten sitzen manchmal wie Zecken an einem und man kann sie nicht loswerden…u nd wenn dann nur schwer.” sagte die Clubdame leise. “Das ist wie mit Exfreundinnen Herr Lenz.” meinte Kim. Theodor hustete leise vom Lachen. “Zecken..Exfreundinnen….gute Vergleiche..hehe.”

“Sagen Sie mal Herr Lenz… haben Sie eigentlich schon mal darüber nachgedacht sich eine neue Beziehung zu suchen? Oder wollen sie alleine bleiben?” fragte Ema. “Ja Herr Lenz.. Honey hätte sicher Interesse.” Da meldete sich Honey zu Wort. “Frag mal Ty was er davon hält.” zwinkerte sie Kim zu. Theodor verschluckte sich als gerade einen Schluck aus dem Glas nahm und seine Augen weiteten sich erschrocken. “Ach der hat doch eh nix zu melden.” winkte Kim ab. Ema sah Theodor an: “Hm? So eine Reaktion bei so einer Frage?” Honey meinte: Mhm naja aber ich glaube nicht das er das toll findet wenn ihm seine Schnitte geklaut wird.” lächelte sie zu Kim rüber.

Der alte Mann rieb sich den Nacken und fing an zu schwitzen. “Ähm nunja.. dafür ist es noch zu früh.. meine Frau starb doch erst vor kurzem.. ich kann doch nicht.. “ flüsterte er leise. “Hmm… wie lange ist es denn schon her?” fragte Kim. “Sie können alles.” sagte Ema ruhig, setzte sich auf den Tresen und schaut ihn lächelnd an. “Ihre Frau hätte das sicher auch gewollt…Trauer macht nur blind.. .blind für das Leben…also legen Sie sie endlich ab und erfreuen sie sich an dem was Sie noch haben.” Theodor antwortete zu Kim: “ Hm..fast drei Monate.”  Er sagte dann leise zu Ema: “Sie haben gut reden.” Er traute sich nicht den Kopf zu heben, als die nackte Schönheit sich vor ihm räkelte. “ Natürlich habe ich das… es ist leicht daher gesagt und viel anstrengender das umzusetzen was so leicht gesprochen ist aber dennoch sollte man es versuchen..um des Lebens willen.”

Theodor starrte auf den Holzboden und fixierte den letzten Schluck Bier im Glas. “Mit der Zeit werde ich sicher nach vorne sehen, aber mir ist es noch zu früh, mich neu zu binden.” seufzte er. “Wie lange ist es denn her das ihre Frau von uns ging?” fragte sie ruhig. “Fast drei Monate.” wiederholte er traurig.  “Hm das ist wirklich noch ein wenig früh…trauern Sie ruhig ab er vergessen Sie nicht das Leben auch wieder zu sehen.” Sie straff sich die Haare aus dem Gesicht und seufzte: “Es geht immer nach vorne.” “Ja, ich habe schon mehr als genug mir gesagt, dass ich nach vorne sehen muss. Sonst wäre ich nicht hier.” meinte der alte Mann. “Na überlegen Sie mal…sie haben nun schon solange gelebt….und nun griesgramen Sie an in ihrem Alter rum..wollten Sie darauf hinaus als Sie noch jung waren?”

Mikan tanzte inzwischen an der Stange und hatte sich bereits von Top und BH getrennt. Sie löste ihre Rockschnalle in einer weiteren Drehung und warf den provokant zum alten Mann runter. Der landete mitten auf Theodors Kopf und er zuckte zusammen. Verbissen schaute er nach unten und zog den Rock mit einer hastigen Bewegung vom Kopf. Ema wuschelte Theodor einmal durch die Haare und er blickt evorsichtig nach oben. “Sie sind wirklich schlimmer als jeder Psychiater.” seufzte er. Mikan zog ihre Shorts aus und warfsie zu Kim hinunter. “Ich weiß… ich hätte vielleicht auch mal was lernen sollen, aber na ja..ich kann auch hier meine Hilfe anbieten ohne dafür nen Schein zu haben… wenn es hilft mach ich es gerne.” lachte sie und stupste ihm an die Nase.

Kim fing die Shorts und schaute Mikan leicht verdutzt an. Sie grinste dann fies und warf sie zu Theodor rüber. Die Damengruppe grinste breit. Theodor wich etwas zurück als er die Berührung auf der Nasespitze fühlte und in der nächsten Sekunde landeten die Shorts auch auf seinem Bierglas. Ema fing lauthals an zu lachen und Kim grinste unschuldig. “Upsi.. sorry”. Mikan zog in einer Drehung um die Stange, die Geldscheine wickelte sie zu einem Bündel zusammen und klemmt sie in ein Kettenglied am Tail.  Theodor saß nur noch steif da und brummte: “Mein Bier braucht aber keine Deko.” Er zog mit Daumen und Zeigefinger die Shorts in die Höhe. Ema rollte sich vor Lachen auf dem Tresen.  Der alte Mann warf die Shorts zu Ema rüber. “Ich komm mir hier wirklich vor wie in einem Damenwäscheladen…”, meinte er kopfschüttelnd. Sie sah sich die Shorts an. Das sind aber nicht meine.” sagte sie und warf sie hinter sich mit Tränen vor Lachen in den Augen.

Mikan zog langsam ihren Slip provokant hinunter, zielte dann und warf ihn gekonnt zu Theodor. Lady Kim lachte sich schon schlapp und Mikan legte sich dann vor ihr auf den Tresen. Theodor reagierte instinktiv und schnappte sich mit der linken Hand den Slip. Er hilt ihn auf dem Zeigefinger vor Emas Nase. “ Ist auch nicht meiner.” meinte sie. Mikan schaute zu Theodor und zwinkerte ihm zu. Er packte den Slip demonstrativ vor Ema hin und meinte lapidar: “Aber auch nicht meiner.”, “Ach wirf ihn einfach irgend wohin… der Besitzer wird sich schon melden.” feigste sie.

“ Mein Bier ist würzig genug, das braucht nicht noch zusätzliches Aroma.” brummte Theodor mit einem hilflosen Schmunzeln. Ema verzog bei der Vorstellung das Gesicht.  Mikan wedelte mit ihrem Tail umher und fragte Kim: “Wie geht dir?” Kim grinste sie an. “Mir gehts angezogen und dir? Erm.. mein gut.. sorry.” hustete sie belustigt. Ema kletterte derweil vom Tresen herunter und setzte sich neben Theodor.

Theodor blickte in sein Glas, schluckte den Rest aus und stellt es ab. “Ach wissen Sie….alles geht weiter…irgendwann finde ich auch mal den Mann der mich haben will…wirklich haben will…nicht nur für eine Nacht.”, säuselte sie und schnappte sich einen kleinen Feigling. Der alte musterte Ema aus dem Augenwinkel. “Ich wünsch Ihnen jedenfalls viel Glück bei Ihrer Suche.” murmelte er.  “Mal sehen…keine Ahnung…..aber wenn man sich das hier so ansieht sind die meisten Männer schon in fester Hand…ichbdenke die meisten suchen vor allem nur eins..ne schnelle Nummer.

Kim meinte: “Ja stimmt.. keine freien Männer da.” Mikan hüpfte vom Tresen und gesellte sich zu Ema und Theodor.  Er schmunzelte: ” Nunja, ich kann das nicht beurteilen. Ich habe mir aber auch noch nicht Gedanken darüber gemacht.”, “Ach ich hab schon so einiges hier erlebt was die männliche Seite angeht…vielleicht steig ich auch einfach auf Frauen um….oder bleib Einzelgängerin.” sagte Ema. Mikan fragte Theodor, ob er mit ihr tanzen wolle. Kim lachte und Theodor fühlte sich in seiner Haut gar nicht wohl. “Ähm…ein anderes Mal vielleicht.. Mein Rücken tut heute zu sehr weh.” murmelte er und hielt sich die Hand wehleidig an den Rücken.  “Nein gehen Sie ruhig…das Thema ist gerade eh nicht so wichtig…ich werd mich eben anziehen.” erwiderte Ema resigniert und stand auf. Mikan  seufzte, hüpfe vom Tresen und ging alleine tanzen. Dann sah sie Daufo und zerrte ihn au die Tanzfläche. Ema sammelte derweil ihre Sachen zusammen.

Theodor nahm sein Portomonaie und murmelte: “Bier war 3$ oder?”, “Ja..macht dann 6″ lächelte sie. Der alte Mann zog einen Zehner heraus und schob ihn über den Tresen. “Stimmt so.”, “Vielen dank.”, sagte sie, lehnt esich über den Tresen und versucht ihn auf die Wange zu küssen. Theodor zuckte verlegen zurück, ließ sich dann aber doch zögerlich ein Küsschen auf die Wange geben. Sie berührte ihn kurz mit den Lippen und rutschte wieder zurück hinter die Bar. Er rieb sich einmal verlegen die Wange und lächelte verkrampft. “Ich werde jetzt nach Hause gehen. Es war ein schöner Abend. Danke.” murmelte er. “Kommen Sie bitte gut nach Hause und passen Sie auf sich auf.” Theodor erhob sich etwas steif. Um ihn herum wuselte Mikan, die ihre Sachen aufsammelte.

Er drehte sich schnell um und wich ihr aus. “Einen schönen Abend.” brachte er noch heraus, als er fast über den Sitz stolperte und hilflos nach dem Hut angelte. Mikan gab ihm einen Schmatzer auf die Wange. “Auf wiedersehen Mister.”, “Auf…auf..wiedersehen.”, stotterte er mit einem Blick auf den Vorbau. Er setze schnell den Hut auf und stapfte unsicher Richtung Tür. Ema grinste nur stumm. Theodor nickte noch zu Kim: “Einen sch..schönen Abend auch Ihnen.” stammelte er und machte sich fix aus dem Staub.

Die Blechdose auf dem Abtreter

Theodor kam keuchend die Treppe hoch und wühlte in der Tasche nach dem Wohnungsschlüssel. Ein fremder Mann saß auf dem Abtreter vor seiner Tür. Der alte Mann sah ihn ratlos an. “Kann ich Ihnen helfen?”, fragte er nach einer kleinen Weile. Er erhob sich und lächelte. “Sind Sie der Herr Lenz?” Der Fremde nickte ihm zu und rutschte etwas zur Seite. “Dann gehöre ich nun Ihnen…ich wurde Ihnen überstellt. “,”Äh… mir gehören? Überstellt?” Theodor sah ihn mit großen Augen an. “Ja..ein alter Freund von Ihnen hatte mich bestellt für Sie…ich soll Ihnen nun alles erleichtern..er war wohl besorgt um Sie.” erklärte der fremde Mann. “Was sind Sie denn?” Theodor konnte sich auf diese Antwort absolut keinen Reim machen. War Sklaventum nicht schon seit langer Zeit abgeschafft?

“Nummer 23 der Endproduktion einer Reihe von cybernetischen Menschen, die als Arbeits- und Haushaltshilfen für die Menschen eingesetzt werden, Herr Lenz.” ratterte er herunter. Theodor fingerte mit zittrigen Händen den Schlüssel ins Loch und bat ihn herein. Völlig perplex setzte er sich in den Sessel und Nr. 23 stellte sich vor ihm hin. “Ich habe ein paar Fragen, die Sie für mein Protokoll bitte eben beantworten müssten.” Theodor murmelte: “Cybernetischer Mensch..Haushaltshilfe… Ja, in Ordnung.”

“Frage 1: Wie soll ich Sie anreden..wünschen Sie Herr Lenz…Theodor oder was ganz anderes?” fragte das cybernetische Wesen. “Hm..bis ich mich erstmal daran gewöhnt habe bitte in der förmlichen Weise mit Herr Lenz.” brummte der alte Mann. “Frage 2: Auf welchen Namen soll ich reagieren?”, “Sie stellen Fragen..” meinte Theodor sich am Kopf kratzend. “Am Besten bleiben für den Anfang bei Nr. 23, bis mir was besseres einfällt.” Er starrte ihn immer noch fassungslos an. Es folgten weitere Fragen nach zur Protokolländerung, Passworteingabe und der Android schloss mit den Worten: “Dann gibt es nur noch eines zu sagen…falls Mängel auftreten oder Sie mit etwas nicht zufrieden sind, scheuen Sie nicht mich wieder einzuschicken.”, “In Ordnung. Und nun meine Fragen: “Essen Sie? Schlafen Sie? Brauchen Sie etwas zum aufladen?” sprudelte es aus Theodor heraus.

“Weder das eine noch das andere..ich habe einen leistungsstarken Akku in mir, der sich wie eine Autobatterie immer wieder von alleine aufläd..sollte dieser jedoch kaputt gehen, können Sie kostenlos einen neuen bestellen.” erklärte er. “Und was machen Sie wenn ich schlafe?” fragte der alte Mann. Er war seltsamer Weise innerlich besorgt, der Android könnte ihm den Schlaf rauben. “Ich werde ruhen wenn Sie es tun..es sei den ich habe noch Aufgaben zu erledigen, die sie mir jeden Morgen geben.” Nach einer Weile sah Nr. 23 ihn an. “Haben Sie alles verstanden, was ich Ihnen sagte oder wünschen Sie, dass ich alles noch einmal wiederhole?” Theodor rieb sich am Kinn. “Ich habe alles verstanden.” Der Android nickte.

“Haben Sie noch Fragen, dann scheuen Sie nicht diese zu stellen wann immer Sie wollen.” Theodor grübelte und fragte, ob er auch eigene Interessen hätte und regungslos stand sein neuer metallner Freund für eine Weile da bevor er antwortete: “Ich kann sowohl Golf spielen als auch Dart und einige Brettspiele.”, “Na, gut und als Haushaltshilfe sind Sie mit allem Nötigen vertraut? Wie zum Beispiel einkaufen, Behördengänge?” fragte der alte Mann neugierig. “Alles in meiner Datenbank vorhanden…” erklärte Nr. 23 mit leicht blechernder Stimme. Neugierig begutachtete er ihn und fragte ihn nach allerlei Dingen aus – nach medizinischen Kenntnissen, ob er als Android mit einer Frau schlafen konnte und wie sich herausstellte, er war für Erste Hilfemaßnahmen ausgelegt und für die holde Weiblichkeit voll funktionstüchtig. Man hatte also an alles gedacht. Theodor wußte dennoch mit dem neuen Gast nicht so recht etwas anzufangen. Er wollte erst einmal eine Nacht darüber schlafen und wies Nr. 23 an im Sessel zu ruhen.

Am nächsten Tag war er gerade unterwegs Richtung seiner Wohnung, als er den Androiden auf der Straße stehen sah. “Tut mir leid für Sie, aber nur mein Eigentümer hat das Recht mir Anweisungen zu geben, die auf mein primäres System zugreifen.” erklärte er einem hochgewachsenen Mann, der Theodor irgendwie bekannt vorkam. “Ok, wer ist das? Dein Eigentümer?” fragte er und der Android zeigte nach rechts und plötzlich sahen die Beiden Richtung Theodor. “Der Mann dort?” fragte er und Nr. 23 nickte. Amon winkte den alten Mann zu sich: “Kommen Sie kurz Mister”, rief er. “Guten Abend.” grüßte Theodor. “Abend Mr. Lenz.” entgegnete Amon.  Der Herr meint er sei hm… Ihr Eigentum? Also 23 meint.”, “Ja, die Blechdose wurde mir von einem alten Freund geschenkt..heute..ohne, dass ich davon was wußte.”, flüsterte der alte Mann seufzend. Sir Amon lachte. “Sie Gückspilz, ich wusste nicht mal , dass sowas möglich ist herzustellen.”

Der Android lächelte unverwandt zu Theodor rüber. “Naja was ich fragen wollte, wenn Sie der Eigentümer sind, geben Sie dem da mal nen ordentlichen Namen weil Serie 1 Model 23 ist doch nicht wirklich gut zu merken. Finde das so unmenschlich für etwas das uns so ähnlich ist und sogar nen Hund hat schönere Namen.” meinte der junge Mann. “Naja..ich weiß selbst noch nicht wie ich ihn nennen soll. Ich war ganz baff als er heute auf meinem Abtreter vor der Tür saß.” brummte Theodor. “Wie wärs mit Bob?” fragte Amon spontan. Der alte Mann mußte lachen. “So hieß mein Mechaniker.” , “Sehen Sie dann passt es doch er is ne Maschine.”, “Und wenn ich mich nicht irre auch meine Klobürste.” schob der alte Mann noch lachend nach.  “Sehen Sie eine Maschine und Gebrauchsstück, da passt Bob doch super.” schlug Amon vor. Nr. 23 schaute zwischen den beiden hin und her und lauschte dem Gespräch. “Hm..besser als 23 ist es allemal.” antwortete Theodor und kratzte sich nachdenklich am Hals.

“Also..24..ähm..23 wie war das nochmal..?” fragte er den Androiden. “Was meinen Sie Herr Lenz?”, “Mit dem Namen ändern?” gab er zur Antwort. Nr. 23 sah ihn für einen Moment regungslos an. “Wenn Sie auf mein Namesprotokoll zugreifen möchten, bestätigen Sie dies bitte mit Ja…” Theodor bestätigte und nach dem zweiten Anlauf war die Namensänderung im Kasten. “Und 23 wie isses?” fragte Amon in einem etwas gehässigem Tonfall. Doch der Android reagierte nicht. “Hm Bob wie isses?” fragte er dann lächelnd. “Mir geht es sehr gut, danke….” antwortete Bob. “Nunja ich muss eben zur Arbeit schönen Abend Mr. Lenz und Bob.

“Na, ich wollte noch etwas in der Bar meine Kehle spühlen. Schönen Abend.” meinte Theodor als sie sich verabschiedeten.  “Sie möchten in die Bar? Wünschen Sie, dass ich mitkomme?” fragte sein cybernetischer Begleiter. ” Ja, das wäre mal interessant.” lächelte er.  Suchend sah sich Theodor um. Er hatte immer noch Schwierigkeiten sich in dieser Stadt zu orientieren. “Wo war die nochmal…?” grübelte er.  “Das kann ich Ihnen leider nicht sagen…ich bin mit meiner Strassennetzaufzeichnung noch nicht fertig.” entgegnete Bob mit mechanischer Stimme.  “Hm.. ich verlauf mich immer so schnell.” brummte Theodor in sich hinein. “Dies wird bald nicht mehr passieren Herr Lenz.” meinte der Android.

Theodor sah fragen im Club um. Die Gäste waren anscheinend alle ausgeflogen. “Karte und Route wird neu berechnet..bitte warten Sie.” kam es blechern von hinten. ” Ja, hier verbring ich öfter den Abend.” erklärte der alte Mann, doch die Antwort, die er erhielt war nur “Bitte warten.”  Er seufzte. nach einer Weile meinte der Android, er solle sein Gesagtes wiederholen. Theodor war sichtlich die Lust vergangen weitere Konversation mit dem lahmen Teil zu betreiben. “Meine Analyse hat ergeben, dass Sie hier nicht bedient werden im Moment…wollen Sie dennoch hier sitzen?” Der alte Mann wies ihn an sich zu setzen und begann mit seiner Ausfragerei. Was passierte, wenn er trinken würde, wollte Theodor wissen. ” “Ich bin nicht dazu ausgelegt etwas zu trinken…wenn Sie sich dies einmal genauer anssehen möchten fuehrt meine Mundöffnung hinter der Zunge nicht weiter…” kam es als Antwort zurück. Er schüttelte verständnislos den Kopf und er mußte ihm nun auch erklären, wieso er das als Manko ansah.

“Nun ja, du siehst aus wie ein Mensch. Als Entwickler hätte ich dir sowas eingebaut. Psychologisch gesehen bindet das mehr.”, entgegnete Theodor auf die Frage des Androiden. Doch dieser Einwand blieb nicht logisch unkommentiert: “Der Mensch verbringt mehrere Jahre seines Lebens mit Essen und Trinken..kostbare Zeit, die man sonst für Arbeit benutzen könnte.” Theodor versuchte ihm seine Ansicht näher zu bringen: “Wie ich das sehe, bist du ein Helfer für den Menschen und man wird dich nicht nur als Haushaltsgerät betrachten, sondern als Vertrauten. Deshalb wäre es umso wichtiger, dass solche Kleinigkeiten wie gemeinsame Mahlzeiten einzunehmen möglich wären.”, erklärte Theodor. ” Tut mir leid…diesen Wunsch kann ich Ihnen leider nicht ohne eine Schädigung meiner Seits erfüllen.” erzählte Bob. Theodor wollte nur zugerne wissen, ob eine Erweiterung möglich war. Sie war zu seinem Bedauern nicht in Engwicklung und eine Anfrage an die Ersteller würde zwei Monate Bearbeitungszeit umfassen. Er versuchte herauszubekommen, ob es überhaupt möglich war, doch wieder wurde er enttäuscht. Der Android war randvoll mit Technik vollgestopft und da war leider kein Platz für ein Verdauungssystem.

“Essen und Trinken ist eine Schwäche der Menschen die meine Endwickler uns nicht geben wollen Herr Lenz.”, erklärte der Android plötzlich. Theodor schmunzelte: “Schwäche..ist das deine Auslegung oder die dir einprogrammiert wurde?”, “Mir wurde alles einprogrammiert und mein Programm errechnet das logische Urteil einer Situation.” entgegnete Bob.  “Nunja…aus deiner Sicht mag es eine Schwäche sein, aber organische Wesen sehen das etwas anders. Hm..es kommt auf den Sichtwinkel an, aber darüber reden wir ein anderes Mal.”, meinte der alte Mann. Er hatte langsam genug von dieser Debatte, die anscheinend bei Bob nicht fruchtete. Der Android erklärte sich bereit das Gespräch zu speichern und abzurufen, wenn Theodor es wünschte.

“Ja, ich hoffe du bist in der Hinsicht lernfähig und kannst Standpunkte verstehen. ” brummte der alte Mann etwas missmutig. Da setzte Bob dem Ganzen noch eins oben drauf. “Mir ist es leider nicht möglich von meinen Ansichten abzuweichen…auch mein Besitzer darf nicht so tief in meine Programmierung eingreifen…es tut mir leid Herr Lenz Ihre Anfrage wurde abgelehnt.” lächelte Bob. Theodor sass perplex auf dem Barhocker. Bob gab ihm zu verstehen, er könne ihn jederzeit umtauschen oder zurücksenden, aber so einfach wollte Theodor nicht aufgeben. Es mußte doch möglich sein, dass er wenigstens die Meinung akzeptierte. “Komm, wir gehen nach Hause. Hier bekomme ich wirklich nichts mehr zu trinken.” murmelte er nach einer Weile und sah seinen Wagen noch vor der Tür stehen, den er letztens dort abgestellt hatte. “Ein schönes Auto haben Sie da Herr Lenz.” sagte Bob während der Fahrt. Theodor begann zu schwärmen, dass er damit sogar fliegen könne. Bob riet ihm davon ab und Theodor stimmte ihm zu. “Keine Sorge, ich vermeid es zu fliegen. Ich bin ein bodenständiger Mensch.” erklärte der alte Mann.

Eine junge Dame kreuzte ihren Weg, als er an einen kurzen Halt gemacht hatte. “Das ist ja ein Oldtimer.” staunte sie. ” Ja..ein Nachbau.” lächelte er.  “Nicht schlecht.  Ich hoff Sie haben nen Führerschein.” meinte sie den Wagen musternd. “Sicherlich, schon seit über 40 Jahren.” erklärte Theodor. Die junge Lady grinste ihn an, als die Blechdose neben ihm meinte: “  Ich muss Sie darauf hinweisen Herr Lenz, dass Sie den Führerschein ruhig wieder wiederholen könnten.” Der alte Mann schmunzelte. ” Ist das denn wirklich nötig?”, “Eine Auffrischung tut immer gut Herr Lenz und hat nichts mit ihren Fahrkünsten zutun aber in 40 Jahren ändert sich viel.” erklärte Bob mit blechernder Stimme. Die Dame gab ihm recht und der alte Mann brummte etwas missmutig vor sich hin, doch stimmt er den Beiden zu.

“Vielleicht können Sie bei der hiesigen Polizei einen Fahrprüfung machen Sir.” erwiderte die fremde Dame. “Ja, ich werde sicher mal anfragen. Ich hoffe nach dem Brand geht alles wieder seinen gewohnten Gang.” lächelte Theodor. Die Dame sah ihn fragend an und setzte eine Lächeln auf, als sie sich mit den Worten verabschiedete: “Einen schönen Abend noch den Herren und verpessten Sie die Luft nicht so.”  Theodor brummt noch: “Seit die Wache in Schutt und Asche lag, war doch fast nichts mehr normal und keine Sorge, der Oldtimer sieht nur von außen so aus..er hat neueste Filtersysteme und Technik vom Feinsten.” beruhigte der alte Mann sie. Da kam die blechrige Stimme von der Beifahrerseite: “Herr Lenz möchten Sie weiterfahren oder kann ich die neue Route schonmal berechnen? Wärend ich berechne müssen Sie aber bitte stehen bleiben.”, “Na berechne ruhig schon..Blechdose.” brummte Theodor.  “Anfrage nicht verstanden.” gab er zurück. Die Dame schaute etwas fragend und erkannte, dass Bob ein Android war.

“Bitte wiederholen Sie Ihren Wunsch.”, ertönte es erneut. “Dann bin ich beruhigt Sir.” entgegnete sie.  “Bob, berechne die Route.” befahl Theodor. “Route wird berechnet….Route wird geladen…und abgespeichert…..10 %.” ratterte Bob los. “Passen Sie auf, dass Sie niemand umfahren wer weis..” überlegte sie kurz. ” Ach was fahren Sie drauf los .. vielleicht triffts ja den richtigen …” sagte sie leise. Theodor überging geflissentlich diesen Kommentar und erzählte: ” Entschuldigen Sie, ich hab so einen Androiden geschenkt bekommen und die Blechdose ist oft schwer von Begriff .” Die Dame legte den Kopf schief und starrte auf den Androiden. “40 % geladen… 70% geladen.” gab er von sich. “Nun ich wünsch eine gute Fahrt Herr Lenz. Auf bald.” lächelte sie.  “Route wird eben neu berechnet und zu der alten Karte hinzugefügt…bitte warten …bitte warten.”, “Vielen Dank. Ich wünsche Ihnen alles Gute.” nickte Theodor und grunzte kurz zu Bob rüber.

“Route aktualisiert und einsatzbereit. Sie können weiterfahren wenn Sie dies wünschen Herr Lenz.” erklärte der cybernetische Beifahrer. “Warum brauchst du solange? Ist deine Festplatte so klein? ” brummte der alte Mann. “Ich habe ein Kartennetz gespeichert was vor allem die Hauptstätte umfasst…mein Speicher brauch bei neuen Sachen immer etwas länger aber so gehe ich sicher, dass mir kein Fehler unterläuft.” entgegnete Bob. Theodor startete den Wagen und konnte sich den bissigen Kommentar nicht verkneifen: “Hm..trotzdem das Google Transnet ist schneller als du.”, ” Es tut mir leid Herr Lenz.” war das Einzige was der Android noch von sich gab.

Theodor machte einen kleinen Abstecher Richtung Kirche und ein mulmiges Gefühl lag in seiner Magengegend. “Hier ist ein gefährlicher Ort. Ich hoffe du paßt bisschen auf mich auf “, seufzte er. “Dafür bin ich da Herr Lenz” erklärte Bob, als er die Kirche musterte und sah Theodor dann an: “Ich messe Angst bei Ihnen… ist das richtig?” fragte er.  “Hier haben wir nichts verloren, sagt mir mein Gefühl. Wir fahren weiter.” meinte der alte Mann nur ernst. Wieder berechnete der Android die Route und Theodor war nur noch gefrustet. Minuten vergingen und dann lächelte Bob wieder. ” Vor Kirchen brauch man aber eigendlich keine Angst zu haben Herr Lenz.” erklärte er lapidar. “Da lauert das Böse. Dunkle Kreaturen, die mich töten wollten.” brummte der alte Mann zurück. Es begann eine Debatte über die Art von Wesen, die dort hausten. Doch der Android konnte mit den seltsamen Theorien des alten Mannes nichts anfangen.  “Anfrage nicht verstanden.” erklärte er nüchtern. Theodor seufzte.

“Wollen Sie sich bettfertig machen Herr Lenz?” fragte er daraufhin. Der alte Mann nickte und versuchte nocheinmal nachzuhaken: ” Frage. Sind in deiner Datenbank informationen vorhanden über organisches Material, dass von Mikroben am Leben erhalten wird und menschliches Aussehen trägt?”, “Anfrage nicht verstanden.” gab er zurück. Theodor seufzte erneut. “Anfrage löschen. Ich gehe ins Bett.” Er hatte wahrlich genug davon an diesem Tag. “Anfrage gelöscht..gehre zum Normalbetrieb zurück. Kann ich ihnen bei etwas behilflich sein Herr Lenz?”  Theodor wies ihn an das Sofa auszuklappen und danach sollte er sich auf Sleepmodus stellen. Sein Kissen klopfend machte er sich es auf seinem Bett bequem, musterte das seltsame Wesen im schwachen Schein der Lichter von draußen. Bob stand wie ein Kleiderständer in der Ecke und rührte sich nicht mehr. “Was für ein Tag.” dachte der alte Mann bei sich und schlief mit einem Seufzer ein.

 
Schwelgen in Erinnerungen

“Guten Abend” grüßte Theodor in die Runde als er am nächsten Tag in der Bar erschien. Bob hielt sich dort auf  und übte sich in Konversation. Theodor war dies alles immer noch suspekt. Er bestellte sich ein Bier und war erstaunt, wie voll es geworden war.  Von hinten tönte die blechernde Stimme: “Einheit eins…Seriennummer 23… erbaut vor genau 4 Monaten und 23 Minuten…Aktualisiert auf den Namen Bob und mir ist kein Erbauer bekannt der in dieser Stadt leben würde.”  Der Android war für alle Anwesenden sichtlich von Interesse.

“Entschuldigen Sie, wenn ich Sie belauscht habe…aber….Einheit 1… Seriennummer 23…? Was sind Sie?” fragte eine junge Dame, die in der Nähe von Theodor sass. “Ein Android aus der ersten Serienproduktion, die dieses Jahr gestartet wurde Miss.” erklärte Bob. “Androiden?… In die Stadt kommen immer mehr… außergewöhnliche… Wesen.” murmelte sie vor sich hin. “Mir ist nur von Menschen, Nekos , Furrys und unserer Spezies bekannt.” gab der Android blechern zurück.

Eine weitere Androidin war wohl noch in der Bar erschienen. Unit5 so schien ihr Name zu sein, aber Theodor hatte es nicht so recht mitbekommen. Der alte Mann brummte schmunzelnd rüber: ” Aber mehr als mein Analyseklo hat Bob auch nicht drauf.” , “Analyseklo?” fragte die junge Dame und war sichtlich verwirrt. Bob identifizierte das Gesagte als Scherz und lachte. Theodor legte mit einer Erklärung nach:” Ja..das Ding analysierte meinen Urin und schwafelte mich zu was ich zu unterlassen hätte.” Die junge Frau kommentierte die Erklärung nur kurz und wandte sich an den Androiden.

“Weswegen wurden Sie….gebaut?”, “Um den Menschen bei ihrer alltäglichen Arbeit zu helfen und sie im Alltag zu endlasten…guter Freund und Liebhaber für sie zu sein.” erklärte Bob trocken. Die Dame murmelte in sich hinein, dass die Menschen mittlerweile zu faul für alles währen, selbst um einen menschlichen Liebhaber zu finden.  Theodor mußte bei der Erklärung von Bob husten und schüttelte den Kopf. “Geht es Ihnen nicht gut, Herr Lenz? Soll ich Sie nach Hause bringen?, fragte sein Android plötzlich. Theodor nippte verneinend an seinem Bier.

“So Mädels gleich wird dann fein gepokert ich hoffe keiner hat nen Ass im ärmel?” lachte der Barbesitzer. Bob wollte daran teilnehmen und meinte emotionslos: “Mir ist nicht gestattet zu betrügen wenn Menschen mit am Tisch sitzen.” Bevor ich es vergesse..sollte ich den zweiten oder dritten Platz belegen…darf ich das Freitrinken Angebot auch uübertragen? Für mich ergibt es keinen Sinn.” Tyr lachte: “Nein … aber vielleicht finde ich die ein oder andere Aufrüstung für Sie.” Der Android nickte zustimmend. Theodor schlürfte sein Bier noch aus und stellte das leere Glas auf den Tresen.  “Ich muss leider los, noch einen dringenden Termin. Kostet das Bier noch 3 $ oder ist es heute teurer geworden?” brummte er fragend. ” Geht aufs haus Theo.”  Der alte Mann dankte, wünschte der fröhlichen Poker- und Zuschauerrunde, die sich um den Tisch sammelte, noch einen schönen Abend und machte sich auf den Weg.

Zu später Stunde entschied sich Theodor noch einmal nach der Pokerrunde zusehen und meinte inzwischen müßten alle wohl schon pleite sein. Der alte Mann zog den rauchigen Duft der Bar durch seine Nase. “Mmmh..den Geruch hab ich vermißt…” seufzte er. “Darfs was zu trinken sein der Herr?” fragte die Dame an der Bar. ” Ja, ein Bier bitte..irgendwas..hier schmeckt alles gut.” schmunzelte er. Die Bardame lachte: “So sollte das auch sein.” und stellte ihm ein großes Bierglas hin. “Und gibts was neues in Bronxx, Leute?”, fragte sie in die Runde.” Das ist eine gute Frage…hm..in der BronXX ist doch immer was los..hier einer der zuviel gesoffen hat..ein anderer der gerade hustend im Bett liegt.” schmunzelte Theodor. “Die Grippewelle soll ja im Anmarsch sein.” meinte sie darauf.

Im Laufe des Abends rutschten die Gesprächsthemen wie es meist so war, unter die Gürtellinie und der alte Mann hielt sich diskret zurück. Wie es kommen mußte, wurde er natürlich mit einbezogen und um eine Stellungnahme gebeten. Doch er hob nur die Augenbraue und genoss sein Bier. Die Damenrunde sattelte inzwischen auf Wodka um und prostete sich fröhlich zu. “Habt ihr eigentlich feste Beziehungen?” fragte die Bardame. Die beiden Ladies, die neben ihm saßen, waren wohl genauso Single wie er. “Ich glaub wir sollten hier mal einen Singleabend machen.” meinte sie dann und Theodor antwortete: “Dafür ist sind die Wunden noch zu frisch.”

Die Stimmung am Tresen rutschte ins Melancholische und man schwelgte in seinen Erinnerungen. “Ja, nochmal jung sein, das hätte was. Aber bitte mit meiner jetzigen Erfahrung.”, “Nun Herr Lenz… ist man nicht so jung, wie man sich fühlt ?” schmunzelte Eye zu ihm. “Dann bin ich wohl schon 135.” meinte Theodor.  “So ein Quatsch. So alt sehn Sie gar nicht aus.”  Der alte Mann lachte und erklärte, dass er sich manchmal nur so fühle. “Dann ist ja gut ich dachte schon.”, lächelte die Bardame. “Na, ich hoffe doch wirklich noch so lange zu leben. Mmh…also wenn ich wirklich so alt werden sollte..135..na dann hab ich noch fast mein ganzes Leben noch einmal vor mir.” lachte Theodor.

Langsam verabschiedete sich eine Dame nach der anderen und der frühe Morgen graute schon. “Was ist nur aus der Jugend von heute geworden? Alle gehen ins Bett.” seufzte Theodor. “Naja.. vielleicht haben sie mehr zu tun als damals.. wer weiß.” Der alte Mann grunzte zustimmend. Eye hob die Schultern leicht an und meinte schmunzelnd: “Und Sie sind ein richtiger Partylöwe?” Theodor lachte leise: “Es hat sich so ergeben. Mir gefällt die Bar.” Die Lady stimmte ihm zu. “

“Nur wenn die Mädels tanzen, ist es mir nicht so angenehm.” brummte er missmutig. ” Naja.. ich weiss nicht wie es damals so war aber viele tanzen sich auch ihren Frust von der Seele.” schmunzelte sie noch immer. “Ja, solange sie tanzen und ich nur zuschauen kann, ist das schon in Ordnung. Aber wenn sie mich mit ihren Klamotten bewerfen und sich einen Spaß daraus machen mir zu nahe zu treten, ist es nicht mehr feierlich.” seufzte Theodor. Selbst Eye seufzte leise auf und endete im einem leisen Lachen: “Ich bin mir sicher, daß es solche und solche gibt. wobei ich es doch auch etwas befremdlich finde, wenn die Nädels ihre Klamotten durch den Raum werfen. “

Theodor nahm einen größeren Schluck aus seinem Glas und brummte:” Ja, ich denke Sie wären auch nicht begeistert, wenn die Ladies mit ihren Slips zielwerfen auf Ihr Glas betreiben würden.” Er wirkte nun etwas verärgert. Eye biss sich auf die Lippe, um nicht laut losprusten zu müssen. “Nun.. viele kennen keinen Anstand.. das stimmt schon. Obgleich ich aus einer Ecke komme.. wo es auch nicht unbedingt soweit her war mit dem Anstand.” erzählte sie. Der alte Mann drehte sich zu der Lady. “Ich komme aus einer kleinen Stadt südlich von hier und es hat mich fast mein ganzes Leben geformt. Ich kenne schon fast nichts anderes mehr als Anstand. Ja, früher..wo ich hier aufwuchs..das waren noch Zeiten…”

Eye nickte langsam mit einem Lächeln auf den Lippen. “Ich bin mir sicher, es gibt auch schöne Dinge hier oder etwa nicht?”, “Nun ja, ich muss mich früher oder später wieder an das Leben in der Stadt gewöhnen. Es hat sich dennoch einiges verändert..oh ja Schönes gibt es hier auf alle Fälle hier..egal wie chaotisch es hier zugeht..im Ernstfall halten alle zusammen und das hat mich tief beeindruckt.” antwortete Theodor.  Die Lady nickte abermals auf und als die Lampe im leichten Windstoß zu schaukeln begann, brach sich das Licht milchig in ihren Augen. “Es schadet nie, Leute um sich zu haben, die einem helfen, egal in welcher Situation… ich kenne das gefühl.. doch leider.. ich weiss nicht was aus meinen Leuten geworden ist.”, seufzte sie.

“Sehen Sie..meine Kleinstadt wurde durch einen Anschlag zerbombt..ich kenne heute noch nicht die Hintergründe..und kaum war ich hier, hatte meine Wohnung, da brannte sie auch schon nieder..alles was mir blieb war ein Foto….Ich lag im Krankenhaus, weil mein Herz versagte bei diesem Anblick..aber ich habe Freunde gefunden, die mir halfen.”, erzählt er erst mit zerreißender Wehmut und dann in diesem verzweifelten Augenblick bildet sich ein Lächeln in seinen Gesichtszügen.

Eye nickte und strich sich über ihre Narbe im Gesicht, doch sie lächelte dabei. “Das Leben geht immer irgendwie weiter. Umso schöner ist es, wenn man sich jemanden anvertrauen kann. Der Letzte, bei dem ich diese Möglichkeit hatte… nun.. ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist. Meine Heimat wurde ebenso angegriffen. Ist noch gar nicht lange her. Ari kenne ich von dort… und Kitti.. ebenso Roky. Dennoch schmerzt es jeden Tag aufs Neue.”

Theodor nahm mit nachdenklichem Blick einen weiteren Schluck. “Ja, so hat jeder von uns wohl sein Schicksal hinter sich. Ich hörte schon so einige grausame Dinge und trotzdem fanden alle ihren Lebensmut wieder. Ich frage mich ob es an der Stadt liegt..an dieser konfusen kleinen Welt oder nur weil man sich einfach damit abfindet, weil es ständig Unglücke in dieser Stadt gibt..nun ja…ich bin froh hier zu sein und irgendwie geht es immer bergauf.” Eye raunte leise und überlegte für einen Moment: “Vielleicht ein bisschen von allem. Allerdings sagte auch niemand, dass das Leben ein leichtes wäre. Es wird immer Leute geben, die einem ans Bein strullern wollen.. Leute denen deine Nase nicht passt. Aber was will man machen.”  Theodor nickte zustimmend: “Das ist es wohl.”

Eye lachte dann auf. Ihr Haar verdeckte ihre Gesichtshälfte und gab die Tränen nicht preis. Der alte Mann schluckte sein Bierchen leer und erzählte von dem jungen Mann, den er nach seinem Herzinfarkt kennengelernt hatte: “Im Krankenhaus traf ich einen jungen Mann, der Aids hatte und er war ein Zweckoptimist und hat mir mächtig in den Hintern getreten.” schmunzelte Theodor. Seine Gesprächspartnerin setzte ein breites Lächeln auf. “Es hat geholfen, oder?”, “Ja, auf alle Fälle. Ich war zu dem Zeitpunkt ständig verzweifelt, aber als eine defekte Wasserleitung bezeichnet zu werden, die ständig nur rumjammert. Das hatte gesessen.”, lachte der alte Mann.

Eye stimmte in das Lachen mit ein. “Vielleicht hatte er ja nicht ganz unrecht.” meinte sie. “Ja, obwohl er mich manchmal ganz schön zur Weißglut brachte, er hatte irgendwie immer recht..und das mit 19. Tja…Alter schützt vor Torheit nicht..so sagt man doch. Und ich war ein Tor..wollte keinen Rat annehmen.. irgendwie vermisse ich seinen Zynismus”, seufzte Theodor. Die Lady brummte leise darauf: “Nein Alter schützt wirklich nicht vor Torheit.. da hat er wohl recht. Doch erkennt man die meisten Dinge wohl erst, wenn man darauf gestossen wird. Die menschliche Natur.” Eye blickte freundlich und warm zu dem alten Mann. “Nun.. man sieht sich immer zweimal. Da bin ich mir sicher.”, “Mmh, ich hoffe es. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen und das letzte Mal gingen wir irgendwie im Streit auseinander.” seufzte er.

“Oh… es ist schade soetwas zu hören. sber manchmal hilft auch eine gewisse Distanz um wieder zueinander zu finden, denke ich.”, antwortete sie und rieb sich bei diesen Worten über den Nacken. “Ich hoffe wirklich, ich werde ihn eines Tages wiedersehen. Er war für mich ein besonderer Freund. Ich weiß nicht, irgendwie könnte ich es mir nicht verzeihen, wenn ich plötzlich von seinem Tod erführe.”, entgegnete Theodor mit traurigem Blick. Die Lady atmete tief durch. “Ich möchte wetten, dass er eine starke Persönlichkeit ist. Ihm wird schon nix geschehen sein.”, lächelte sie ihm warm zu.

Theodor nickte stumm und antwortete nach einer kleinen Weile. ” Das mag schon sein, vor allem weil unser Gespräch so belanglos war..es war weil der alte Club schloss ..ich machte einen Witz, ob es hier Freibier gäbe..und er meinte nein..tja..eine Lady ergriff für mich Partei und fuhr ihn an er solle mehr Respekt vor dem Alter haben..und das hatte schon gereicht..er war schlecht drauf. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen.”, seufzte er in seiner Erklärung.  “Nuja.. solche Dinge können geschehen. aber vielleicht sitzt er ja jetzt gerade auch in einer Nar und unterhält sich mit jemanden. Vielleicht redet er ja auch gerade über Sie. Wer weiß.”, erzählte sie aufmunternd und hob die Schultern.

“Ich hoffe es, er war fast wie ein Sohn, den ich nie hatte.”, seufzte Theodor und atmete schwer aus. “Ganz sicher wird er.” murmelte sie und schlielte in das leere Glas. Theodor zuckte leicht mit den Schultern. “Danke, dass Sie mir so Mut machen wollen und ich versuche es mir auch einzureden.” Er versuchte leicht zu lächeln. Eye tat es ihm gleich und meinte: “Es tut gut auch mal ein wenig reden zu können. Vor allem nicht über.. flöten.” Sie hustete leicht. Theodor lachte leise. “Das ist auch nicht gerade das Thema, das ich bevorzuge.”,  ” Naja Ari ist… manchmal.. auf ihre weise etwas naiv.. auf der anderen.. rotzfrech.”, erzählte sie etwas in sich hineingrübelnd.

Der alte Mann schmunzelte: “Ich weiß nicht ob ich das zum Besten geben darf,aber es ist wirklich belustigend, seitdem ich darüber nachdenke.” Er räusperte sich leicht und in diesem Moment erschien ihm die Dame aufmerksamer als zuvor. “Ich war doch einige Tage wegen Herzinfarkt im Krankenhaus..mein Herz hatte auch kurzzeitig einen Aussetzer *labert er belanglos daher* und nun ja..mein Aidskranker Bettnachbar..Victore war sein Name..er war seltsam belustigt..fast wie auf Drogen (tatsächlich auf Heroin)..nun..er wollte einen Schwanzvergleich machen vor Lady Adelle..ich war zutiefst entrüstet und er versuchte es mit aller Gewalt..es war am Anfang spaßig..aber als er mir die Decke wegriß und mir androhte die Hose zu klauen..da war ich einfach nur auf Flucht aus.”, hustete er völlig verlegen. Eye schmunzelte breit: “Nun, immerhin hat es Sie im nachhinein zum Lachen gebracht.”

“Ja, ich weiß auch nicht, was in mich gefahren war in diesem Moment. Aber ich bin es wahrlich nicht gewohnt so frei zu sein wie manch anderer.”,  “Nuja, jedem so wie es beliebt. Ich würde auch nicht mit Mikroröckchen.. so wie Ari, durch die Gegend wackeln wollen..” prustete sie los. Theodor seufzte dagegen: “Ich glaube, ich bin auf mein Alter wirklich eingerostet und so bieder wie mein Vater geworden.”, “Ach was. Das hat nichts mit bieder zu tun.. denke ich Es gibt weitaus Schlimmeres. Das ganz krasse Gegenteil nämlich.” Theodor mußte loslachen: “Ja, die Mode ist mit den Jahren immer kürzer geworden.” Eye nuschelte leise in sich hinein: “Ich frag mich nur… ob sie so nicht friert.”, “Das finde ich auch immer wieder erstaunlich. Die Bar hier liegt ja nicht weit von meiner Wohnung entfernt, aber mir ist schon kalt in dem Aufzug in dem ich jetzt umherlaufe.”

“Vielleicht leidet sie ja unter Hitzewallungen.” scherzte sie, “Dennoch mag ich sie.. vor nicht gar zu langer Zeit versuchte ich noch ihr an die Gurgel zu gehen.” Eye wirkte zunehmend nachdenklicher.  Theodor erzählte die Story wie er bei seiner Ankunft vor Angst fast vergangen wäre und übertrieb einwenig bei seiner Erzählung was die Kirche betraf. “Ich wollte dort übernachten. Mein Hotel fand ich leider nicht mehr, nur diese unbequeme stinkende Matratze.”

“Manchmal nimmt man, was man kriegen kann. Es gab eine Zeit, da verkroch ich mich in der Kanalisation. Ein anderes Mal floh ich ganz aus der Stadt.”, entgegnete sie. “Aber Sie müssen verstehen, ich war nach dem Anschlag auf meine Kleinstadt extrem verängstigt und als ich den Schusswechsel hörte, ich lief nur noch davon…”, murmelte der alte Mann, als er von dem Übergriff erzählte, den er bei seiner Ankunft gesehen hatte. Eye nickte langsam: “Wer wäre das nicht, nach so einer Sache. Es gibt keinen Grund sich dessen zu schämen.”

“Ja, mmh..es ist dennoch nicht einfach. Ich fühle mich irgendwie schuldig..das mag unverständlich sein. Ich war derzeit zu Hause..ich hatte ein wunderschönes Haus auf einem Hügel am Rand der Stadt..meine Frau war in der Stadt, als es geschah.Ich kann darüber nicht so einfach reden…mmh..” seufzte er. Eye nickte verständnisvoll. Sie war nun nicht gerade Mutter Theresa, aber irgendwie mochte sie diesen Kauz. “Sie müssen auch nicht darüber reden. Bevor ich hier her kam.. also einige Wochen zuvor.. hatte mir ein durchgeknallter Kater den Arm gebrochen und mir meine Schulter erneut ausgerenkt.. das hat mir den rest gegeben und ich bin abgehauen.” Sie streckte den leicht unförmigen Arm nach vorn. “Beides ist nie wirklich verheilt.”

“Oh, das tut mir leid.” sagte er mit besorgter Stimme. “War denn wenigstens ärztliche Hilfe zur Stelle?”, fragte er ernst. Sie scherzte über die damalige Hilflosigkeit. “Naja.. eher behelfsmässig. Man hat mir eine dosis Morphium verabreicht. Die Menge hat wohl für ein Rhino gereicht. Ich weiß nicht mehr wirklich viel. Erinnere mich bruchstückhaft an Strassenlaternen, an denen ich vorbei zog und jede Menge gesichtslose Leute… nun vielleicht lag das aber auch an der dosis”, sagte sie nachdenklich. “Hm…das hört sich aber nicht gut an. Ich selbst bin froh, dass ich in gute Hände geraten bin. Sie müssen wissen…in dieser Stadt läßt die ärztliche Versorgung leider auch zu wünschen übrig. Ich konnte wirklich froh sein, dass Lady Amalia und Lady Adelle zur Stelle waren.” seufzte er.

Eye nickte zuversichtlich: “Immerhin waren sie da ja. In Cor gab es eine Ärztin, eine ziemlich gute, will ich meinen. Doch leider hatte sie an diesem Abend sich frei genommen. Das kommt alle hundert Jahre mal vor. So kam eins zum anderen. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt aber auch nicht wirklich zurechnungsfähig war. Was den kater aber betrifft, so traf mich da keine Schuld.” erzählte sie. “Nun Herr Lenz.. Sie machen mir dennoch einen munteren Eindruck – stehen mit beiden beinen im leben. Ich wette, Sie haben Ärzte gar nicht nötig.”, sagte sie schmunzelnd, doch meinte es völlig ernst.  ” Ja, mein Herz ist wohl in gutem Zustand.”, erwiderte er.

Die Lady hielt sich eine Hand vor dem Mund als sie gähnen mußte. “Ich fürchte, so nett unser gespräch auch ist.. ich werde nun gehen müssen. Die Nacht ist kurz.. viel zu kurz wie mir scheinen will und morgen gibt es noch einiges zu tun.”, “Ja..zu Bett gehen ist eine gute Idee morgen ist auch noch ein Tag zu einem netten Gespräch.”, lächelte Theodor.  Eye nickte und schob ein paar Scheine unter das Glas. Sie murmelte leise: “Wird schon keiner klauen”. Dann rappelte sie sich hoch und meinte zu dem alten Mann: “Gelegenheit findet sich sicher immer dazu.”, “Ja, allerdings. Hier ist nun meine Stammkneipe..wenn dann sehen wir uns hier.” murmelte er und legte das Geld auf den Tisch.

“Haben Sie denn einen Schlafplatz?”, fragte er neugierig. “Dann kommen Sie mal gut nach Hause. Ich werde noch nach meinem zweirädrigem Schätzchen schauen müssen. Nicht, dass mir jemand die Reifen zerstochen hat.” Sie nickte erneut zu seiner Frage. “Ähm ja, gleich hier in der Nähe.” und deutete auf die Baracken. Theodor bot ihr eine bessere Unterkunft an, doch sie lehnte dankend ab.  Aber für einen Kaffee würde sie sich gern Zeit nehmen.

“Das mache ich wirklich gern und wie gesagt..ich lade Sie auch gern auf einen Tee in meine Wohnung ein und ich versichere Ihnen, es ist nur eine Einladung zum Tee. Ich bin ein Gentleman der alten Generation. Man nennt mich nicht umsonst ein Fossiel.”, gab er ihr ehrlich lachend zu verstehen. Eye schmunzelte: “Dessen bin ich mir sicher Her Lenz..dessen bin ich mir sogar sehr sicher. Aber dennoch werde ich die Einladung ausschlagen, zumindest für heute.”, lächelte noch immer, dann drehte sie sich um zum gehen, wendet den blick aber nochmals zurück. “Und lassen Sie sich nicht von den Bettwanzen beißen.”, “Gute Nacht. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann wieder.” schob er noch nach. Sie entgegnete noch aus der Ferne “Bestimmt” und verschwand in der Dunkelheit.

Logik oder Emotion

Theodor staunte nicht schlecht, als er die heruntergelassenen Rollladen beim Club entdeckte. Bob unterhielt sich mit einer unbekannten Lady und wandte sich an seinen Besitzer: “Herr Lenz der Bürgermeister dieser Stadt bat mich ihm bei wichtigen Sachen zu helfen. Das hat oberste Priorität, aber ich denke Sie brauchen meine Anwesenheit eh nicht so oft… da Sie kaum etwas unternehmen.” Der alte Mann brummte. “Nun ja das wohl wichtiger und meine Suppe kann ich mir auch selber kochen. “

Die Lady fragte den Androiden wie es mit den Waffenscheinen für Polizeiangehörige aussah und er meinte es würde nicht in seinen Aufgabenbereich fallen. Er bemerkte, das die Anwesenheit der Polizei zu wünschen übrig ließ und dementsprechend auch die Scheine nicht zeitgemäß bearbeitet würden. Es fehle wohl an Motivation, diagnostizierte Bob. Die Frau stieg von ihrem Motorrad ab und ging auf den Androiden zu. Er musterte sie mit trockenem Blick und Theodor murmelte aus dem Hintergrund: ” Bob, ich wusste ja gar nicht, dass Sie eine persönliche Meinung haben über die Arbeit der Polizei.” Er musste schmunzeln, weil er ganz genau wusste, dass Bob dies nicht unkommentiert lassen würde.

“In dieser Stadt scheint nichts zu sein wie es scheint, hm?”, meinte die fremde Dame. “Nun das ist keine persönliche Meinung, Herr Lenz, sondern einfach nur die Statistik so ausgedrückt, dass auch Ihr Menschen dies einfach versteht…einfaches zusammenzählen von Stunden der Anwesenheit und Abwesenheit und die der Abwesenheit übersteigt die Anwesenheitsquote bei weitem und die Anträge gehen auch nicht raus sondern liegen seit gut einer Woche auf dem Tisch des Polizeichefs.” Die Dame meinte schmunzelnd, es wäre wohl alles beim alten. Bob nickte: „Laut den Unterlagen die ich gelesen habe ja.“

Theodor murmelte leise lächelnd vor sich hin, dass es sich für dennoch wie persönliche Meinungsbildung anhörte. Bob ging darauf nicht gleich ein. Er war damit beschäftigt die Situation zu analysieren und erzählte: Das Problem an sich aber ist doch…das die Kriminalitätsrate prozentual steigt und die Polizei immer weiter abnimmt…was keinen vernünftigen Ausgleich mehr schaffen kann, deswegen muss erst mal analysiert werden warum die Menschen kein Interesse an einem Beruf bei der Polizei hegen.“ Die Dame grinste: „Das kann ich Ihnen genau erklären, noch bin ich im Polizeidienst, nur nicht mehr lange.“

„Herr Lenz“ kam es plötzlich von Bob und er drehte sich zu dem alten Mann um. „Ich denke Sie irren sich da auch wenn es Ihnen so vorkommt…aber genau dafür wurde ich programmiert… um so echt wie möglich zu wirken.“, erklärte er, dann wandte er sich wieder zu der Dame mit der Bitte um Erklärung. „Nun, ich spreche nur aus meiner Sicht, mit der Geburt meiner Tochter hat sich einiges geändert, wenn mir etwas zustößt, wer würde für die Kleine sorgen? Der Beruf ist mir einfach zu riskant.“, erzählte sie.

Theodor stand weiter im Hintergrund und brummte seinen Unmut in sich hinein, dass die Bar geschlossen war. Er genoss die kleinen Gespräche bei einem kühlen Schluck Bier. Aber hier draußen mitten auf dem Parkplatz herumzustehen und auf die Jalousien zu starren, war eine trübsinnige Angelegenheit. Während er so herumgrübelte, trat eine weitere Lady heran und fragte ihn, worüber man sich hier unterhielt. Theodor musterte sie kurz und erzählte dann: „Bob hat gerade analysiert warum die Waffenscheine nicht rechtzeitig bearbeitet wurden und für mich hörte es sich nach persönlicher Meinung an.“ Er musste lachen über diese seltsame Antwort, die er gab.

“Lieber stell ich mich in eine schäbige Bar wie dieser und schenke Getränke aus.“, erzählte die Polizistin als sie auf den Club deutete. Bob nickte: „Das klingt logisch… erklärt aber nicht die andere Moral der noch hiesigen Polizei.“, „Darüber kann ich Ihnen leider auch nichts sagen. Für mich sind es persönliche Gründe aus dem Dienst auszuscheiden“, entgegnete sie. „Das macht nichts Miss…ich werde mir die Tage die Zeit nehmen und bei der Polizeiwache einen Besuch arrangieren und nach effizienten Lösungswegen suchen. Genauso handhabt sich das mit der Feuerwehr.. zum Glück jedoch haben diese Brandserien aufgehört.. so das dies das kleine Übel ist“, meinte der Android. „Hmmm, in der bin ich auch, nur kommen bei mir keine Benachrichtigungen mehr an.“, erwiderte die Dame. „Wie gesagt hat sich dies schlagartig gelegt.“, fügte Bob hinzu.

Theodor war in seltsamer Stimmung als das Thema Brände angesprochen wurde. Es erinnerte ihn wieder an sein eigenes Schicksal. Irgendwie suchte er nach einer Möglichkeit sich selbst aufzuheitern. „Den Brandstiftern sind sicherlich die Streichhölzer ausgegangen.“, warf er in das Gespräch hinein. Die Polizistin lachte: „ Oder die haben ihr Ziel erreicht und genug Angst verbreitet.“, „Das glaube ich kaum….aber mal davon ab ist so was eh nicht logisch zu erklären… bei Menschen ist jegliche Logik fehl am Platz…warum sie selber ihr Hab und Gut zerstören und ihre Existenz. Das widerspricht jeder Logik und ist als Grund nicht annehmbar…den Angst erzeugt nur gegen Angst und betrifft sie somit auch selber.“, sprudelte es aus dem Androiden heraus.

“Die Menschen sind nun mal die Chaoskomponente im Universum. Für die Logik haben wir ja nun die Blechdosen und die werden das schon richten.“, grinste Theodor. Dieses kybernetische Wesen brachte den alten Mann manchmal auf die Palme mit seinen logischen Kommentaren, aber genauso reizvoll war es für ihn solch eine Reaktion zu provozieren. „Ich beobachte die Menschen nun schon eine Weile hier in der Bar und so einige Äußerungen und Handlungen widersprechen jeglicher Rationalität und Logik.“, erzählte Bob.

„Ob da noch etwas zu richten ist, bezweifle ich, ist doch alles schon absehbar, es wird ewig so weiter gehen und noch schlimmer werden.“, kommentierte die Polizistin seine Aussage. Amalia fügte hinzu: „Das macht das Leben nun mal aus…ich könnte mir kein Leben wie Ihres vorstellen…jeden Tag durchs Leben rennen und nur analysieren und so was.“ Bob sah zu Amalia: „Nun ich lebe und arbeite und das jeden Tag und kann mich nicht… wie sagt Ihr…beklagen über meinen Zustand.“, „Ja…weil Sie einfach nichts fühlen…oder? Sie haben keine Emotionen nicht?“, fragte sie zurück. Theodor konnte es nicht lassen und warf ein, dass die Menschen nicht logisch seien, sie wären das Gegengewicht zur Logik, meinte er. In seinem Tonfall äffte er den Androiden etwas nach und Bob stufte die Bemerkung als irrelevant ein.

“Nein…so was besitze ich nicht…es würde nur unlogische Handlungen beschwören und diese Insuffizienz wollten meine Erbauer nicht verantworten. Wer Emotionen hat bringt eindeutig nicht die Leistung die er erbringen würde wenn keine vorhanden sind.“, erklärte der Android. Er hatte es wirklich leicht bei drei Personen, die für die Emotionen plädierten. „Manchmal erbringen wir durch unsere Emotionen aber doppelt soviel Leistung. Wenn wir etwas erreichen wollen.“, erklärte Amalia. Die Polizistin meinte: „Gerade Emotionen zeigen, dass man lebt, manchmal brauch man dies.“ Bob nickte: „Ja für euch mag das sein und ich bin nicht im Recht dies in Frage zu stellen…ich mache nur das was mir aufgegeben wurde und versuche mich möglichst ihnen anzupassen.“ Er beendete seine Ausführungen und starrte auf die Straße.

“Ich glaube, ich muss bei den Entwicklern mal anfragen ob sie nicht doch eine Serie mit echten Emotionen herausbringen wollen. Bob, mit deinen simulierten Emotionen..als Freund des Menschen bist du irgendwie noch nicht ausgereift.“, meinte Theodor ernst. Bob entgegnete sofort, dass er ihn aus seinen Diensten entlassen solle und er würde dann ganz in den Dienst des Bürgermeisters übergehen. Der alte Mann war etwas erschrocken, dass der Android gleich solch eine Äußerung hervorbrachte und bekam prompt als Antwort: „Das war schon ihre vierte Äußerung über ihre Unzufriedenheit mir gegenüber.“, „Und du zählst auch mit… sehr aufmerksam.“, lachte Theodor und meinte dann: „Aber die Kritik werde ich wohl noch öfter äußern, trotzdem ich behalt dich. Geschenk bleibt Geschenk und trotz Macken hängt man sein Herz daran.“

„Das entspricht keiner Logik ..mal wieder….wenn Sie unzufrieden mit mir sind, mich trotzdem behalten und eine Frage habe ich da noch Herr Lenz…wie kann ihr “Herz” an mir hängen wenn ich nicht die Anforderungen erfülle die Sie sich vorstellen?“, entgegnete Bob. „Man kann auch die Macken an jemanden mögen. Nicht wahr?“, erwiderte Amalia und sah Richtung Theodor. Die Polizistin im Hintergrund lachte leise: „Suchen für alles eine logische Erklärung, Maschinen.“ Sie ging zu ihrem Motorrad herüber und machte es sich darauf bequem. „Miss ich habe keine Macken.“, meinte Bob trocken, doch Amalia sagte: „Ihre fehlenden Emotionen könnten wir als solche werten.“ “Das ist wahr… Genau.. Macken sind auch eine persönliche Auslegung. Das du darüber anders denkst, ist mir schon klar.“, erklärte Theodor. Bob rechtfertigte sich damit, dass er meinte die Menschen ihn so erbaut hätten.

Amalia lächelte: „ Ich will Sie auch nicht schlecht reden…ähm.. .Bob? Habe ich das richtig aufgegriffen?“ Der Android nickte. „Gut… Ich bin Amalia…tut mir Leid, dass ich mich nicht vorher vorgestellt habe.“, „Das ist schon in Ordnung, Miss.“, erwiderte Bob. Die junge Dame meinte Bob wüsste wahrscheinlich schon wer sie sei, da er mit Sicherheit die Akten der Stadt durchgelesen hätte. Doch der Android erklärte, er habe nur die wichtigsten Akten gelesen, dann schwieg er wieder und starrte auf die Straße. Amalia seufzte und verabschiedete. Die Gruppe löste sich langsam auf und auch Theodor wollte sich auf den Weg machen.

Er meinte noch zu Bob, dass er ja leider kein Teeautomat wäre und er nach Hause müsse um sich einen zu kochen. Der alte Mann fügte noch hinzu, dass es aber eine nette Erweiterung wäre. „Nein wäre es nicht.“, kam es aus dem Munde des Androiden. „Doch, für mich schon.“, grinste Theodor. „Sobald Sie wieder bereit sind logische Äußerungen von sich zu geben, führe ich die Diskussion mit Ihnen fort.. ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass ich nicht zu Ihrer Belustigung da bin.“, erklärte Bob und wandte sich von ihm ab. Das hatte gesessen. Theodor brummte in sich hinein: „Und so was nennt sich nun Hilfe für den Menschen…ignoriert den Wunsch eines alten Mannes nach einer Aufrüstung. Ok, Bob. Ich geh mir jetzt einen Tee kochen. Bis später.“ Verärgert über den Androiden stapfte er davon.

Am Abend versuchte Theodor sein Glück erneut bei der Bar und tatsächlich sie hatte geöffnet. „Oh, hier ist ja eine richtige Volksversammlung.“, staunte er. Lady Adelle winkte zu dem alten Mann herüber und grüßte ihn freundlich. „Wie geht es Ihnen?“, fragte sie lächelnd. Theodor tippte grüßend an seinen Hut und antworte: „Gut. Danke der Nachfrage. Und Ihnen?“, „Wunderbar, danke sehr.“, gab sie zurück. Theodor sah seinen Androiden in der Runde sitzen. Er hatte im Laufe des Nachmittags nachgedacht und er wusste, dass der Android recht hatte. Auch wenn Bob nur eine Maschine war, er hatte genauso das Recht wie ein normales Wesen behandelt zu werden.

„Ach..Bob. Ich erbitte eine Änderung deiner gespeicherten Daten. Ich ändere meine Anrede von »du« auf »Sie«.“, „In Ordnung…Änderung gespeichert.“, erwiderte Bob. „Und noch etwas: Volle Freigabe für Ihren neuen Tätigkeitsbereich. Persönliche Hilfestellung für mich nur auf meine Anfrage.“, sagte Theodor ernst. Der Android nickte: „Wie Sie dies wünschen, Herr Lenz. Dennoch sind die BM Aufgaben primär zu Ihren sekundären Anforderungen an mich.“, „Ich stimme zu. Das wollte ich damit ausdrücken.“, entgegnete der alte Mann. Ist es möglich Ihnen eigene Namensfreiheit einzuräumen?“ Bob verneinte und fragte ob er mit dem Namen nicht zufrieden sei. Theodor antwortete: „Nein, der Name ist in Ordnung. Nur im Anbetracht Ihres Amtes und nach der Auswertung der Statistiken..frage ich mich ob der Name geeignet ist und Ihnen genug Respekt verschafft.“

“Ich bin nicht auf den Respekt der anderen angewiesen da ich nur Stellvertreter bin und eine Namensänderung würde in dem Zusammenhang nur für Verwirrung sorgen weil ich mich schon als “BoB” vorstellte.“, erklärte der Android. Theodor brummte: „Nun gut. Dann bleibt es so.“, „Sie haben eine erhöhte Reizung in Ihrer Stimme Herr Lenz…woran liegt das?“, fragte Bob. „Emotional ausgelöst durch Sorge.“, erklärte er. „“Sorge? Um was sorgen Sie sich Herr Lenz?“, „ Der Grund wäre für Sie unlogisch und bedarf keiner Analyse.“, sagte der alte Mann und verabschiedete sich dann. Er wollte nicht länger Konversation mit ihm betreiben, sonst wäre es wieder in einer endlosen Debatte ausgeartet. „Lady Ady.. alles Gute Ihnen, Sir BoB. Auf wiedersehen.“, verabschiedete er sich und trottete etwas müde zu seinem Wagen.
 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s